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Autor Thema: unbekannte Mineralien von der Grube Silberkaule  (Gelesen 7395 mal)

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Offline MichaelP

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Hallo,
bei Renovierungsarbeiten fand ich eine Kiste mit ein paar Fundstücken aus dem Jahre 1980 von der Grube Silberkaule (http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Nordrhein-Westfalen/Bergisches%20Land/Engelskirchen/Heckhaus/Grube%20Silberkaule) :-)
1. Einen kleinen dunkelgrauen Erzbrocken hielt ich augenscheinlich für derben Bleiglanz und wollte ihn schon wegwerfen. Da er aber für Bleiglanz zu leicht war, schaute ich ihn mir mal unter dem Mikroskop an. Da waren ein paar rote "Flusen" drauf, die sich aber wegen wegblasen noch abwaschen ließen. Es scheint also irgend ein Mineral zu sein, aber welches ? Die "Flusen" sind alle etwa gleich lang und leicht gebogen. Eine Kristallfrom konnte ich unter dem Mikro nicht erkennen.
Das dunkelgraue Erz ist teilweise bläulich angelaufen. Ein regelmäßiger Bruch war nicht zu erkennen.
Was kann das für ein Erz sein, und was könnten die "Flusen" sein ?
Die Bildbreite beträgt ca. 2 mm.

Offline MichaelP

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Re: unbekannte Mineralien von der Grube Silberkaule
« Antwort #1 am: 02 Feb 11, 21:12 »
2. Winzige braune Kristalle mit Brochantit auf Limonit. Hier habe ich auch keine Idee, was das sein könnte.
Hat vielleicht jemand eine Idee ?
Die Bildbreite ist auch hier ca. 2 mm.
Viele Grüße
Michael

Offline guefz

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Re: unbekannte Mineralien von der Grube Silberkaule
« Antwort #2 am: 02 Feb 11, 22:05 »
Hallo Michael,

den roten Streifen würde ich als klebrigen Dreck bezeichnen, ich glaube nicht dass das ein Mineral von der Fundstelle ist.

Die braunen Kristalle sehen in der Tat interessant aus. Aus dem Foto werde ich aber auch nicht schlau. Da du die unter dem Bino betrachtet hast: welche Kristallform könnte das denn sein?

Günter

Offline smoeller

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Re: unbekannte Mineralien von der Grube Silberkaule
« Antwort #3 am: 03 Feb 11, 08:56 »
Hallo,

Das rote halte ich auch nur für irgendeine Art von Plastikdreck. Das ganze sieht nach Graphitgneis oder einem Mn-Oxid aus. Färbt es denn ab?

Das 2. könnte auch nur sekundärer Quarz sein, gefärbt von Fe-Oxiden. Oder Richtung Jarosit/Beudantit.

Glück Auf!
Smoeller

Offline uwe

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Re: unbekannte Mineralien von der Grube Silberkaule
« Antwort #4 am: 03 Feb 11, 11:24 »
Betreffs der roten Stäbchen würde ich mal eins opfern und sehen, ob es
1. fest bzw. in die Matrix eingewachsen ist,
2. ob es in Acteon oder Waschbenzin löslich ist,
3. ob es in einer Flamme schmilzt,
Ansonsten ist so ein klar rotes Mineral auf dieser Matrix schon sehr ungewöhnlich.

Bei den braunen Kristallen sehe ich deutlich Dreiecksflächen. Das würde für Jarosit, aber auch für Sphalerit sprechen. Wenn die grünen Kristalle tatsächlich Brochantit sind, wäre Jarosit als Sulfat wahrscheinlicher.

Uwe

Offline MichaelP

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Re: unbekannte Mineralien von der Grube Silberkaule
« Antwort #5 am: 03 Feb 11, 19:43 »
Ich danke euch für die Hinweise.

Die roten "Kristalle" haben sich erledigt. :-(
Mit einer dünnen Nadel konnte ich das Zeug beliebig biegen. Ist also doch nur ein Flusen, schade...

Die braunen Kristalle habe ich mir unter dem Mikro nochmal angesehen. Ich kann beim besten Willen keine bestimmte Kristallform erkennen.
Teilweise spiegeln sich bei der kleinsten Drehung andere Flächen, teilweise sieht die Oberfläche auch nur rauh aus und glitzert dadurch im Licht..
Wenn man die Kristalle von der Seite gegen das Licht betrachtet, scheinen sie mehr oder weniger klar und durchsichtig zu sein.
Plumbojarosit ist in der Paragenese aufgeführt. Aber ob das hier welcher sein kann, wer weiß...
Den werde ich mal analysieren lassen müssen, oder ?

Michael

Offline Robin

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Re: unbekannte Mineralien von der Grube Silberkaule
« Antwort #6 am: 06 Feb 11, 13:52 »
Hi Michael,

Beim 2. schließe ich mich smoeller an, das könnte auch einfach Quarz sein.
Also würde ich da zuerst mal mit einer Nadel rangehen, Beudantit/Jarosit/usw. sind ja bedeutend weicher.

Gruß Robin

Offline MichaelP

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Re: unbekannte Mineralien von der Grube Silberkaule
« Antwort #7 am: 08 Feb 11, 20:52 »
Danke, Robin !
Eine Nadelspitze ist aber schon dicker, als so eine winzige Pustel.
Mal sehen, ob ich ein kleines Blech finde, über das ich so einen Kristall (oder mehrere) ziehen kann.
Viele Grüße
Michael

Offline Uwe Kolitsch

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Re: unbekannte Mineralien von der Grube Silberkaule
« Antwort #8 am: 09 Feb 11, 12:11 »
"Eine Nadelspitze ist aber schon dicker, als so eine winzige Pustel."

Mit einem sehr feinen Schleifpapier kann man eine normale Stecknadelspitze gut schärfen.
Zum Testen  oder Ablösen von extrem kleinen xx (z.B. für SXRD-Analysen) verwenden wir Akupunkturnadeln.

 

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