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Autor Thema: Aschewolke Eyafjallajökull / Luftraumsprerrung  (Gelesen 12460 mal)

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Offline giantcrystal

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Hallo aus Mittelfranken

also ich weiß nicht : irgendwie finde ich die derzeitigen Luftraumsperrungen / Flughafenschliessungen wegen der isländischen Aschenwolke für ziemlich übertrieben und Panikmache

Ich meine : es ist ein eher schwacher Ausbruch und auch die Aschenwolke ist so groß´nicht. Wenn man Teile des Luftraumes mit hoher Aschenkonzentration sperren würde, würde ich das verstehen (kann  man ja sicherlich gut mit geostationären Satelliten messen) aber gleich den ganzen Flugverkehr in großen Teilen Europas lahmzulegen...

Zumal man ja davon ausgehen kann, das solche Ascheneruptionen durchaus auch länger (Wochen ? Monate...??) andauern können.

Wie seht ihr denn das so ?

Glück Auf

Thomas, der gerade aus Ungarn zurückkommt und glücklicherweise nicht geflogen ist

Offline Jochen1Knochen

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Antw:Aschewolke Eyafjallajökull / Luftraumsprerrung
« Antwort #1 am: 17 Apr 10, 18:43 »
Oben geblieben ist noch keiner!
Das Risiko ist hier nicht berechenbar!
Gruß Jens

Offline Mineralroli

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Antw:Aschewolke Eyafjallajökull / Luftraumsprerrung
« Antwort #2 am: 17 Apr 10, 18:47 »
Hallo
Ich denke es wird schon seine Berechtigung haben auch wenn es den Anschein nicht hat.
Wer wird denn freiwillig bzw. gern die hohen wirtschaftlichen Verlußte in Kauf nehmen?

Beste Grüße
Roland

Offline Krizu

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Antw:Aschewolke Eyafjallajökull / Luftraumsprerrung
« Antwort #3 am: 17 Apr 10, 19:22 »
Hallo,

Meine Damen und Herren, hier spricht Ihr Kapitän. Wir haben ein kleines Problem. Alle vier Triebwerke sind ausgegangen. Wir geben unser Äußerstes, um sie wieder anzukriegen. Ich vertraue darauf, dass Sie nicht allzu beunruhigt sind.

war ein Zitat auf dem Flug BA 9

http://de.wikipedia.org/wiki/British-Airways-Flug_9
http://de.wikipedia.org/wiki/KLM-Flug_867

MfG

Frank
(mit Kollegen in Ami-Land und einem Bruder in Süamerika - zurzeit)


Offline uwe

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Antw:Aschewolke Eyafjallajökull / Luftraumsprerrung
« Antwort #4 am: 17 Apr 10, 19:25 »
Vulkanasche enthält nicht nur den "normalen" Straub, sondern eine Menge verschiedener Minerale. Da die Teilchen sehr klein sind schmelzen sie sehr schnell. Die Wolke über Europa ist zwar sehr dünn, aber ein modernes Treibwerk saugt eine Menge Luft ein, so das schon eine Menge schmelzbare Substanz ins Triebwerk gelangen kann. Wenn sich die Schmelze dann im kühleren Teil der Turbine wieder abkühlt kann es schon zu erheblichen Problemen bei der Funktion des Triebwerkes kommen.

Blödsinn ist meines Erachtens aber die von den Fernsehjournalisten verbreitete Behauptung, das der Staub die Scheiben der Pilotenkanzel so zerkratzt, daß keine Sicht mehr möglich ist.

Uwe

Offline Krizu

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Antw:Aschewolke Eyafjallajökull / Luftraumsprerrung
« Antwort #5 am: 17 Apr 10, 19:27 »
Hallo Uwe,

ist zwar bei der BA9 passiert - aber die haben eine dicke Wolke passiert.
BTW: ein Marschflugköper würde trotzdem treffen, soviel zum Instrumentenflug.

Frank

Offline Mineralroli

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Antw:Aschewolke Eyafjallajökull / Luftraumsprerrung
« Antwort #6 am: 17 Apr 10, 20:23 »
Hallo Thomas
Über vulkanische Aschewolken zu fachsimpeln kann ja ganz interessant sein,
aber über die Richtigkeit des Flugverbots zu diskutieren wohl nicht, es sei denn
wir wären klüger als die Flugsicherung oder Techniker und hätten die Ausrüstung
um das Gegenteil zu beweisen.
Beste Grüße
Roland
« Letzte Änderung: 17 Apr 10, 22:06 von Mineralroli »

Offline Bergbaumaulwurf

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Antw:Aschewolke Eyafjallajökull / Luftraumsprerrung
« Antwort #7 am: 17 Apr 10, 22:18 »
Glück Auf!
Ist gibt immer 2 Seiten einer Medallie, nur welche Seite sich am Ende zeigt weis man vorher nicht.
Also ist es doch immer die sichere Seite hier Vorkehrungen zu treffen. Danach ist wenn was passiert das Geschrei groß.
Es ist schmerzlich  dann selbst oder wenn Angehörige in einem Flugzeug zurück in der Blechkiste Heim zu kommen.  Der Verlust des Fluges ist nicht so schmerzlich wie der eventuelle Tod!!!
Auch wenn es einem das letzte an Geld gekostet hatt. Das sollte man sich immer vor Augen halten!
Bergbaumaulwurf
« Letzte Änderung: 17 Apr 10, 22:19 von slugslayer »

Offline Jochen1Knochen

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Antw:Aschewolke Eyafjallajökull / Luftraumsprerrung
« Antwort #8 am: 17 Apr 10, 22:47 »
Und so schließt sich der Kreis wieder-wenns regnet fällts runter und wir brauchen die isländische Lava nicht mehr zu kaufen--Siehe Rubrik verrücktes e-bay
Gruß Jens

Offline Moni

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Antw:Aschewolke Eyafjallajökull / Luftraumsprerrung
« Antwort #9 am: 18 Apr 10, 11:59 »
Hallo - Ihr sprecht über die Auswirkungen des Vulkanausbruches - aber welcher Vulkan spukt den nun eigentlichen seine Aschewolke aus?

Immer noch der Fimmvördulhals-Vulkan (hier ist die erste aufgrissene Spalte mit der Lavaförderung), der sich genau zwischen den Gletschern Eyjafjalljökull und Myrdalsjökull befindet oder nun der Eyjafjall-Vulkan selbst unter dem gleichnamigen Gletscher Eyjafjalljökull?

Mit dem ersten Ausbruch im März 2010 hatte man je angenommen, daß der Katla-Vulkan unter dem Myrdalsjökoll ebenfalls aktiv werden könnte, da hier spaltenmäßig ein Zusammenhang besteht. Dem scheint jedoch nun nicht so zu sein, statt dessen wird der Eyjafjall-Vulkan aktiv?

Flurwasserstoffaustritte wurden glaube ich, ebenfalls registriert. So zumindest laut Pressemitteilungen.
Sind die typisch für Vulkanausbrüche im Süden Islands?
Höhere bzw. hohe HF-Konzentrationen waren in der Vergangenheit bei dem Hekla-Vulkan zu beobachten, was Mensch und vorallen die Schafe dezimierte. Allerdings liegt die Hekla etwas weiter nördlich vom Eyjafjall-Gletscher und mir sind Zusammenhänge da nicht bekannt.
Was sagt Ihr also?

Einen schönen sönnigen Sonntag wünscht
Moni

Offline Stefan

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Antw:Aschewolke Eyafjallajökull / Luftraumsprerrung
« Antwort #10 am: 18 Apr 10, 12:23 »
Wie wäre es mit einem kleinen Wettbewerb. Wir schauen mal wie schnell wir so viele sinnvolle Informationen zu dem Vulkan zusmammen tragen können um im Lexikon den Artikel zu vervollständigen. Google indidziert uns immer sehr zeitnah, so dass wir duchaus eine Informationsquelle sein könnten.

Eyafjallajökull Vulkan


Links zu Videos weiteren Informationen sind natürlich auch willkommen. Es wäre doch schade wenn wir als geologische Seite nicht auch was zu dem Thema bezusteuern hätten.

Island/Südisland (Suðurland), Region/Rangárvallasýsla/Eyjafjallajökull Vulkan
Aschewolke Eyafjallajökull / Luftraumsprerrung
 

Besten Gruß
Stefan
« Letzte Änderung: 18 Apr 10, 16:52 von Stefan »

Offline Moni

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Antw:Aschewolke Eyafjallajökull / Luftraumsprerrung
« Antwort #11 am: 18 Apr 10, 12:27 »
Hatte zwar Stefans Beitrag noch nicht gelesen - aber mittlerweile gesehen, daß es also zwei z.Z. aktive Vulkane sind.
1. Fimmvördulhals-Vulkan und
2. Eyjafjall-Vulkan.

zweiterer entläßt die Aschewolke.

Kartenbild siehe hier:
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/geowissenschaft/vulkanausbruch-der-spuk-kann-laenger-dauern_aid_499297.html

Gruß Moni

Offline Moni

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Antw:Aschewolke Eyafjallajökull / Luftraumsprerrung
« Antwort #12 am: 18 Apr 10, 12:40 »
Hätte da noch einen Link zu bieten:

http://www.boston.com/bigpicture/2010/04/icelands_disruptive_volcano.html
mit BIldern.

Man beachte aber bittschön, daß bei den Bildern wieder mal beide Vulkane zusammengewürfelt werden!
glühende Lava: Fimmvördulhals
Rauch: Eyjafjall

Und wenn mich meine Vorortkenntnisse nicht ganz im Stich lassen, dann kommen die geschmolzenen Wasserwasser östlich des Gletschers zu Tal - und nicht wie ich ursprünglich annahm (und auch irgentwo sagt ...?) in Richtung Skogarfoss.

Auf einem Bild kann kann sehr schön den Seljalafoss (Brücke im Vordergrund, der reißende Fluß ist der Markarfljot) erkennen.

Gruß Moni

Offline Stefan

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Antw:Aschewolke Eyafjallajökull / Luftraumsprerrung
« Antwort #13 am: 18 Apr 10, 12:53 »
So ein wenig etwas habe ich als Grundstock bereits eingefügt, damit ziehe ich mich zurück und gebe die Bühne frei  ;)

Besten Gruß
Stefan

Offline Moni

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Antw:Aschewolke Eyafjallajökull / Luftraumsprerrung
« Antwort #14 am: 18 Apr 10, 13:15 »
und was zur Geologie des Eyjafjall-Vulkans:

Kraterdurchmesser: 5km
höchste Erhebung am nordwestlichen Kraterrand: Hvannadalshnukur mit 2119m = höchste Gipfel Islands
Es handelt sich dabei um einen steilen Rhyolithgipfel.

Außerdem ist der Eyjafjall ein Stratovulkan, d.h. ein Vulkanschlot und gleichmäßig kegelförmig aufgebauter Vulkankörper. Die im Jahre 1362 ausgestoßene rhyolithische Asche nimmt am Boden ca. 0,5m ein. Danach gab es basaltische Ausbrüche mit Lavaförderung.
Außerdem neigen Stratovulkane auch zu Spaltenausbrüchen; die vornehmlich an den Flanken aufbrechen. Umgesetzt auf die jüngsten Ereignisse ist also der Spaltenausbruch am Fimmvörduhals die erste "Erleichterung" des Eyjajalls mit Lavaförderung und nun ist der eigentliche Krater  mit Ascheexplosionen in Bewegung geraten.

Prinzipell wird entsprechend meiner mir vorliegenden Literatur eingeschätzt, daß auf Grund der Eismassen der Gletscher wahrscheinlich immer erst die lavafördernde Ausbrüche stattfinden. Bei Druckabnahme im System wechselt dann der Ausbruchsmachanismus; es erfolgt eine Ascheexplosion - wie im vorliegenden Fall.

Ergo, beide Ausbrüche in Island halten sich mal schön an die Theorie...  ;)

Herzliche Grüße
Moni

 

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