https://www.lithomania.deDie 60. Rhein-Neckar-Mineralienbörsehttps://fossilsworldwide.de/

Autor Thema: Kugelpyrit Aachen  (Gelesen 24902 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Sebastianit

  • ***
  • Beiträge: 72
Re: Kugelpyrit Aachen
« Antwort #45 am: 04 Nov 10, 22:47 »
Es wurde hier u.a. auch über die Haltbarkeit der Pyrit-Kugeln gemutmaßt. Nun ich habe so ein Objekt in meiner Sammlung. Gekauft habe ich es im Januar 2010. Und vor einigen Wochen musste ich mit erschrecken feststellen, dass nun die eine Kugel zu "schimmeln" anfängt. Es sind zwei Kugeln in Braunkohle. Die eine sieht noch ganz frisch aus und die andere bereitet mir zur Zeit schlimme Alpträume....

Offline Stefan

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 11.327
  • Kleine Funde, große Geschichten
    • Mineralienatlas - Fossilienatlas
Re: Kugelpyrit Aachen
« Antwort #46 am: 04 Nov 10, 23:05 »
Hallo Sebastian,

auch ich habe seit 2007 so einen Kugelpyrit in meiner Sammlung, bisher hält er sich aber stabil. Ich habe ihn allerdings auch in einer luftdichten Plastiktüte gelagert.

Besten Gruß
Stefan

Offline doe

  • inaktiver User
  • ***
  • Beiträge: 416
Re: Kugelpyrit Aachen
« Antwort #47 am: 05 Nov 10, 00:25 »
Hallo Sammler,
ich hab da mal eine ganz gehässige Frage : Seid Ihr sicher,daß frischer,goldfarbener Pyrit unter Sammlungsverhältnissen zerfällt ? Meine Pyrite sind nach nachweislich 47 Jahren stabil und frisch wie am Tag der Bergung und das ohne besondere Vorkehrungen.Dagegen haben alle grünlich silbernen Markasite bzw Markasit/Pyritknollen,meist unter 10 Jahren Dauer das zeitliche gesegnet.(und das trotz Backen im Herd,in Folie einschweißen,ölen,lackieren,usw.) Irgendwie hab ich die Vermutung,daß der Markasit Ursache des Übels ist und wegen der schlechten Unterscheidbarkeit,besonders bei Gemischen,der Pyrit mit verleumdet wird ?
Gruß Günter

Offline Embarak

  • ******
  • Beiträge: 1.474
    • Mineralienbilder
Re: Kugelpyrit Aachen
« Antwort #48 am: 05 Nov 10, 09:40 »
Hallo,
Im "Beobachtungszeitraum" von mindestens 30 Jahren sind bei mir Pyrite zum größten Teil unverändert.
Bei 2 größeren alten Elba-Pyriten habe ich Risse zwischen den einzelnen Pentagondodekaedern entdeckt,
sodaß diese Stücke auseinanderzufallen drohen.
Ich habe auch ältere Markasite,die unverändert geblieben sind.
Phänomenal dagegen eine alte Markasitknolle,die immer wieder aufblüht.
Ich weiß nicht mehr,wie oft ich das Stück schon gereinigt habe.  >:(
Der alte Sammlungszettel darunter ist anfangs braun geworden und hat sich inzwischen komplett aufgelöst.
Ich nehme an,daß die unterschiedlichen Reaktivität auch fundortabhängig ist.
Gruß
Norbert

Offline triassammler

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.197
Re: Kugelpyrit Aachen
« Antwort #49 am: 05 Nov 10, 10:25 »
Hallo Günter,

stimmt, es ist der Markasit, der "böse" ist, nicht der Pyrit.
Und wie Norbert richtig vermutet, ist das auch noch fundortabhängig. Wobei organische Bestandteile der Matrix (Kohle, Kerogen) den Zerfall stark beschleunigen können. Ich nehme bspw. in der Regel keine verkiesten Hölzer aus dem Gelände mehr mit, wenn sie Kohlereste enthalten, da sich die Haltbarkeit nach der Bergung ohne Behandlung dann eher in Tagen bemisst. Als Ursache kann man hier Befall mit sulfidzerstörenden Bakterien vermuten, die bei der enorm hohen Oberfläche des Materials in großer Zahl vorkommen und auch kaum auszumerzen sind.

Zur Vertiefung: http://www.steinkern.de/index.php?option=com_content&task=view&id=761&Itemid=34

Mit der beschriebenen Methode habe ich erfreuliche Erfahrungen gerade bei verkiesten Hölzern gemacht: Zwei so behandelte Stücke sind seit ca. 1/2 Jahr stabil, während alle unbehandelten Vergleichsstücke vom selben Fundort nur wenige Wochen nach der Bergung bereits fortgeschrittene Ausblühungserscheinungen zeigten.
Könnte also eine Option für Pyrite in kohliger Matrix sein.

Gruß,
Rainer

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center