Auf die Gefahr hin, daß es in eine Grundsatzdiskussion ausartet, dennoch.....
Grundsätzlich ist eine Bestimmung nach Bildern, ganz gleich ob es sich um eine Mineralart oder einen Fundort handelt, fast immer kritisch zu betrachten. Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber es gibt solche Ausnahmen. Als gelernter Micromounter kann ich sogar behaupten das eine Mineralbestimmung ohne Analyse, selbst wenn ich das Stück vor Augen habe, sehr oft höchst spekulativ ist. Oft ist hier der Wunsch Vater des Gedankens. Nur Beispiele: Vertumnit- Strätlingit, Roedderit-Eifelt, Jennit-Ettringit, Jacobsit-Magnetit und,und,und.....
Da ist die Zuordnung von Fundorten, resp. der Ausschluß selbiger - nicht immer, aber meist - einfacher. Zumindest wenn man die Lagerstätte genau kennt.
Was den Betrug mit Fundorten angeht, gebe ich Dir z.T. recht. Von Betrug mag ich aber nur reden, wenn der eigentliche Fundort bekannt ist und durch einen selteneren ersetzt wird um mehr Geld zu bekommen. Das dürfte jedoch die Ausnahme sein. Mehrheitlich ist es wohl Unwissenheit oder Arglosigkeit die zu falschen Fundortangaben führt. Oft habe ich das Gefühl, wir wollen auch besch... en werden. Frag mal einen Marokkanischen Händler nach einem Fundort. Nehmen wir an er sagt Dir " Hoher Atlas ". Bist Du damit zufrieden? Wohl kaum, Du fragst nach wo denn genau. Dann kriegst Du eine Antwort, irgendeine. Weil der Kerl genau weiß das Du nicht kaufst, wenn er es nicht weiß. Er nennt Dir den Namen irgendeiner Kneipe und Du pinnst das zufrieden an Deine Stufe. Super.
Klammern wir den Betrug mal aus, sollte man die Mentalität,die wirtschaftlichen Zwänge und die Umstände des Mineralienhandels im Ursprungsland des Verkäufers nicht außer Acht lassen.
Fazit: Nach streng wissenschaftlichen Gesichtspunkten muß an jede Stufe die man nicht selbst gefunden hat und die nicht bis in Detail analysiert ist ein Fragezeichen machen. Punkt. Wie stark man nun den wissenschaftlichen Faktor in sein Sammelverhalten einbezieht ist doch jedem selbst überlassen.
Ralf
Ach ja, Marokko. Ob man in Mibladen oder in Dortmund zu einem marokkanischen Händler gehst ist völlig Schnuppe. Wenn er sie in Mibladen nicht für seinen Preis verkauft, verkauft er sie in Dortmund oder München oder sonstwo. Die Burschen sind längst international organisiert. Nur selber sammeln bringt Freude, ist aber nicht ganz unkritisch.