Im Wolfsburger Raum erstreckt sich nördlich des Mittellandkanals im Verlauf des Allertales eine Endmoränen- und Dünenlandschaft mit kreidezeitlichen Geschieben aus Dänemark und präkambrischen Graniten und Quarziten aus Skandinavien. Der südliche Rand des Allertales um Wolfsburg ist eine sanfte Hügelkette die schon als nördlichster Ausläufer des Harzvorlandes bezeichnet werden kann. Dieses Hügelland wird von zwei Grabenbruchzonen durchzogen. Außerhalb dieser Störungszonen stehen Trias und unterer Jura nahezu ungestört annähernd horizontal gelagert an. Durch Dehnung in der Erdkruste entstanden 100-500m tiefe Absackungen. In diesem Bereich findet man heute jüngere Sedimente des Jura, aus dem mittleren Lias über den Dogger bis in den Malm.
Am westlichen Ortsrand von Wolfsburg im Stadtteil Laagberg stehen Schichten des unteren Pliensbachium an. Dieser Bereich ist heute überbaut. Durch Lückenbebauung bzw. temporäre Baumaßnahmen werden jedoch hin und wieder neue Aufschlüsse geschaffen. Durch einen Kelleraushub für die Tiefgarage unter eines Lebenmittelmarktes 1993 wurde eine sehr harte Bank aus dem unteren Pliensbachium aufgeschlossen. In dieser waren unzählige Belemniten und Androgynoceraten eingeschlossen. Anhand der Härte und der Kompaktheit des Gesteins war eine Präparation kaum möglich. Im lockeren Aushub neben der Kalkbank fand sich die Hälfte des abgebildeten Lytoceras fimbriatum. Nach intensiver Suche wurde dann auch die zweite Hälfte, die noch in der Bank steckte geborgen. Nach Zusammenfügen beider Hälften gestalte sich die Präparation relativ einfach, da der Ammonit an der Unterseite der auf Ton liegenden Kalkbank eingeschlossen war. Die Präparation erfolgte mit Handmeißeln und einem Vibrographen. Das 20cm große Exemplar wurde dann noch mit einem Steinpflegemittel behandelt um die Stichelspuren zu kaschieren.
Der Liparoceras sp. mit 11cm Durchmeser wurde bei der Sanierung einer Fernwärmeleitung ca. 500m entfernt von der Fundstelle des Lytoceras im Aushub gefunden. Der Ammonit befand sich in einer Toneisensteinknolle. Nur der hintere Teil und ein Stück des Kieles schauten heraus. Durch diese Einbettung in Toneisenstein sind die Innenwindungen erhalten geblieben.
Während der Aufbauzeit des Stadtteiles in den 50er und 60er Jahren wurden viele bemerkenswerte Funde im unteren Pliensbachium gemacht. In wenigen alten Sammlungen sind jedoch hiervon noch Belegstücke vorhanden.

Funde aus dem unteren Pliensbachium von Wolfsburg / Jura