Roland, ich geb Dir zunächst vollkommen Recht, dass die beiden gezeigten Achate keine des hier diskutierten Typus sind. Das sind ganz normale Pseudomorphosen, die in Quarz oder Achat/Kascholong eingeschlossen sind. In beiden Fällen waren die umgewandelten Kristalle eindeutig vor dem Quarz/Achat da.
Wir diskutieren hier ja den umgekehrten Fall.
Leider reichen meine Kentnisse nicht aus um ein wissenschaftlich haltbares Statement abzugeben, aber ein paar Beobachtungen und vorsichtige, laienhafte Schlußfolgerungen erlaube ich mir zu äußern.
Durch die Schleiferei werden ich insbesondere bei Achaten aus dem Juchen öfter mit dem " Problem" Calcit konfrontiert.
Calcit findet sich im Zusammenspiel mit Achat/Kascholong recht häufig. Sowohl als Hohlraumfüllung in Quarzdrusen, die nach dem weglösen des Calcites gut ausgebildete Quarzkristalle zeigen, als auch als "Störung" im Achat oder Quarz, wobei nach dem weglösen unförmige, willkürlich scheinende Hohlräume bleiben.
Weiter findet man Calcit als Verkittungsmaterial in Rissen und Sprüngen.
Davon ab sind Achate nicht selten, deren Bänderung abwechselnd aus Achat und Kascholong bestehen.
Das ist m.M. nach der Ansatzpunkt für die hier diskutierten Pseudomorphosen.
Ich führe das auf eine unliebsame Beobachtung beim aussäuern einer Calcitfüllung in einem Achat zurück.
Nach dem Sägen zeigte sich ein schönes Bild mit abwechselnden Lagen aus Achat und Kascholong, sowie einer kleinen Amethystdruse, die mit unschönem Calcit vollständig ausgekleidet war. Beide Hälften habe ich in schwache Salzsäure gelegt, um die Hohlraumfüllung zu entfernen. Am nächsten Tag gab es die unschöne Feststellung, dass nicht nur der Hohlraum freigeätzt war, sondern auch die " Kascholong-Lagen" im Achat überwiegend weggeätzt wurden. Es war also kein Kascholong, sondern die weicheren Lagen bestanden eindeutig aus Calcit. Sozusagen eine unvollständige Pseudomorphose von Calcit nach Achat.
Man könnte also auf den Gedanken kommen, dass diese Pseudomorphosen lagenweise entstehen. Ich phantasiere mal, dass es in Achaten Lagen mit stark unterschiedlicher Dichte gibt, die sich in Kascholong umwandeln, und dieser dann letztlich durch Calcit verdrängt bzw. ersetzt werden. In Abhängigkeit von der Schnelligkeit der Verdrängung und/oder der Dicke/Dichte der einzelnen Lagen, könnte ich mir Vorstellen dass dabei der Effekt eines Einkristalls entsteht.
Es würde jedenfalls die beibehaltung der Bänderung logisch erklären.
Auf die Frage, wie denn der Calcit durch die noch stabilen Achatlagen in die Kascholonglagen kommt, könnte man mit dem Hinweis auf die Ausflusskanäle antworten, die ja Kontakt zu den einzelnen Lagen herstellen.