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Rhyolith vom Rehberg ...

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cmd.powell:
Hallo

Der "Reduktionshof" ist ein Bereich, in dem durch bestimmte chemische Bedingungen einige Elemente ihre Oxidationszahl ändern. Viele Elemente können in verschiedenen Oxidationszahlen vorkommen, bestes Beispiel ist hier das Eisen, welches zweiwertig (Fe2+) oder dreiwertig (Fe3+) sein kann. Fe2+ ist blassgrün und bildet besser wasserlösliche Verbindungen als Fe3+, welches rotbraun ist (Rost oder Limonit z.B.). Wenn die Oxidationszahl von Eisen von 3+ auf 2+ reduziert wird, entfärbt sich scheinbar das Mineral und so entsteht dann ein solcher Hof (eine Erhöhung der Oxidationszahl heißt "oxidation"). Begrenzt wird dieser durch die Reichweite der reduzierend wirkenden Lösung im Gestein.

P.S.: Mit bloßem Auge sichtbare Entfärbungshöfe durch radioaktive Strahlung gehören übrigens ins Reich der Legenden, da die Ionisierenden Strahlen nur wenige µm Reichweite in fester Materie haben - die kommt ja schon in der Luft nicht sonderlich weit. Mit dem Mikroskop lassen sich solche Entfärbungshöfe jedoch in vielen Mineralen beobachten - aber eben nur mit dem Mikroskop. Alle makroskopischen Erscheinungen, auch um radioaktive Minerale, gehen auf chemische Prozesse (Reduktion oder Oxidation) zurück.

berthold:
Hallo,

in dem Beispiel sehe ich aber nach wie vor keinen Reduktionshof. Die dunklen Bestandteile des Gesteins (Biotit ?) sind ja nicht entfärbt (sondern in der Kugel einfach nicht vorhanden). Mittels Dünnschliff könnte man die Sache sicher klären. 

@ cmd.powell: "die Ionisierenden Strahlen nur wenige µm Reichweite in fester Materie haben" Soweit Du nur die alpha-Strahlung betrachtest ist das richtig. Jedoch kann auch gamma-Strahlung farbverändernde Wirkung (z.B. Fehlstellen aktivieren) auf Mineralien haben.

Gruß
Berthold

cmd.powell:
@Berthold

Es ist richtig, das auch die gamma-Strahlung färbt/aktiviert. Aber die gamma-Strahlung sollte keinen so scharfen Rand hinterlassen, da sie sicherlich nicht exakt zwei-Zentimeter weit kommt. Hier sollte also ein eher difuser, weitläufiger Hof entstehen, der mit der quadratischen Regel des Abstands übereinstimmt. Die typischen "Strahlungshöfe" in z.B. Glimmern sind teilweise so scharf, das man anhand der Entfernung zum Ursprungsort (im Falle der Glimmer meist Zirkon) sogar aussagen über das Element aus der Zerfallsreihe treffen kann, welches die Strahlung emittiert hat (siehe z.B. "Lehrbuch der Mineralogie" von Prof. Rößler, Seite 135).

berthold:
Hallo Markus,


--- Zitat ---Aber die gamma-Strahlung sollte keinen so scharfen Rand hinterlassen, da sie sicherlich nicht exakt zwei-Zentimeter weit kommt.
--- Ende Zitat ---

richtig. Ich sage zur der Bildung ja nach wir vor Xenolith.


--- Zitat ---... sogar aussagen über das Element aus der Zerfallsreihe treffen kann, welches die Strahlung emittiert hat (siehe z.B. "Lehrbuch der Mineralogie" von Prof. Rößler, Seite 135).
--- Ende Zitat ---
auch richtig, da hättest Du auch mich zitieren können  ;D: WEBER, B. (2010) Halos und weitere radioaktive Erscheinungen im Wölsendorfer Fluorit. Der Aufschluss 61: (Heft 2, März-April 2010), S. 107-118. Darin habe ich einen Vergleich von (in Fluorit-Dünnschliffen) gemessenen mit berechneten alpha-Reichweiten in CaF2 für alle Isotope der U238-Reihe gegeben.

Gruß
Berthold

Erik:
Hallo,

ich kenne den Rhyolith aus Sailauf ziemlich gut und behaupte auch, dass das Reduktionshöfe sind. Biotit ist in dem Gestein nur sehr untergeordnet vertreten. Die dunklen länglichen Bestandteile sind einfach durch Hämatit gefärbte schlierige (= Fluidalgefüge), glasige Matrixpartien. Der vorhandene Biotit, den ich auf den Bildern aber nicht sehe, existiert auch in diesen entfärbten Bereichen - allerdings ist er dort (wie die Matrix) auch völlig ausgebleicht und nur dann zu erkennen, wenn man auf die Spaltflächen blickt.

@ Achim - hast Du das 2. Bild in der Originalversion da?

Gruß, Erik

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