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Achate Aus Hausdorf bei Frankenberg Sachsen

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Blackminer:
Ich hab eben mal im Baumann "Die Erzlagerstätten der Freiberger Randgebiete" nachgelesen.  Die bei Hausdorf bauenden Gruben  "Neue Freude", "Ladislaus" und "Neuglück" bauten jeweils auf einen Spatgang (Richtungsbezeichnung) der zufälliger weise auch Spat führte. Da die jeweilige Grube eben nur auf diesem einen Hauptgang baute, ist der Gangname gleich dem Grubennamen. Die Namensgebung hängt mit der Verleihung des Grubenfelds und der Buchführung zusammen. Es ist sehr oft zu beobachten, dass eine Grube und ein Gang (vermutlich der zuerst erschürfte) den gleichen Namen haben. In kleinen Grubenfeldern sind nachfolgend aufgefundene oder wenig aushaltende Gänge sehr oft als Unbenannter Sp., Steh., oder Mgg. bezeichnet.
Allein im Gangbezirk von Langenstriegis, zu dem Baumann Hausdorf zählt, stehen 12 benannte Gänge, 5 unbenannten Gängen gegenüber, die allesamt bebaut wurden.

Trotz mehrer Geländeexkursionen konnte ich die Grube Neue Freude nicht auffinden. An der Stelle wo sie laut Karten liegen soll, befindet sich ein Reitplatz. Sind noch Halden o.ä. vorhanden? Oder kann man Lesesteine des Ganges auf dem Äckern finden?
Es wäre toll, wenn ihr mir helfen könntet.
Vielen Dank!
Raik

Lutz Mitka:
Mit dem Reitplatz sind Sie schon fast an der richtigen Stelle! Links vom Reitplatz liegt noch eine Halde kaum sichtbar am Waldrand, diese gehört zum "Hoffnung Schacht", von dem noch eine kleine Pinge sichtbar ist. Funde auf der Halde sind möglich, meistens kleine  Gangstücke des "Hoffnung Spates". Rechts vom Reitplatz lag irgendwo auf dem freien Feld Richtung Abzweig der Staatsstraße nach Mühlbach der "Friedrich Schacht". Hier wurde der "Friedrich Spat" bebaut. Von dieser Anlage ist nichts mehr zu sehen, die Halde wurde wohl zum Verfüllen des Schachtes verwendet. Beide Anlagen waren nur durch die Schächte erschlossen, die miteinander in keiner Verbindung stehen und zwischen 1855 - 1860 in Betrieb waren. Beide Gruben sollten auf tiefer Sohle vom "Eleonore Erbstolln" gelöst werden. Doch fehlen da noch jeweils etwa 300 m Auffahrung. Das Hauptstollnort des "Eleonore Erbstolln" steht im Quergestein bei 800 m, etwa zwischen Staatsstraße und Reitplatz an. Am Abzweig der Staatsstraße nach Langenstriegis lag auch der Hauptschacht des "Eleonore Erbstolln", dieser Schacht ist aber bis auf die Stollnsohle verfüllt mit Haldenmaterial und führt viel Wasser. Bis vor etwa 30 Jahren soll dieser an einer Einzäunung und Haldenresten sichtbar gewesen sein, doch jetzt ist dort alles planiert und landwirtschaftlich genutzt, also keine Fundmöglichkeiten mehr! Die beiden Vorkommen waren eben nicht sonderlich ergiebig, dass sich die Auffahrung eines Erbstolln  gelohnt hätte.
Der "Eleonore Erbstolln" hat zwar zahlreiche Gänge überfahren, die bergmännisch untersucht wurden, aber nur auf zwei Gängen ist auch Abbau umgegangen und hat einige Tonnen an Eisenerz und Bleiglanz geliefert. Der "Weiße Rose Spat" ist der bekannteste Gang der Grube, die bebaute Länge liegt bei etwa 80 m und bis etwa 12m hoch über die Stollnsohle, meist kleinere Firstenbaue und bis auf unbekannte Tiefe auch unter den Stolln, aber ohne maschinelle Wasserhaltung. Mehr fällt mir erstmal nicht zum Thema Langenstriegis ein, ich habe auch noch diverse Skizzen von diesem Arbeitsgebiet, aber die sind leider noch nicht fertig. Irgendwann gibt es zum Thema "Langenstriegis/Mühlbach/Hausdorf" einen größeren Beitrag auf einer Bergbauseite von mir.
Glück auf!  Lutz Mitka

Bernd G:
Zum Thema eine Antwort von Dipl. Min. Dr. rer. nat. Dr. sc. phil. Frieder Jentsch   Am Rosenhag 28
09114 Chemnitz




Sehr geehrter Herr Gutschera,

es freut mich, dass Sie sich mit den Rhyolithkugeln beschäftigen. Zunächst eine Richtigstellung: Der Prof. ist zuviel des Guten, jetzt bin ich Rentner. Doch zur Sache: Nach dem mitgesendeten Bild kann es sich durchaus um einen neuen Fundpunkt handeln. Bei der Auflösung des Bildes kann ich das aber schlecht entscheiden. Derartige Bildungen gibt es im Chemnitzer Raum an mehreren Orten, leider nur selten zugänglich. Rhyolithkugeln sind in ähnlicher Ausbildung weltweit verbreitet. Der Flöhaer Raum ist dafür auch bekannt. Ich will versuchen, bald meine Dissertationsschrift A in Teilen ins Internet zu stellen. Dort finden Sie einige Hinweise darüber. Mit zwei Sätzen ist das nicht beantwortet und ich habe die Problematik auch nicht intensiv weiterverfolgt. Am Sonnabend ist in Freiberg ein Achat-Symposium. Sollten Sie zugegen sein, können Sie mich gern ansprechen.

Glückauf

Frieder Jentsch

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