Zum Rosten braucht es erst einmal Sauerstoff und Wasser (die normale Luftfeuchtigkeit reicht), das ist trivial und allgemein bekannt. Aber es kommt noch ein Punkt hinzu, und der stellt das Hauptproblem dar: Chlor. Das Chlor kann aus dem umgebenden Boden aufgenommen werden. Durch Reaktion mit Eisen aus dem metallischen Eisen und Troilit entstehen dann hygroskopische Eisenchloride, und die sind für das Nässen verantwortlich. Dabei ist es erst einmal unerheblich, ob es sich um einen Eisenmeteoriten, Stein-Eisen-Meteoriten oder Steinmeteoriten handelt (solange Eisen oder Troilit vorhanden ist). Zunächst bildet sich Eisen(II)-Chlorid (grüner Lawrencit). Das zweiwertige Eisen kann weiter oxidieren, dann entstehen Eisen(III)-Chlorid (gelblicher bis brauner Molysit) und Eisenhydroxide. Bei der Bildung von Eisenhydroxid wird wieder Chlorid frei und führt zu weiterer Zersetzung. Oft wird auch das Eisen(II) gleich in der Lösung zum Eisen(III) oxidiert, so dass Lawrencit nicht immer zu beobachten ist.
Es gibt Eisenmeteorite, die sind recht stabil, z.B. Gibeon oder Sikhote Alin, und es gibt welche, die sind sehr rostanfällig, z.B. Morasko oder Dronino. Auch ein hoher Nickelgehalt, wie im Fall bei Dronino, schützt hier nicht.
Stein-Eisen-Meteorite, also Pallasite oder Mesosiderite, enthalten üblicherweise nur wenig Troilit, siehe z.B. hier:
http://tw.strahlen.org/fotoatlas1/meteorite_steineisen.htmlAber auch hier gibt es welche, die sehr leicht rosten (z.B. Brahin oder Brenham) und andere, die sehr stabil sind.
Prinzipiell hängt die Rostanfälligkeit auch noch von dem konkreten Stück, der Präparation und den Aufbewahrungsbedingungen ab.
Eine Lackierung kann schützen, nur muss der Lack durchgehend sein und darf keine Beschädigungen aufweisen. Ansonsten kann doch Feuchtigkeit unter den Lack gelangen und den Zerfall sogar noch beschleunigen. Die Stücke auf Börsen sind meist unlackiert, da viele Sammler eine Lackierung aus ästhetischen Gründen ablehnen.
Problematische Stücke kann man auch mit Öl behandeln, ich habe gute Erfahrungen mit Silikonöl gemacht.
Ansonsten sollte man die Stücken in verschlossenen Dosen (z.B. mit Klebestreifen zugeklebt) über Silikagel aufbewahren, aber nicht im direkten Kontakt mit dem Gel. Von Zeit zu Zeit sollte man das Gel mal wechseln.
Glück Auf
Thomas