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Autor Thema: Lepidokrokit und Calcit aus dem Erzgebirge - aber woher ?  (Gelesen 6775 mal)

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Offline giantcrystal

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Nochmal ein Hallo

Auf der Börse in Wolfach konnte ich eine etwa 10 x 8 cm große alte Lepidokrokitstufe erwerben, die überaus reich mit hübsch rubinroten Lepidokrokitkristallen in einem eigenartigen Habitus besetzt ist : hexagonale Kristalle um 1 mm, die jeweils charakeristische kleine Türmchen von 2 bis 3 mm Höhe bilden. Überwachsen werden die Lepidokrokite teilwese von etwa 0,5 cm großen Calcitkristallen.

Sehr schöne Stufe, aber woher ? Der Händler meinte, sie sei sicher aus dem Erzgebirge, dort gäbe es eine bekannte Fundstelle dafür, aber der Name wäre ihm leider entfallen... :(

Weiß jemand Rat ?

Danke und Glück Auf

Thomas

Offline Walpurgin

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Hallo Thomas...
Wie immer das gleiche Spiel....Foto?
Aber nach deiner Beschreibung kommen nicht viele Fundorte dafür in Frage.
Handelt es sich wirklich um Calcit ?
Lepidokrokit mit Calcit ist bekannt von der Freiberger Himmelfahrt sowie den Bergbaugebiet um Schlema-Hartenstein(hier eher mit Dolomit).
Ähnliche Vorkommen gab es noch in Herold.

Offline giantcrystal

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Hallo, Danke für die Tipps

Ich bin immer so fotofaul  ::), ich weiß...

Der Calcit bildet typisch rhomboedrische, gelegentlich etwas getreppte Kristalle trübweisser Farbe, teilweise etwas rot überkrustet
(stärkererer Fe - Anteil in der jüngsten Wachstumsphase) - da bin ich ziemlich sicher, das es Calcit ist, vielleicht etwas ankeritisch

Ach ja : das ganze sitzt auf auskristallisierter Quarzmatrix, letztere liegt aber nur an einer Stelle frei

Glück Auf

Thomas

Offline smoeller

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Hallo Thomas,

Viele der mit "Lepidokrokit" beschrifteten Stücke sind leider lediglich Hämatit. Solcher Hämatit auf Dolomit und Quarz (Calcit ist dort auch nicht selten) ist von der Lagerstätte Schlema-Hartenstein gut bekannt, Tippe am ehesten auf diesen Bereich. Eine genauere FO-Angabe ist nicht möglich, da untertage umfangreiche Verbindungen zwischen den Schächten bestanden.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Günter Blaß

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Hallo Thomas,

da kann ich Sebastian nur voll bestätigen.

Ohne Analyse ist da oft nichts zu machen.

MfG und GA
Günter Blaß

Offline giantcrystal

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Hallöchen

angesichts der typischen Ausbildung der Kristalle kann eigentlich kein Zweifel bestehen, das es sich um Lepidokrokit handelt

Glück Auf

Thomas

Offline zinnwald

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Hallo,
es ist ein qualitätssprung eingetreten!
jetzt können wir schon mineralstufen ohne bildlicher unterstützung einorden/bestimmen u.ä.
freue mich schon wenn die bestimmung mittel telekinese geschieht.
Sorry für die Ironie!
Gruß
Bodo

Offline uwe

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Wo "Zinnwald" recht hat, hat er recht. Natürlich gibt es im Schlema/Hartensteiner Revier viel Hämatit. Aber eben auch Lepidokrokit, sogar in recht attraktiven Stufen. Schon mit Foto ist eine Bestimmung schwer - ohne Foto, nur an Hand einer verbalen Beschreibung - ist es Hellseherei.

Uwe


Offline geomueller

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Hallo Thomas,
genau solche Stufen wie du sie beschreibst wurden zum Tag des Bergmanns vor ca. 4 bis 5 Jahren von der Bergsicherung Schneeberg auf dem "Weißen Hirsch" angeboten. Die Stücke wurden damals bei untertägigen Sanierungsarbeiten in Schneeberg (Grube weis ich leider nicht mehr) gefunden. Vielleicht stammt dein Stück aus diesem Fund.
Foto wäre trotzdem noch hilfreich.

Gruß Jürgen

Offline giantcrystal

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Vielen Dank für die Antworten, besonders die hilfreichen  ::)

Also dann : hier auf vielfachen Wunsch ein Foto (Ihr habt ja recht, aber ich bin gerade etwas im Stress...)

Stufenbreite ca. 10 cm Stufenhöhe etwa 6 cm. Es scheint sich um eine ältere Stufe zu handeln, also nichts ganz Neues

Glück Auf

Thomas

Offline geomueller

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Re: Lepidokrokit und Calcit aus dem Erzgebirge - aber woher ?
« Antwort #10 am: 09 Aug 10, 20:42 »
Also die von mir erwähnten Schneeberger Stufen sahen ähnlich aus waren aber bei weitem nicht so reich besetzt. Bei deinem, übrigens sehr schönem Stück, würde ich auf Schlema-Alberoda tippen.

Jürgen

Offline giantcrystal

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Re: Lepidokrokit und Calcit aus dem Erzgebirge - aber woher ?
« Antwort #11 am: 09 Aug 10, 20:45 »
Und hier zur Vollständigkeit noch die Rückseite oder vielleicht auch Vorderseite, je nachdem - da ist aber deutlich mehr Calcit mit drauf (leider...)

Glück Auf

Thomas

P.S. Wie häufig sind eigentlich solche Stücke ? Habe bisher wissentlich keines davon gesehen...

Offline smoeller

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Re: Lepidokrokit und Calcit aus dem Erzgebirge - aber woher ?
« Antwort #12 am: 09 Aug 10, 21:30 »
Hallo,

Ich schließe mich Jürgen an. Schlema, wobei es durchaus auch möglich wäre, dass das Stück aus dem Bereich zwischen Schlema und Schneeberg stammt.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Schluchti

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Re: Lepidokrokit und Calcit aus dem Erzgebirge - aber woher ?
« Antwort #13 am: 09 Aug 10, 21:50 »
Meines Erachtens recht typisches Material für die Lagerstätte Schlema-Alberoda-Hartenstein.   

Bei dem Quarz dürfte es sich um Kammquarz der kku-Formation handeln. Paragenetische Begleiter des Lepidokrokit sind hier Calcit, und seltener auch Fluorit und Baryt. Funde sind unter anderem vom Gang "Union" auf der -945m Sohle bekannt (ein Exemplar befindet sich u.a. in der Lagerstättensammlung auf dem Gelände von Schacht 371). Auf der Halde von Schacht 371 ließen sich nicht selten durch Zerteilen von Gangstücken kleinere Lepidokrokit-Stufen auf Kammquarz finden. Dabei bildeten die Lepidokrokit-Kristalle (analysiert) kugelförmige Aggregate die direkt auf Quarzkristallen saßen. Zwischengestreut fanden sich vereinzelt gelbliche Dolomit-Kristalle. Das gezeigte schöne Stück könnte durchaus ein Untertagefund sein.     

Offline Fritzi

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Re: Lepidokrokit und Calcit aus dem Erzgebirge - aber woher ?
« Antwort #14 am: 10 Aug 10, 10:12 »
Hallo,

@ Thomas

Ich habe mir heute mein Stück mit den Angaben Lepidokrokit/Hämatit/Dolomit, Fundort: Schacht 366, Alberoda angeschaut.

Das Stück besteht aus einer drusigen Dolomitmatrix, die einerseits vollständig mit Hämatitrosetten ausgekleidet sind (zwischen Hämatit und Dolomit befindet sich noch eine Rubinglimmerschicht - wenn's denn überhaupt welcher ist), andererseit Drusen mit winzigen Dolomit-xx (auch Calcit), die unterschiedlich dicht mit Lepidokrokit besetzt sind.

Zitat
hexagonale Kristalle um 1 mm, die jeweils charakeristische kleine Türmchen von 2 bis 3 mm Höhe bilden.
Dieses Erscheinungsbild konnte ich bei meinem Stück nicht beobachten.

Also - mein Stück ist im Aussehen anders als Deines, muß natürlich nicht heißen, daß die Fundorte unterschiedlich sind.

Viele Grüße
Claudia


 

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