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Autor Thema: Wer hat Erfahrungen mit Wasserglas zur Konservierung  (Gelesen 17704 mal)

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Offline strahler1975

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Habe im Sommer einige Versuche mit Natronwasserglas zur Stabilisierung von bröseliger Matrix gemacht.
Hat ganz gut funktioniert und ich konnte keine groben Veränderungen an den Mineralien erkennen.
.....aber wie schaut das bei kleineren Mineralien unterm Mikro aus ?
Bildet das Wasserglas evtl. kleine Kristalle oder verhält es sich völlig neutral?
Gelten die Stücke dann als verfälscht? - oder ist diese Methode legitim?

Wer hat Erfahrungen oder eine Meinung dazu

Grüsse Frank
und danke im voraus....

Offline Krizu

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Re: Wer hat Erfahrungen mit Wasserglas zur Konservierung
« Antwort #1 am: 02 Jan 11, 11:47 »
Hallo,

Wasserglas ist in Natronlauge gelöster Quarz. Beim Absenken des pH-Wertes fällt amorphes SiO2 aus. Die Form, Art und Weise hängt von der Temperatur und der pH-Wertführung und den beteiligten Ionen ab. Was aber auf jeden Fall entsteht ist ein zusätzliches Salz, das wegen des amorphen Charakters der Hülle nur langsam frei wird.

Zumindest der Glanz sollte sich ändern (bei Nanaoteilchen deutlich messbar) und eine neue Kristallart, dass Salz, entsteht.

MfG

Frank
(hoffentlich im richtigen Film - sonst gebe doch bitte einige Infos mehr zur Behandlung)

Offline fassi

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Re: Wer hat Erfahrungen mit Wasserglas zur Konservierung
« Antwort #2 am: 02 Jan 11, 13:54 »
Wie verhält sich das Natronwasserglas eigentlich mit Stark saugenden Untergründen ?

Also ich denke da z.B. an Sehr weiches Material wie Porphyr oder sandstein
Saugt der Porphyr das wasserglas auf und kann man somit diesen Stabilisieren oder Härten??

Offline cmd.powell

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Re: Wer hat Erfahrungen mit Wasserglas zur Konservierung
« Antwort #3 am: 02 Jan 11, 17:24 »
Hallo

Da "Wasserglas" doch recht stark alkalisch ist, hätte ich da einige Bedenken, damit irgendeine Matrix zu stabilisieren. Zudem könnte es zu unvorhersehbaren Fällungsreaktionen kommen. Mein Tipp: Ponal:Wasser 1:3, funzt wunderbar und ist längere Zeit auch noch abwaschbar (falls Kristall o.ä. ausversehen benetzt worden sein sollten). Damit habe ich meine ganzen Lengenbachstücke "dosbar" gemacht. Logischerweise nimmt man den wasserlößlichen Ponal. Allerdings hat sich die Ponal/Wassermischung als nicht lagerfähig herausgestellt (kurzfristig geht, also ein paar Tage bis Wochen), so das man immer frisch anrühren sollte.

Offline fassi

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Re: Wer hat Erfahrungen mit Wasserglas zur Konservierung
« Antwort #4 am: 02 Jan 11, 18:39 »
Ich nochmal - Ici möchte damit den Porphyrmantel von achaten  sozusagen verfestigen
brauch also eine Flüssigkeit die richtig gut eindringt -
und verfestigt  so das ich ne schleif und polierbare Fläche habe .-

Epoxidharz oder Ähnliche Produckte dringen nicht ein -

Offline triassammler

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Re: Wer hat Erfahrungen mit Wasserglas zur Konservierung
« Antwort #5 am: 03 Jan 11, 00:07 »
Hallo Fassi,

erwärmtes Araldit (ein 2-Komponenten-Epoxyharz) ist flüssiger als Wasser und dringt wunderbar in Matrix ein, damit werden normalerweise Proben für Dünnschliffe getränkt, um sie zu festigen. Das ganze in einem Becherglas im Ultraschallbad, da dringt es noch besser ein und ist eine praktikable Alternative zur Vakuumbehandlung. Die Komponenten und das nicht ausgehärtete Harz sind aber giftig, bei der Arbeit sind entsprechende Vorsichtsmaßnahmen gegen Hautkontakt und Inkorporation zu treffen.

Mit dem Ponal-Tipp funktioniert es nicht: Ponal ist ein Holzleim und damit auf eine gewisse Plastizität auch im abgebundenen Zustand ausgelegt, da in der Regel auch das damit geklebte Holz stets etwas "arbeitet". Taugt wunderbar zur reversiblen Fixierung von bröseliger Matrix, hält aber keinerlei mechanischer Belastung stand. Außerdem fällt der Leim durch den kapillaren Aufstieg des Wassers beim Verdunsten bevorzugt auf der Oberfläche des Steins aus und hält größere Stücke nicht im Inneren zusammen.

Gruß,
Rainer

Offline cmd.powell

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Re: Wer hat Erfahrungen mit Wasserglas zur Konservierung
« Antwort #6 am: 03 Jan 11, 01:05 »
@fassi: Zum Schleifen kannst Du Ponal natürlich knicken, das taugt nur zum allgemeinen Stabilisieren. Wie triassammler schon schreibt, sollte hier ein niedrigviskoses Epoxyharz die richtige Wahl sein. Ich hab selber einige Anschliffe mit Epoxydharz von Conrad getränkt und die Krich- und Fließfähigkeit von dem Zeug ist nicht zu unterschätzen. Beim Anrühren denkt man noch an dünnen Honig, aber alles was etwas porös ist erscheint nach dem Tränken und ein paar Minuten Wartezeit fast trocken. In einem Fall ist mir das Zeug sogar durch die Stufe gesickert - ok, das war auch extrem poröser Sandstein von Helgoland...

Offline fassi

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Re: Wer hat Erfahrungen mit Wasserglas zur Konservierung
« Antwort #7 am: 03 Jan 11, 07:17 »
Danke für diese Tipps - Ich hab da wohl doch den Falschen Epoxi benutzt
Kan mir den Fehler schon denken - ich hab welchen mit ne kurzen Topfzeit
also besser ist einer der Länger verarbeitbar ist und somit länger dünnflüssig bleibt .

Ok - der nächste versuch startet-

Glück auf fassi

Offline triassammler

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Re: Wer hat Erfahrungen mit Wasserglas zur Konservierung
« Antwort #8 am: 03 Jan 11, 11:37 »
Hallo Fassi,

nochmal zum Epoxy: Viele Epoxyharze werden beim Erwärmen oder kurz vor dem Abbinden (durch exotherme Reaktion) deutlich dünnflüssiger als im Normalzustand; für das Tränken kann es also hilfreich sein, das fertig gemischte Harz vor der Anwendung anzuwärmen, um die Viskosität noch weiter zu senken (natürlich im Rahmen der Produktspezifikationen, die in der Regel die Temperatur für die kürzeste Aushärtezeit angeben - diese sollte man nicht überschreiten).

Gruß,
Rainer

Offline jürgen lange

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Re: Wer hat Erfahrungen mit Wasserglas zur Konservierung
« Antwort #9 am: 03 Jan 11, 18:49 »
Hallo zusammen, ich benutzte Ponal und Wasserglas zum Stabilisieren von Dolomit-Matrix, die aber von den XX eine gewisse Entfernung im cm-Bereich hat (Lengenbach..). Es müsste auch Polyvinylalkohol gehen, der im Haarspray enthalten ist. Der bringt vielleicht etwas Glanz auf die Stücke... Google mal unter Jean Pütz - es gab in den 80-er Jahren im WDR-Fernsehen so eine Sendereihe. Wirtschaftlich wurde das von der Firma Spinnrad verwertet - weiß aber nicht, ob die noch existiert.

Der Dolomit vom Lengenbach wird durch Festigen so hart, dass er gesägt, gebohrt, geschliffen werden kann. Stücke gibt es in Binn/Schweiz auf der Börse zu sehen. Was der Kollege benutzt, weiss ich nicht. Es scheint ein Vakuum-Verfahren zu sein.

Gruß und Glück auf Jürgen

Offline fassi

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Re: Wer hat Erfahrungen mit Wasserglas zur Konservierung
« Antwort #10 am: 03 Jan 11, 19:07 »
Das epoxi über den Richtwert zu erhitzen  verkürzt die Topfzeit - also schneller hart

Ich hab immer die Achate im Backofen  vorgewärmt - da sollte man wohl besser auch diesen Temperatur richtwert nicht überschreiten...
Wenn die steine 150 grad haben kann der Harz also auch nicht eindringen weil er zu schnell hart wird
also - langsam kommen wir dahinter.-


Offline triassammler

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Re: Wer hat Erfahrungen mit Wasserglas zur Konservierung
« Antwort #11 am: 03 Jan 11, 23:05 »
Hallo Fassi,

150° C sind tatsächlich etwas viel... 50-70° C sind recht brauchbar. Das Anwärmen der Achate ist aber jeden Fall eine gute Idee.
Du musst es eben irgendwie bewerkstelligen, dass das Harz Zeit genug hat, alle Poren zu erfüllen, und dies trotz Oberflächenspannung. Eine durch und durch getränkte Probe kann ganz ok aussehen trotz der Mengen an Kunstharz, aber nichts ist unangenehmer, als harzlose Bereiche und Blasen zu haben, bei denen dann auch die Farbe anders aussieht. Idealerweise presst man das Harz durch vorhergehendes Evakuieren der Probe in das Material, aber auch mit Ultraschall lässt sich die meiste Luft aus den Poren rütteln und erlaubt dem Harz so das Eindringen.
Und ggf. muss das ganze mehrfach wiederholt werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Und ganz wichtig: Die Probe muss vollständig in einem Harz-Überschuss liegen, um richtig getränkt zu werden. Das Material muss kontinuierlich so viel Harz aufsaugen können, wie es braucht.

Gruß,
Rainer

Offline cmd.powell

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Re: Wer hat Erfahrungen mit Wasserglas zur Konservierung
« Antwort #12 am: 06 Jan 11, 03:03 »
Man kann bei vielen Zweikomponenten-Harzen die Aushärtzeit auch über das Mischungsverhältniss variieren. Wenn man also bei erhöhten Temperaturen arbeiten will/muß, kann man etwas weniger Härter zugeben und somit die Verkürzung der Härtezeit etwas kompensieren.

Was die Viskosität von Epoxydharz betrifft, so habe ich bisher immer nur die Erfahrung gemacht, das er umso zähflüssiger wird, je länger er härten kann - ist ja auch irgendwie logisch, Kettenlänge nimmt durch Vernetzung zu. Das er kurz vor dem Erhärten nochmal dünnflüssig wird, hab ich noch nicht beobachtet, auch wenn sich das Gemisch merklich erwärmt hatte. Wenn sich das Gemisch merklich erwärmt hatte, hat dies jedoch immer die Aushärtzeit deutlich verkürzt.

Offline Krizu

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Re: Wer hat Erfahrungen mit Wasserglas zur Konservierung
« Antwort #13 am: 06 Jan 11, 10:28 »
Hallo,

es gibt verschiedene Hästersysteme: Ein Teil reagiert radikalisch (basische Peroxide?!) - ein Teil polymerisiert über die einfachen Reaktionen der funktionellen Grrppen. Beim ersten - da brauchst du wie beim Autospachtel nur relativ wenig Härter - funktioniert das nicht.

Beim zweiten ja, dass erkennt man an den lange klebrigen Mischungen, wenn nicht richtig gerührt wurde.

Es gibt für die Temperatur einen einfachen Test: Den Binder langsam erwärmen. Irgendwann fängt der fast schlagartig an zu fliessen. Bei Uhu-Endfest waren das ca 35°C. Das ist die richtige Temperatur dann. Beides getrennt erwärmen und dann warm verrrühren.

Just my 2cts.

MfG

Frank
« Letzte Änderung: 06 Jan 11, 12:43 von Krizu »

Offline triassammler

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Re: Wer hat Erfahrungen mit Wasserglas zur Konservierung
« Antwort #14 am: 06 Jan 11, 12:32 »
Was die Viskosität von Epoxydharz betrifft, so habe ich bisher immer nur die Erfahrung gemacht, das er umso zähflüssiger wird, je länger er härten kann - ist ja auch irgendwie logisch, Kettenlänge nimmt durch Vernetzung zu.

Allerdings kann auch die Temperatur die Bindungsfähigkeit und damit das Ausmaß der Vernetzung beeinflussen, nicht nur der Zeitfaktor. Für den von Frank erwähnten Uhu Endfest-Epoxydharzkleber werden vom Hersteller bspw. folgende Werte für Aushärtezeit und Festigkeit in Abhängigkeit von der Temperatur angegeben:

20 °C: Aushärtezeit 12 Stunden, Endfestigkeit 1200 N/Quadratzentimeter
...
180 °C: Aushärtezeit 5 Minuten, Enfestigkeit 3000 N/Quadratzentimeter

Gruß,
Rainer



 

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