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Autor Thema: Sechseckige Goldkristalle - warum eigentlich ?  (Gelesen 2100 mal)

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Offline giantcrystal

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Hallo aus Mittelfranken

Gold kristallisiert bekanntlich im kubischen Kristallsystem, sollte also Würfel, Oktaeder und ähnliche Formen mit hoher Symmetrie bilden

Wieso findet man dann sehr häufig Kristalle mit hexagonaler oder zuweilen auch trigonaler Symmetrie, also (häufig perfekte) sechseckige oder auch dreieckige Goldkristalle ?

Oft sogar recht groß, aber sehr dünn - sodaß eine Verzwilligung schlecht vorstellbar ist

Weiß jemand vielleicht Antwort ?

Glück Auf

Thomas

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Sechseckige Goldkristalle - warum eigentlich ?
« Antwort #1 am: 03 May 10, 13:53 »
Stapelfehler in der Dichtestpackung verursachen bei kubischen Edelmetallen solche tafelig verzerrten Verzwillingungen (vgl. auch Galenit).
Die Dicke von Kristallen hat mit Verzwillingung grundsätzlich nichts zu tun, es gibt ja auch Mikroverzwillingungen (einfach oder polysynthetisch).

Offline berthold

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Re: Sechseckige Goldkristalle - warum eigentlich ?
« Antwort #2 am: 03 May 10, 14:18 »
Hallo,

ja, in der Regel wird es sich bei den dreieckigen bzw. sechseckigen Flächen um Oktaederflächen handeln. Das Oktaeder ist bei Gold die häufigste bzw. dominante Tracht. Die Ursache dürfte in den von Uwe geschilderten Umständen liegen. Siehe dazu die "Gonderbacher Platten"-Form für Ferroplatin, die wir* gefunden haben. Eine schöne Darstellung der Gold-Tacht- und Habitusvarianten findet sich bei Goldschmidt, Atlas der Krystallformen, Band 4.

Gruß
Berthold

*)  DILL, H.G., STEYER, G.and WEBER, B. (2010) Morphological studies of PGM grains in alluvial-fluvial placer deposits from the Bayerischer Wald, SE Germany: Hollingworthite and ferroan platinum.- Neues Jahrbuch für Mineralogie Abhandlungen, 187: 101-110