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Autor Thema: Calcitachat  (Gelesen 25756 mal)

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Offline Mineralroli

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Re: Calcitachat
« Antwort #15 am: 05 Feb 11, 20:17 »
Hallo Jens
Na ja, bei bestimmten Fundstellen, und da ist der Juchem wohl Spitze, sind Calciteinlagerungen sehr sehr häufig.
Oftmal ist es so das der Calcit nicht nur innerhalb der Mandel oder Geode vorhanden ist sondern auch eine dünne äußere Hülle um die Geode gebildet hat.
Daher ist es beim ätzen eines Achats immer so eine Art Gratwanderung.
Siehe mal auch hier:
Deutschland/Rheinland-Pfalz/Südliche Weinstraße, Landkreis/Waldhambach/Steinbruch Kuhn
Calcitachat

eine durch ätzen freigelegte Amethystdruse im Melaphyr. Wie man unschwer erkennen kann hat sich auch die Mandel vom
umgebenen Malaphyr-Mandelstein gelöst. Eine unschöne und nur durch Vorbehandlung vermeidbare Erscheinung.
Beste Grüße
Roland

Anmerkung:
als "Lückenbüßer" ist es eine Pseudomorphose im eigentlichen Sinn natürlich nicht weil, wie ich schon geschrieben habe, eine Verdrängung bzw. Umwandlung nicht erfolgt ist.
Zitat
Achat diffundiert auch nicht einfach in Calcit hinein!
einfach sicherlich nicht, aber ich würde es in keinem Fall ausschließen, da der Calcit sehr anfällig gegen andere Substanzen ist und Calcit ist nicht gleich Calcit da die Erscheinungsformen oftmals recht unterschiedlich sind.
« Letzte Änderung: 05 Feb 11, 20:25 von Mineralroli »

Offline Jochen1Knochen

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Re: Calcitachat
« Antwort #16 am: 05 Feb 11, 20:25 »
Hallo !
Daran siehst du doch,daß eine lagenförmige Abscheidung der Minerale erfolgt und keine Umwandlung (Pseudomorphose).
Das Foto aus dem Lapis,welches du als Beispiel angeführt hast,ist mit Sicherheit auch nichts gravierend anderes.Erklärung dazu habe ich ja bereits geschrieben.
Gruß Jens

Offline Mineralroli

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Re: Calcitachat
« Antwort #17 am: 05 Feb 11, 20:35 »
Hallo Jens
Ich glaube da hast Du jetzt was verkannt.
Zitat
Daran siehst du doch,daß eine lagenförmige Abscheidung der Minerale erfolgt und keine Umwandlung (Pseudomorphose).
Der Calcit wird sich nicht lagenförmig abscheiden und schon gar nicht wie eine Achat-Bänderformationen .
In den Beispielbild (LAPIS) sind deutlich Sphärolithen - die Bausteine des Achats erkennbar und diese kann ein Calcit nicht erzeugen, er kann sich aber an
vorgegeben Strukturen orientieren. Es sind ja auch SiO2 Partikel in machen Calcitachaten die sich farblich noch hervorheben.
Oder habe ich dich jetzt falsch verstanden?

Beste Grüße
Roland
« Letzte Änderung: 05 Feb 11, 22:33 von Mineralroli »

Offline Jochen1Knochen

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Re: Calcitachat
« Antwort #18 am: 05 Feb 11, 20:50 »
Hallo Roland!
Hätte ich statt lagenförmig eventuell schichtweise schreiben sollen?
Kommt ja auch auf die einzelnen Lagen selbst an,-wie dick sind diese-wie groß sind die Kristallstrukturen-grobkristalline oder feinkristalline Lagen-Einlagerungen in die jeweilige Kristallschicht....
Lies doch bitte nochmals meine Erklärung von heute morgen.
Gruß Jens

Offline aca

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Re: Calcitachat
« Antwort #19 am: 06 Feb 11, 01:10 »
Wo sind Bild 1 und Bild 2 geblieben?

Offline Mineralroli

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Re: Calcitachat
« Antwort #20 am: 06 Feb 11, 09:50 »
Hallo
@aca
Zitat
Bild auf wunsch des Autors entfernt - der Admin
@Jochen1Knochen
Zitat
Da die Lagen im Achat eher der Bildungsweise von Aragonit entsprechen und nach dem angegebenen Link von Heli an der Fundstelle Aragonit vorkommt,ist natürlich auch eine Pseudomorphose von Aragonit nach Calcit vorstellbar.
Aragonit geht bei Anwesenheit eines Lösungsmittels langsam monotrop in Kalkspat über.Bei Temperaturerhöhung auf 400 Grad Celcius vollzieht sich dieser Übergang schnell.
Das der Aragonit teilweise achatartige Strukturen aufbauen kann dem stimme ich zu weil ich ähnliche Beobachtungen (zuletzt bei einem aufgeschnittenen und geschliffenen Ammoniten aus Madagaskar) gemacht habe.
Zitat
Aragonit nach Calcit
das würde das LAPIS-Bild nicht erklären weil es typische Spaltrhomboeder vom Calcit zeigt.
Welches Lösungsmittel sollte es sein und woher kommen die SiO2-Partikel?
Ich glaube die Sache ist etwas komplexer als das man diese in eins-zwei Sätzen erklären kann.

Beste Grüße
Roland

Offline Jochen1Knochen

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Re: Calcitachat
« Antwort #21 am: 06 Feb 11, 13:00 »
Hallo!
Sollte eigentlich Calcit nach Aragonit heißen!(Tschuldigung!)
Lösungsmittel weiß ich nicht.
SiO2 Partikel könnten Kristallkeime sein.Nur war eben keine sättigende Lösung mehr da,um eine komplette Achatlage auszubilden.
Gruß Jens

Offline Mineralroli

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Re: Calcitachat
« Antwort #22 am: 06 Feb 11, 13:57 »
Hallo
Es ist schon erstaunlich wie wenige sich hierzu äußern (ist ja fast ein Dialog).
Gibt es denn so wenige die hier fachlich involviert sind?
Ok, zeigen wir weiter Bildchen und fagen welcher Stein ist das.

Beste Grüße
Roland
« Letzte Änderung: 06 Feb 11, 15:50 von Mineralroli »

Offline Fritzi

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Re: Calcitachat
« Antwort #23 am: 06 Feb 11, 14:38 »
Hallo,

was schreibt denn der Herr Landmesser in seinem Werk "Calcitachat: Zur Deutung eines verblüffenden mineralogischen Phänomens."

Wer kennt das Werk und kann dazu etwas schreiben? Oder sind die Deutungsversuche längst wieder verworfen worden?

BG
Fritzi

Offline Mineralroli

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Re: Calcitachat
« Antwort #24 am: 06 Feb 11, 15:49 »
Hallo Fritzi
M. Landmesser schreibt in der Extra-LAPIS folgendes:
Zitat
.....Achate können als sedimentpetrologische Modellsysteme genutzt werden. Als Beispiel sei das verblüffende Phänomen der Calcitachate genannt. Dies sind Bildungen, bei denen SiO2 <---> CaCO3 Verdrängunsprzesse so abgelaufen sind, daß die Mandel schließlich im Extremfall mit einem einzigen Calcit-Einkristall gefüllt ist, der aber durch eingelagerte SiO2-Teilchen eine deutliche Achatstruktur aufweist (siehe Bild). Die gegenseitige Verdrängung von CaCO3 und SiO2 ist ein sedimentpetrologisch sehr wichtiges Thema.
Mehr steht dazu nicht. Ich bin mir aber sicher irgendwo in jüngster Zeit einen weiteren Beitrag zu diesem Thema gelesen zu haben. Leider weiß ich jetzt nicht wo. Jetzt meine ganze Literatur zu durchwelzen fehlt mir die Zeit aber von M. Landmesser war der Artikel, der auch nur das Phänomen um schreibt jedoch nicht begründet, nicht.
Weiterhin schreibt Hr. Landmesser:
Zitat
Auch bei der Erforschung der Moosachate und der Modellierung der inneren Rhythmen bei der Achatgenese liegt noch viel Arbeit vor uns.
Das heiß auch hier ist vieles nicht erklärt.
Beste Grüße
Roland

Wie schon angedeutet, ist diese Niederschrift schon über 10 Jahre alt.

Offline Jochen1Knochen

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Re: Calcitachat
« Antwort #25 am: 06 Feb 11, 16:10 »
Ungarn/Komárom-Esztergom, Komitat/Tatabánya, Kreis/Tatabánya/Vertesszöllös
Calcitachat

Hallo!
Mal eines deiner eigenen Bilder! ;D
Wenn sich das in Calcit umwandelt,dann hast du auch den Einkristall (inkl.Bänderung!).
Wenn der Michael Landmesser von Verdrängung schreibt,stellt das keine Pseudom.. dar.Und erklärend ist das für einen Wissenschaftler eigentlich nicht gerade.
Gruß Jens

Offline Mineralroli

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Re: Calcitachat
« Antwort #26 am: 06 Feb 11, 16:58 »
Danke Jens, hätte ich auch selbst drauf kommen können, aber an das Bild habe ich gar nicht mehr gedacht.
Beste Grüße
Roland

Offline Fritzi

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Re: Calcitachat
« Antwort #27 am: 06 Feb 11, 17:36 »
Hallo Mineralroli,

danke für Deine Mitteilung, die den Herrn Landmesser betrifft.

BG
Fritzi

Offline Mineralroli

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Re: Calcitachat
« Antwort #28 am: 06 Feb 11, 18:10 »
Hallo Fritzi
Keine Ursache, mache ich doch gern.
Ich halte das Thema für sehr interessant, schade nur einige die sich sonst als Kenner der Achatszene darstellen wie so oft gekonnt heraushalten.
Nun gut damit muß man leben. Ich würde mir auch wünschen wenn es weit mehr solcher interessanten Themen hier im Atlas geben würde.
Es muß auch nicht immer Achat sein. Ganz allgmein hat das Niveau in diesem Forum stark nachgelassen. An interessanten Themen kann es doch nicht mangeln
da es noch so viele offene Fragen gibt.
Hier kommt die Maus......

Beste Grüße
Roland

Offline Mineralroli

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Re: Calcitachat
« Antwort #29 am: 06 Feb 11, 19:09 »
Hallo Jens
Zitat
Und erklärend ist das für einen Wissenschaftler eigentlich nicht gerade
das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?
M.Landmesser ist die derzeit anerkannteste Person in Sachen Achatgenese. Sicherlich muß man mit so mancher Äußerung abwarten,
denn schnell hat man sich ein Eigentor geschossen und so lange nichts bestätigt bzw. in eine ordentlichen Theorie erklärbar ist muß man
jede Veröffentlichung klar abwägen.
Ich bin schon der Meinung das sich in diesem Fall um eine Pseudomorphose handelt da ein Mineral durch ein anderes ersetzt wird und dabei
spielt es auch keine Rolle ob es verdrängt oder durch Auflösung vonstatten gegangen ist.
Siehe hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pseudomorphose
bzw. ein Auszug aus der Definition:
Zitat
Pseudomorphose ist ein Begriff aus der Mineralogie. Eine Pseudomorphose ist ein Mineral, das nicht seine typische Eigengestalt (Kristallsystem) zeigt, sondern die äußere Form einer anderen Mineralart angenommen hat. Pseudomorphosen entstehen beispielsweise dadurch, dass zuerst Mineral A in einem Gestein kristallisiert, später weggelöst wird und der Hohlraum durch Mineral B verfüllt wird. Die Bezeichnung einer Pseudomorphose folgt immer der Regel Pseudomorphose von Mineral B nach A.
siehe dazu auch unter Verdrängungs-Pseudomorphose.
Ich denke auch das man unter dieser Thematik den Begriff Pseudomorphose nicht weiter klären muß.

Beste Grüße
Roland

 

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