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Eisenerze
rheinkiesel:
hallo,
ich beschäftige mich gerade verstärkt mit Eisenerz-Mineralien und hab da ein paar Fragen z.B. zum Limonit.
Ich hab gelesen, Limonit sei ein Gemenge verschiedener Eisenoxide insb. von Goethtit und Lepidokrokit
und daß Limonit niemals in Form von Kristallen anzutreffen ist.
Hm ????
Aber Goethit und Lepidokrokit können doch schon kristallin vorkommen.
Ist dann Limonit doch kein Gemisch aus den Beiden ?
Oder ENSTEHT Limonit nur aus Goethit usw. durch Verwitterung ??
Und erst wenn die kristalle alle verwittert sind, darf sich das dann Limonit nennen ????
Ist Limont überhaupt ein eigenständiges Mineral ????
Gruß aus dem wilden Süden
Rheinkiesel.
PS: @ Hallo berthold,
Erze sind tatsächlich viel komplexer als ich gedacht hatte, deshalb hab ich jetzt das Thema dazu angefangen. Übrigens - ich schlage nie - aber vielleicht löchere ich hier jemanden mit meinen banalen Frage zu Tode ;D .
McSchuerf:
..hier ganz nett beschrieben ..
http://www.natur-lexikon.com/Texte/wp/001/00017-limonit/wp00017-Limonit.html
..sollten wir auch nochmal ins Lexikon eintragen.. ;)
Nachtrag:
Limonit kommt hauptsächlich im sog. 'Eisernen Hut' vor ..z.B. Lahn-Dill-Mulde, etc..Oxidationszone..
..wenn Pyrit z.B. verwittert entsteht Limonit ..
..bei Kalscheuren /Hürth ..Nähe Köln gibts schönen Limonit in Drusen..
Gruß Peter
rheinkiesel:
Hallo,
nur falls jemand noch mehr über Limonit erfahren möchte,
hab ich hier noch ein paar Infos zusammengetragen:
Als Limonit bezeichnet man dichte, kompakte oder lockere, erdige Massen und Imprägnationen von wasserhaltigen Eisenoxidmineralien, über deren genaue mineralogische Natur man keine Angaben machen kann oder will.
In den meisten Fällen handelt es sich um feinst- oder kryptokristalline Gemenge, von wasserhaltigen Eisenoxidmineralien, die sich aus Eisenhydroxidgelen gebildet haben, z.B. Goethit und Lepidokrokit.
Man kann also Limonit auch als ein Mineralgemenge, aus verschiedenen Eisenhydroxiden bezeichnen. Somit ist Limonit im strengeren Sinn der Definition kein selbständiges Mineral.
Sehr feste Limonite mit glasartigem Glanz werden auch als "Brauner Glaskopf" bezeichnet.
Im Gegensatz zu traubig-nierigen Massen von Goethit, mit einem radialstrahlig-kristallinen Aufbau, lässt der Limonit keinerlei Anzeichen von Kristallisation erkennen.
Trotzdem wird mit brauner Glaskopf manchmal auch traubig-nierige Massen von Goethit bezeichnet.
Die erdig pulverige Varietät von Limonit ist der Eisenocker, der als Farbstoff genutzt wird.
Der Name Limonti kommt aus dem griechischen leimon = Rasen. Limonit wird daher auch als Raseneisenerz bezeichnet.
Andere deutsche Namen sind Brauneisenerz, Sumpf-, See-, oder Bohnerz.
Außerdem kommt der Limonit in Form von Kügelchen als Brauneisenoolithe vor: z.B. in Elsass-Lothringen als Minetteerz.
Meist zeigen derartige Knollen einen konzetrisch-schaligen Aufbau, der durch die wiederkehrende Anlagerung von Eisenhydroxid an einen bereits bestehenden Limonitkern oder einen anderen Kern entsteht.
Limonit ist ein sekundäres Eisenerz, welches sich in der Oxidationszone verschiedener Eisenlagerstätten bildet – das ist ein Bereich von oft weithin sichtbarer Mantelschicht aus limonitreichem Gestein, der „Eiserne Hut“.
Jedoch nicht nur durch Oxidation von Sulfidlagerstätten, sondern auch infolge der Verwitterung eisenhaltiger Carbonate und Silikate (Lateritische Eisenerze) entsteht Limonit.
Limonit kann eisenhaltige Mineralien und Gesteine überziehen und so nach und nach die Gestalt des verdrängten Minerals annehmen. Es kommt so zu Pseudomorphosen z.B. von Limonit nach Pyrit.
Der Limonit kann auch organischen Ursprungs sein, wobei er durch Ausflockung von Eisenhydroxiden in flachen Seen entsteht, und zwar unter Mitwirkung bestimmter Eisenbakterieno der Humussäuren. See- und Sumpferze entstehen so üblicherweise an den Eintrittsstellen von eisenhatigen Grundwasser in Seen, Moore oder Sümpfe.
Die Härte des Limonits ist schwer zu bestimmen, da die Aggregate leicht zerbröckeln.
Für gewöhnlich weißt der Limont eine Härte von 5 bis 5,5 auf,
einen gelbbraunen Strich und eine gelbbraune bis schwarze Farbe,
wobei bunte Anlauffarben vorkommen.
Unten dann noch ein Bild eines Ockerbruchs von Roussillon in Frankreich.
Gruß Rheinkiesel
Harjo:
Hi Rheinkiesel!
Schones Foto von Roussillon, ich war auch mal dort, sehr schon, es gibt da im Wald ein rotes Pfad durch grunes Grass, Wow!
Ich hab warend meine Kunstakademie Zeit gelernd wie man Farbe mischt zum mahlen.
Eisenocker ( Limonit ( Lepidokrokit/Goethit)) wird genutzt fur die Farben Sienna, Sienna-gebrennt und Ocker.
Manchmal ist die grenze zwischen Kunst und Mineralogie sehr winzig... ;)
Grusse
Harjo
berthold:
Hallo,
ja, das Wichtigste ist schon gesagt. Limonit ist kein IMA-anerkanntes eigenständiges Mineral. Die chemische Formel wird oft mit FeOOH angegeben, manchmal auch mit Fe2O3 . nH2O Dabei scheint das Eisen immer 3-wertig zu sein. Aber dann ist es mit der Systematik schon vorbei. Nicht mal ein Kristallsystem kann man angeben (geht eben für ein Gemenge nicht). Härte, Dichte, Farbe, Wassergehalt, all diese Eigenschaften schwanken von Probe zu Probe. Dennoch macht es Sinn diese Bildung als Mineral Limonit zu bezeichnen denn Limonit kommt weltweit häufig vor. Zudem war und ist Limonit eine Bezeichnung für eine mineralische Bildung, unter der man sich etwas votstellen kann.
Gruß
Berthold
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