Hallo Damian,
ich habe Geologie mit den Schwerpunkten Sedimentologie und Paläontologie studiert. Wenn man sich die dafür ausgeschriebenen Stellen, die vor allem im universitären oder musealen Bereich angesiedelt sind, anschaut, wird einem klar, dass man davon nicht leben kann. Halbtagesstellen oder stets auf 1-2 Jahre befristete Stellen (und man möge bitteschön mindestens promoviert sein) mit Nettogehältern um 1000,- sind nicht gerade ein Ausweis dafür, dass Bildung geschätzt würde.
Da ich mich mit vielen Dingen beschäftige, fiel es mir nach erfolgreichem Studienabschluss nicht schwer, mich gänzlich anders zu orientieren, hin zu einem Brotberuf.
Wie ich jedem voller Überzeugung sage, der Geologie/Paläontologie/Mineralogie ernsthaft als Studienfach erwägt: Mach es! Man lernt faszinierende Inhalte, bekommt ein breites naturwissenschaftliches Basiswissen und erlebt auf Exkursionen so manche Herausforderungen und Abenteuer, für die Manager in speziellen Motivations-Seminaren tief in die Tasche greifen müssen

Das im Studium erworbene analytische Denken wird in vielen Bereichen der Wirtschaft geschätzt. ABER (mit Absicht groß geschrieben): Man sollte
unbedingt einen Plan B haben für den Fall, dass es nach dem Abschluss nicht mit einem angemessenen Job in der Fachrichtung klappt. Und gerade mit reiner Paläontologie ist kaum etwas anzufangen.
Und wie ich außerdem immer zu sagen pflege:
1. Man sollte wissen, was man später vom Leben will. Wer einigermaßen wohlhabend werden will, früh Kinder haben und seiner Familie etwas bieten will, der sollte lieber ein anderes Studium anstreben, das einem verdienstreichere Berufsmöglichkeiten eröffnet.
2. Wer sein Hobby zum Beruf macht, braucht für die Freizeit eine Hobby-Alternative. Egal wie groß die Begeisterung für Steine ist, nach 40 Wochenstunden beruflicher Beschäftigung damit will man sich in seiner Freizeit meist nicht mehr damit auseinander setzen

Gruß,
Rainer