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Wer kennt diese Brekzie?
Mike47:
Hallo,
habe vor einger Zeit diesen Stein gefunden, den ich gestern aufschnitt.
Ein bekannter von mir aus der Szene sagte mir anhand der Bilder es könnte sich um eine Mondbrekzie handeln.
Ich hoffe Ihr könnt mir da irgendwie weiterhelfen.
geologe:
Hallo,
Eine Brekzie besteht vor allem aus kantigen Komponenten. Das kann ich auf deinem Bild nicht unbedingt erkennen. Was ich sehe ist eine feine Grundmasse mit größeren Einsprenglingen. Ich habe zwar noch keine Mondbrekzie gesehen aber deinen Stein würde ich für Rhyolith halten.
Gruß
Jürgen
Mike47:
Hallo Jürgen,
Danke für deine Antwort.
Rhyolith? Naja kommt aber mit der Zusammensetzung nicht ganz hin
Das stück welches ich abschnitt ist sehr weich lässt sich sehr leicht brechen.
Gesamtgewicht : 1,2 Kg Grösse : ca. 100 * 120 *70 mm
Tippe mal harte grad (Mohs) 1-2
Suevit habe ich mal eben bei wiki nachgelsen???
Naja mal weitersehen, habe mal kontakt mit einer nahmhaften Universität aufgenommen, welche spezialiert sind auf Meteoriten.
Grüße
Galenit:
Mohs Härte kannst du nicht einfach so auf Gesteine und Korngemische Beziehen. Sie ist nur eine Richtwertskala für Kristallhärte.
Mohs 1 - 2 wäre z.B. Talk und das könntest du mit dem Fingernagel ritzen.
Die Bröseligkeit bzw. Sprödheit deines Gesteins würde ich eher auf starke Verwitterung zurückführen, die Oberfläche scheint mir auch darauf hin zu deuten.
Es ist aber schwer an Hand dieses Fotos eine Aussage zu treffen. Könntest du evtl. mal Größes Ausschnitte des Steins fotografieren, wo man die Oberfläche und den Anschnitt im Detail erkennen kann?
Eine Lunare Brekzie finde ich sehr weit her geholt.
triassammler:
Hallo,
warum muss immer alles, was nicht im Taschenbuch für die Bestimmung gängiger Gesteinstypen abgebildet ist, gleich außerirdischen Ursprungs sein? Die Krux mit manchen Meteoritenfans ist, dass sie zwar alle möglichen Typen extraterrestrischer Gesteine aus dem Effeff (und zwangsläufig oft nur von Bildern in Büchern her) kennen, aber unter Umständen wenig Erfahrung mit irdischen Gesteinen haben. Ich würde mich daher nicht allzu sehr auf die These des Bekannten versteifen. Es gilt, Fakten für die Benennung dieses Gesteins zu sammeln, und nicht, Indizien für eine außerirdische Herkunft hinein zu interpretieren.
Es ist kein Suevit und auch sonst keine Impaktbrekzie. Ein Fundort oder wenigstens ungefähre Region wird zwar nicht angegeben, aber wenn das Stück nicht gerade im Nördlinger Ries gefunden wurde, ist Impaktbrezie vom Suevit-Typ (Teilaufschmelzung) völlig ausgeschlossen. Schließlich ist für deren Bildung eine gewisse Impaktgröße nötig. Die für den Suevit (und andere Impaktschmelzbrekzien) typischen schwarzen Glasschlieren kann ich hier sowieso nicht erkennen.
Ich stimme Jürgen zu, der in der Grundmasse Einsprenglinge erkennt. Die sehen für mich nach Kristalloblasten (evtl. Feldspäte?) aus. Lunare Brekzie lassen wir mal getrost außen vor, erstens fällt die nicht so mir nichts, dir nichts in großen Brocken vom Himmel, und zweitens kommt sie nicht mit Kristalloblasten daher.
Die geringe mechanische Widerständigkeit lässt sich zwanglos z. B. durch Verwitterung oder Auslaugung unter hydrothermalem Einfluss erklären.
Bevor Du einen Meteoritenfachmann an einer Uni aufsuchst, würde es wahrscheinlich genügen, eine Großaufnahme von einer der Schnittflächen hier zu zeigen, um eine fundierte Benennung für dieses höchst irdische Gestein zu bekommen.
Gruß,
Rainer
PS: Wäre das eine Mondbrekzie, wärst Du jetzt mehrfacher Millionär und die abgeschnittenen Stücke hätten den Gegenwert eines recht mondänen Eigenheims (inkl. Porsche in der Garage) ;)
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