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Autor Thema: Hutchinsonit von Wiesloch?  (Gelesen 7150 mal)

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Offline Philip Blümner

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Hutchinsonit von Wiesloch?
« am: 08 Feb 11, 02:10 »
Hallo,
auf einer Schalenblende-Stufe, deklariert als Olkusz, fand ich beim Neuknipsen gelbe Pusteln.
Deutschland/Baden-Württemberg/Karlsruhe, Bezirk/Rhein-Neckar-Kreis/Wiesloch/Grubenfeld Kobelsberg/Grube Segen Gottes
Hutchinsonit von Wiesloch?

Mithilfe von Andreas (raritätenjäger), der eine Hutchinsonitstufe von Wiesloch mit roten Kristallen besitzt, ist die Stufe eindeutig Wiesloch zuzuordnen.
Die silbrigen Massen sind Geokronit, an den Rändern der Stufe befinden sich Geokronitblasen, wie sie in der Lapis Dez. 1985 beschrieben werden. Auch die gelben Pusteln werden in der Lapis beschrieben (S. 27, Bild S. 30) - als Hutchinsonit. Genauso schauen meine aus. Mit Loch in der Mitte, stellenweise noch rote Reste. Auripigment ist auszuschließen, dieser kam in Form flacher Sonnen vor, wie man sie von Wavellit zwischen Schieferplatten gewachsen kennt.

Deutschland/Baden-Württemberg/Karlsruhe, Bezirk/Rhein-Neckar-Kreis/Wiesloch/Grubenfeld Kobelsberg/Grube Segen Gottes
Hutchinsonit von Wiesloch?
Deutschland/Baden-Württemberg/Karlsruhe, Bezirk/Rhein-Neckar-Kreis/Wiesloch/Grubenfeld Kobelsberg/Grube Segen Gottes
Hutchinsonit von Wiesloch?


In der Schalenblende, oberhalb des Geokronits, und oberhalb im Sphalerit, befinden sich noch silberne Linien und Stifte, die ich Anhand des Lapis-Artikels nicht zuordnen kann. Hat jemand das schon gesehen? Jordanit?

Hutchinsonit von Wiesloch?


Gruß Philip
« Letzte Änderung: 09 Jun 12, 22:11 von slugslayer »

Offline raritätenjäger

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Re: Hutchinsonit von Wiesloch?
« Antwort #1 am: 08 Feb 11, 12:27 »
Hallo,

wenn mich nicht alles täuscht, bildet Jordanit (oder war es ein anderes Erzmineral?) auch Pseudomorphosen nach Hutchinsonit aus. So etwas könnte es auch sein, fiel mir grad noch ein.

Gruß
Andreas

Offline openpit

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Re: Hutchinsonit von Wiesloch?
« Antwort #2 am: 12 Feb 11, 14:42 »
Hallo,

ich habe heute mal etwas gelesen. Nach dem, was ich erfahren habe spricht schon einiges für Hutchinsonit. Er ist ja auch im erwähnten Lapis in roter und gelber Ausbildung beschrieben (zusätzlich auch in der Oktoberausgabe 1998). Weiß jemand genaueres ob die gelben "Hutchinsonite" bereits untersucht wurden? Es ist nämlich weiterhin beschrieben, dass sich der rote Hutchinsonit im sauren Milieu zu Auripigment umwandelt. So glaube ich doch eher an diesen.
Aber vielleicht existieren neben den roten vom Lengenbach und den tiefroten aus Peru ja auch gelbe Aggregate. Bisher habe ich jedoch nur die Schweizer gesehen...

Glück Auf!
openpit

Offline Philip Blümner

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Re: Hutchinsonit von Wiesloch?
« Antwort #3 am: 09 Jun 12, 22:04 »
Hallo,
also, dank openpit, der das gelbe analysiert hat, wissen wir jetzt, dass es sich um Auripigment handelt. Direkt vergesellschaftete rotbraune Krusten sind ein Gemisch aus Sphalerit und Wurtzit.

Nun können die Bilder vollständig zugeordnet werden.

Gruß Philip

Offline openpit

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Re: Hutchinsonit von Wiesloch?
« Antwort #4 am: 10 Jun 12, 19:44 »
Hallo,

der Dank gebührt Herrn Massanek und der Geowissenschaftlichem Sammlung für die Bereitstellung des doch recht raren Materials.

Glück Auf!
openpit

Offline clarait

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Re: Hutchinsonit von Wiesloch?
« Antwort #5 am: 08 Jul 12, 00:37 »
Hallo,
wenn die Bestimmung von "openpit" stimmt und der Auripigment neben einem Gemenge von Sphalerit und Wurtzit sitzt, dann ist das Teil ncht aus Wiesloch, da bisher in Wiesloch in der Grube Segen Gottes kein Wurtzit nachgewiesen wurde.
Nach meinem Kenntnisstand ist es auch nicht sicher, dass es sich bei den Blasen um Geogronit handelt. In diesen blasigen Aggegaten befinden sich überwiegend Jordanitaggregate. Nach Ramdohr wird bei Änderung der äüßeren Bedingungen der Jordanit zu Galenit abgebaut. Weshalb bei den meisten Stücken der ursprüngliche Jordanit nicht mehr vorhanden ist.

Gruß
Clarait


Offline openpit

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Re: Hutchinsonit von Wiesloch?
« Antwort #6 am: 09 Jul 12, 04:57 »
Hallo Josef,

sowohl die Herkunft der Stufe als auch das Vorhandensein von Wurtzit ist sicher. Ich habe ihn per XRD zusammen mit Sphalerit in den rötlichen Krusten, als auch in den rotbraunen "Hutchinsonitsonnen" nachgewiesen. Weiterhin habe ich die Proben mittels EDX untersucht um zu klären, ob der Sphalerit/Wurtzit nenneswerte Mengen an Elementen wie eben Thallium enthällt. Nach Cook et al. (2009) und Xiong (2007) sollten sich hohe Tl-Gehalte vermutlich durch noch höhere As-Konzentrationen verraten, welches ich jedoch auch nicht nachweisen konnte. Selbst Eisen war vergleichsweise niedrigkonzentriert. Da Du Ramdohr anführst: auch dieser beschreibt das Auftreten von Wurtzit in Wiesloch, jedoch nicht expliziet für die Grube Segen Gottes.
Bezüglich des "Geokronites" kann ich nicht viel sagen, da ich diesen nicht analysiert habe. Hier bezog ich mich auf die allgemein übliche Bezeichnung, da dieser nicht zur Diskussion stand. Ramdohr beschreibt Geokronit in Wiesloch folgendermaßen:
Zitat
In der sehr teiftemperierten Lagerstätte Wiesloch fanden sich traubigschalige Massen eines glasartig brechenden isotropen und röntgenamorphen Sulfids, das schon nach kurzer Temperung (2´) bei 100 °C das Pulverdiagramm von Geokronit zeigte. In Wiesloch scheinen auch Mischkristalle von Jordanit-Geokronit vorzukommen.
Bei Interesse kann ich Dir die genauen Literaturangaben geben, bzw. die Artikel zusenden.

Glück Auf!
openpit

 

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