Fossilien / Fossils / Fósiles > Känozoikum / Cenozoic
Rätselhafte Schnecke / Tertiär
Kilo:
Hallo,
nach 6-wöchigem Urlaub an der Ostsee möchte ich mich wieder zurückmelden.
Natürlich waren wir überwiegend mit Sammeln und Suchen beschäftigt, örtlich bedingt ging es uns um Bernstein und Fossilien. Gleich am zweiten Tag machte Doris diesen Fund in der Kiesgrube Hohenmin zwischen Neubrandenburg und Treptow. Höhe etwa 4 cm.
Dazu jetzt die Fragen:
Wie kommt es, dass ein solch fragiles Fossil die Kräfte des Geschiebes und die Belastungen des Kiesabbaues einigermaßen heil überstanden hat? Doris machte den Fund in einem Haufen mit Sand, kleineren und größeren Steinen, wahrscheinlich ausgesondertem Material und bereits etwas mit Unkraut überwachsen.
Ist es möglich, dass die Schnecke in einem Flintbrocken gesteckt hat, aus diesem ausgewaschen und freigelegt wurde? Etwas anderes können wir uns nicht vorstellen.
Ist so ein Fund als selten zu betrachten? Etwas gleichartiges haben wir danach nicht mehr gefunden, allerdings traten u.a. 10 Seeigel mit uns die Heimreise an.
Ach ja: Um welche Spezies handelt es sich? Hätt ich fast vergessen.
Gruß Kilo
doe:
Hallo Michael,
die Schnecke hat da irgendwo gelebt und wurde im Tertiär (nicht Kreide) im Kies eingebettet..Sie sind robuster als sie aussehen,Bei Deiner ist der Ausguß und Teile der letzten Windung weg.Mach bitte mal noch ein Bild mit Maßstab von der Gegenseite wegen der Skulptur und der Gesamtform und stell das Teil bei "Steinkern" unter Tertiär ein,dort sind Spezis,die die Schnecke wahrscheinlich bis zur Fam.bestimmen können.
Gruß Günter
triassammler:
Hallo Michael,
vermutlich handelt es sich durchaus um ein Geschiebefossil, die Kiese sind schließlich quartär- und nicht tertiärzeitlich.
Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich, dass sich Fossilien in Geschiebe erhalten - sie werden innerhalb des Eises, das sie transportiert, von dem sie umgebenden Sediment geschützt. Sofern man solche Fossilien isoliert (ohne Sedimentumhüllung) findet, sind sie anschließend eben im Lauf der Zeit daraus hervorgewittert.
Gruß,
Rainer
doe:
Hallo Rainer,
die Mecklenburger Brandenburger Fossilien sind meist aus der Olig/Mioz Nordseetangression und dort gebildet (Sternberger /Holsteiner Gestein) und liegen unter den eiszeitlichen Sanden,in Kiesgruben aufgeschlossen.Lose Muschel/Schneckenschilllagen mit Haizähnen usw sind nicht selten.Häufig sind die dickschaligen Arten Aporrhais,Glycymeris,Cyprina ,Dentalium (so hießen die zu meiner Zeit nach Hucke/Voigt) zu finden. Der Schneckenrest könnte eine A.sein.Warten wir mal auf die Rückseite.
Schönen Wochenanfang Günter
Kilo:
Hallo , hier nun die Rückseite der Schnecke mit und ohne Maßstab.
Mal gespannt, was dabei herauskommt.
Gruß Kilo
Freu mich schon auf 4 Wochen Schleswig-Holstein im September!
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