Hallo Jens,
es lag mit Sicherheit die längste Zeit mit der einen Seite nach oben, da stimme ich Dir zu.
Ich gehe aber mit Johannes' Interpretation konform, dass es sich salopp gesagt um Muschel-Bohrlöcher handelt. Abiotische Erosion spielte hier wahrscheinlich insofern eine Rolle, als dass sie den Schweizer Käse, der durch die Bohrungen entstand, weiter beschädigt hat: teilweise sieht man längs aufgebrochene Bohrlöcher. Chemische Erosion z. B. durch Algen, Flechten, Bakterien sieht aber anders aus; diese Organismen lösen das Gestein oberflächlich an, um sich Nährstoffe zu verschaffen, daraus resultieren höchstens sehr flache, unspezifisch geformte Lösungsspuren, aber keine tiefen und genau begrenzten Löcher. Auch Bohrschwämme scheiden aus - oberflächlich treten ihre Wohnhöhlen nur als feine Siebstruktur in Erscheinung, und nach dem Kollaps der durchlöcherten Gesteinsdecke zeigen sich die darunter liegenden Hohlräume als regellos geformt.
Viele Bohrmuscheln fühlen sich im Gezeitenbereich und auch noch im Supralitoral (Spirtzwasserzone) wohl, solange sie hinreichend Feuchtigkeit vorfinden. Und dort sind sie ein nicht zu unterschätzender Faktor als Beschleuniger der Erosionsrate.
Gruß,
Rainer