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Autor Thema: Calcit von Lohjan Kalkkitehdas, SF / Marmor  (Gelesen 2303 mal)

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Offline Achim

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Calcit von Lohjan Kalkkitehdas, SF / Marmor
« am: 09 Jan 10, 19:12 »
Hallo,

ist jemand das Kalkwerk in Lohjan (Südfinnland) als Mineralienquelle bekannt? In meiner Mineraliensammlung war auch eine zugenagelte Holzkiste, welche per Luftfracht von dort nach Düsseldorf transportiert wurde. Das Datum war leider nicht mehr lesbar, müsste aber so um 1960 .. 65 gewesen sein.

Die Kiste war noch orginalverschlossen, mit Holzwolle und 3 Stufen gefüllt.

Eine davon habe ich geschnitten und versucht die Schnittfläche zu polieren (Die Abbildung zeigt die nicht polierte Schnittfläche).
Als Härte habe ich um 4 ermittelt, der Strich ist weiß, das Mineral braust in HCl, sollte somit Calcit sein. Sind von dieser Stelle Funde bekannt?

Glück auf,

Achim
p.s. Stufengröße ca. 85 * 85 * 50mm


Offline triassammler

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Antw:Calcit von Lohjan Kalkkitehdas
« Antwort #1 am: 09 Jan 10, 22:59 »
Hallo Achim,

da in Finnland kein sedimentärer Kalkstein zu finden ist, dürfte Dein Kalkwerk metamorphen Kalkstein (= Marmor) abgebaut haben. Dein Handstück mit der Calcit-Diagnose ist jedenfalls durchaus als grobkörniger Marmor anzusprechen.

Gruß,
Rainer

Offline Achim

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Antw:Calcit von Lohjan Kalkkitehdas
« Antwort #2 am: 10 Jan 10, 10:39 »
Hallo Rainer,

vielen Dank für deine Erläuterungen die mich dazu veranlasst haben, etwas mehr über Marmor nachzulesen - interessanter Stoff.
Was ich nun nicht verstehe: die entstehung der farbigen Streifen in der Stufe hätte ich am ehesten aufgrund sedimentärer Ablagerung vermutet. Wie könnten diese entstanden sein?

Glück auf

Achim

Offline smoeller

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Antw:Calcit von Lohjan Kalkkitehdas
« Antwort #3 am: 10 Jan 10, 11:04 »
Hallo,

Die Streifen entstehen durch unterschiedlichen Chemismus oder Mineralbestand der unterschiedlichen Lagen und können durchaus auch noch von unterschiedlichem Ausgangsgestein herrühren. Wenn keine starke Durchbewegung während der Metamorphose stattfindet, kann die Textur des Ausgangsgesteins erhalten bleiben.


Bei dem grünen kann durchaus ein gewisser Gehalt an eisenhaltigen Silikaten vorliegen. In Finnland ist da vor allem Pargasit (ein Amphibol) bekannt, es gäbe aber auch Epidot oder Diopsid zu bedenken.

Glück Auf!
Smoeller

Offline triassammler

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Antw:Calcit von Lohjan Kalkkitehdas
« Antwort #4 am: 10 Jan 10, 14:30 »
Hallo,

ich kann Smoeller da nur beipflichten.
Mitunter ist es sehr interessant, von einem Marmor auf das ursprüngliche Gefüge des Sedimentgesteins zu schließen. Das Ausgangsgestein lagig dunkel gebänderter Marmore (so wie Deiner, im Gegensatz zu schlierig gebänderten Marmoren wie z. B. aus Carrara, die bereits eine starke Durchmischung erfahren haben) kann man sich als eine Wechselfolge von gebankten Kalksteinen mit zwischengeschalteten dünnen Ton- oder Mergelfugen vorstellen.

Gruß,
Rainer

 

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