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Autor Thema: Wo kommt eigendlich das erdgeschichtlich älteste Gestein Deutschlands vor?  (Gelesen 19018 mal)

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Offline Röli

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Hallo,
mich hatte schon immer interessiert wo das erdgeschichtlich älteste Gestein
in Deutschland zu finden ist.
Im Elbtalschiefergebirge spricht man zwar von präkambischen Gesteinen
(Weesensteiner Grauwacke und Kieselführende Gneise),aber wie alt genau,
dazu gibt es keine genaue Hinweise.

Es grüßt
Klaus

Offline Hotzenblitz

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  • auch steine haben gefühle.....?
hallo....

schwarzwald rulez !!!

Ältestes Gestein meines Wissens ist der metamorphe Eklogit-Amphibolit vom Silberberg bei Hinterzarten /Schwarzwald. Das Gestein besteht hauptsächlich aus Granat und Hornblende. Das material wurde im Mineralogisch-petrographischen Institut der Universität Freiburg bearbeitet und anhand von Zirkon-Kristallen in Münster in Westfalen nach der  der U-Pb-Methode datiert.  Alter des Gesteins : 2.07 plusminus 0.085 Milliarden Jahre

hoffe weiter geholfen zu haben .......

Offline berthold

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Hallo,

hmm, ist das nicht das Protolith-Alter und nicht das Gesteinsalter?

Gruß
Berthold

Online Bode

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Offline Krizu

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Hallo Berthold,

ich würde sagen: Prinzipiell, aber...
Wenn gezielt Zirkon, also ZrSiO4, untersucht wurde, sollte der hohe Schmelzpunkt eigentlich das korrekte "Kristallentstehungs"alter angeben. Ich glaube kaum, dass Diffusionen eine grosse Rolle da spielen. Aber der Einwand ist berechtigt, experte bin ich nicht. Beim K-Ar würde ic hDir sofort recht geben.

MFG

Frank
(jetzt auch mit einem Raman ;-) )

Offline thüringer

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Hallo
nach meinen Unterlagen natürlich im Thüringer Wald :o
Das soll heisen : Quelle , Cour.Forsch.-Inst.Senkenberg /234/I-236 vom 28.12.2001
Stratigraphie von Deutschland Teil 2, Seite 142
Silbergrund-Gneis, Ruhlaer Kristallin, Zirkon, 2286,7 +/- 52 Mio.
Mfg thüringer

Offline berthold

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Hallo,

Ganz sicher ist Zirkon-Alter nicht unbedingt gleich Gesteins-Alter. Die metamorphe Eklogit-Amphibolite vom Silberberg bei Hinterzarten /Schwarzwald sehe ich als variskische Gesteine (<400Ma) an, trotz der in den Zirkonen gefundenen hohen Alter. Selbst magmatische Aufschmelzung  löscht die Uhr in den Zirkonen nicht (siehe z.B. die Zirkone in den Basalten der nördlichen Oberpfalz. Vielfach können bei detailgenauen Untersuchungen mehrere Alter (=mehrere thermische Ereignisse) in einem Zirkon gefunden werden. Der älteste Zirkon aus Deutschland stammt m.W.n. aus dem Regensburger Wald (Oberpfalz, moldanubischer Gneis) mit einem Alter von 3.8 Milliarden Jahren. Der Gneis, der diese Zirkone beinhaltet ist aber <600Ma.

Gruß
Berthold

Offline Krizu

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Hallo Berthold,

ja du hast recht - die Kristallisation des Zirkons ist deutlich vor der Gesteinsbildung.

MfG

Frank

Offline smoeller

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Hallo,

Das sind meines Erachtens Protolithalter.

In Deutschland sind die meisten heute vorhandenen kristallinen Gesteine variszischen Alters (ca. 330-270 Mio. Jahre), jedoch gibt es auch noch reliktische Gesteine präkambrischen und unterkambrischen Alters (z.B. in Sachsen und reliktische Körper im Kristallin des Schwarzwaldes). Welche davon jedoch die ältesten sind, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Bezüglich des Schwarzwaldes kann ich da noch mal nachschauen.

Die ältesten in Deutschland zu findenden Gesteine (nimmt man jetzt nur ihren heutigen Fundort) sind manche Geschiebe von der Ostseeküste, die vom baltischen Schild (Schweden und Finnland) stammen. Für diese sind Alter über 1,5 Mrd. Jahre anzunehmen. Beispiel: Metamporphe Kalksteine (Urkalk) aus Finnland.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Mineralroli

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Hallo
Vielleicht nicht das älteste, aber in dieser Kategorie ganz oben mit anzusehen ist die Lausitzer Grauwacke deren Alter mit 1 Mrd. Jahe angegeben wird.
Beste Grüße
Roland

Offline Gerhard

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Hallo
In Sachsen findet man generell die ältesten Gesteine von Deutschland
-so z.B. die Weesensteiner Grauwacke
-der Dohnaer Granodiorit  um u.a. zwei zu nennen
Doch es gibt im Lausitzer Bergland eine Grauwacke mit dem nachgewiesenden Alter von
1 Mrd Jahren -entstanden aus verfestigten Sedimentgestein-
Ich schließe mich der Meinung von Roland an
Gruß Gerhard

Offline berthold

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Hallo,

Zitat
Doch es gibt im Lausitzer Bergland eine Grauwacke mit dem nachgewiesenden Alter von
1 Mrd Jahren -entstanden aus verfestigten Sedimentgestein-

ja? - Neoproterozoikum wohl aber m.W.n. doch Ediacarium, also 635–542 Ma. Für ein genaues Literaturzitat (wo sind die 1 Mrd Jahre in der LGE nachgewiesen worden ?) wäre ich dankbar.

Gruß
Berthold


Offline Lutz Mitka

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Für Sachsen wäre da noch das Granulitgebirge zu nennen, der dort vorkommende  Leukogranulit und Pyroxengranulit wird mit einem Alter von 1200 - 1850 Ma angegeben (Pälchen und Walter,Geologie von Sachsen, 2008, S.54)! Ob das nun das älteste Gestein mit für Deutschland ist vage ich zu bezweifeln, zumal der "große Klumpen Masse", auf dem wir rumlaufen, Bergwerke befahren und Steine sammeln, doch um einiges älter ist und sicher in dieser Hinsicht noch einiges mehr zu bieten hat. Für Sachsen ist der Granulit wohl mit das älteste Gestein das ohne Probleme auch auffindbar ist.

Glück auf!   Lutz Mitka

Offline berthold

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Hallo,

Zitat
Für Sachsen wäre da noch das Granulitgebirge zu nennen, der dort vorkommende  Leukogranulit und Pyroxengranulit wird mit einem Alter von 1200 - 1850 Ma angegeben (Pälchen und Walter,Geologie von Sachsen, 2008, S.54)!

ja, aber das ist doch auch das Protolithalter, das SGM wird mit einem Gesteins-Alter von ca. 340 Ma angegeben. (Variskische Metamorphose eben).

Gruß
Berthold

Offline Gerhard

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Hallo Berthold
Du fragst an ,wo das steht mit der Lausitzer Grauwacke und dem Geologischen Zeitalter .
am besten -Du klickst einfach mal an - das geologische Alter der sächsischen (Lausitzer )Grauwacke
PdF -Dateien u,a. geben vielseitige Auskunft.
Also die sächsischen Grauwacken entanden in der Zeit von600 Mill. Jahre(Paläozoikum) bis 1Mrd Jahre
(Alkonkium)
wobei bei der  ersten Zahl fossile mircro Organismen (Algen) nachgewiesen wurden bei der zweiten Zahl
die Grauwacken fossillos sind. Der Nachweis (soviel ich weiß erfolgte durchZirkon kristalle die geologische
Uhren sind)
Im Steinbruch Dubring hat man in der Grauwacke Magaalgen nachgewiesen.
Da Grauwacken auch alkalireaktive Kieselsäure enthalten können,die schädliche schemische Reaktionen
auslösen beim Beton. -ist es bedeutsam Grauwacken zu finden und abzubauen die sehr alt sind.
Die Grauwacken von Bischheim -Häslich -Gelenau- Lückersdorf -Schwosdorf sind so glaube ich auf den
Gehalt von alkaireaktiven Kieselsäuren untersucht wurden.
Sie sollen durch ihren niedrigen Wert hohe ökonomische Bedeutung haben.
Der genannte Bereich ist ein Höhenrücken -mit dem Hofe und Wüsteberg als geologische Naturflächen
denkmale ) und besteht eben aus diesen alten geologischen Grauwacken
Die Firma Schaumburger Steinbruch GmbH-KG Pinteln hat die Schürfrechte.
Vielleicht bestätigen auch sie das geölogische Alter .
Gruß Gerhard

 

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