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Autor Thema: Was tun ?  (Gelesen 7440 mal)

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Offline Daachhex

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Was tun ?
« am: 09 Mar 11, 20:58 »
Ich habe in einem alten Basaltbruch einen vermeintlichen Stein gefunden. Zu Hause habe ich ihn in Spüli-Wasser eingelegt und beim ersten Abbürsten festgestellt, daß es sich bei dem Schmutz um eine ziemlich harte Dreck- oder Staubkruste handelt, wo einzelne schwarze mattglänzende Stücke und auch Quarz
herauskam. Nun habe ich ihn sicher schon 20mal eingelegt und wieder abgebürstet und immer noch gehen
kleine Partikel ab. Der Brocken ist ganz leicht magnetisch, an manchen Stellen mehr, an anderen weniger.
Meine Gedanken gehen dahin, daß vielleicht innen drinn ein fester Kern ist. Von den schwarzen Bröckchen (Magnetiten?) ist beim Bürsten noch nichts abgegangen. Weicht der Klumpen vielleicht durch Kochen in
Wasser auf oder sollte ich das besser nicht machen ? Wenn ich ihn durchschlage, mache ich vielleicht erwas kaputt, aber vielleicht ist es ja auch durch und durch nur zusammengepresstes Zeug.
Hat jemand einen Ratschlag ?

Offline smoeller

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Re: Was tun ?
« Antwort #1 am: 09 Mar 11, 21:13 »
Hallo,

Es dürfte ein angewitterter Basalt vorliegen, die schwarzen Körner sind meist Augit. Magnetit ist in der Regel im Basalt voranden (daher der Magnetismus), aber nur selten sind diese mit dem bloßen Auge erkennbar. Je nach Zusammensetzung des Gesteins kann man manchmal auch Hornblende als schwarze Kristalle finden, meist ist es aber Augit. Gelblichgrauer glasiger Feldspat (meist Anorthit-reich) ist manchmal erkennbar, ebenso gelbgrüner Olivin (muss aber nicht, es gibt auch Basalte, die kaum sichtbare Kristalle enthalten. Das liegt an der Tiefe, aus der die Schmelze stammte, der zur Kristallisation zur Verfügung stehenden Zeit und der Zusammensetzung.

Solche Steine kann man eigentlich schon aufschlagen, ohne was kaputt zu machen. In der Regel ist da ohnehin nicht viel sammelnswertes drin. Augit-Kristalle findet man eher lose in stark zersetztem Gestein oder in Tuffen (vulkanische Lockergesteine, die meist kaum verfestigt neben der Lava auftreten). In Drusen im Basalt können gute Kristalle von Calcit oder Zeolithen auftreten, diese sind meist durch ihre weiße Farbe eindeutig erkennbar auf dem schwarzen Gestein.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Haspelknecht

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Re: Was tun ?
« Antwort #2 am: 10 Mar 11, 08:33 »
Hallo!
Smoeller hat recht, dieses lockere Zeug ist ein verwitterter Basalt mit Magnetit und Olivin Einschlüssen. Die schwarzen "Körner" sind Augit-Kristalle. Dadurch, dass das umgebende Material so porös ist, kann man diese mitunter schön freilegen. Man muss aber vorsichtig sein, dass sie sich aus der Masse nicht ablösen. Wenn Du ihn aufschlagen möchtest, sei vorsichtig, dass Du das Stück nicht komplett zermalmst.
Die schwarzen Augite dürften erfahrungsgemäß aber das Einzige wirklich sammelnswerte in dem Gestein sein. Ich kenne aus dem Siegerland solche Stücke z.B. von einem Basaltvorkommen in Salchendorf. Da ist außer verwitterndem Olivin und Tonmineralien sonst nichts drin.
Gruß und Glück-Auf
Markus

Offline Daachhex

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Re: Was tun ?
« Antwort #3 am: 13 Mar 11, 19:59 »
Ich habe versucht, den Stein aufzuschlagen, es hat aber nicht geklappt. Also wieder bürsten, einlegen, auch in der Emmi habe ich ihn bestimmt schon 5 mal gehabt, aber es ging immer nur Staubkörnchen für Staubkörnchen ab. Jetzt habe ich im gesamten sicher 1 mm runtergebürstet. Was bisher rausgekommen ist, sieht man auf den Bildern. Was sind das für Honig-Orangene Teile ? Die Augite sind auch nicht rein, sondern innen befindet sich meistens auch solches honig-orangene Material (sofern das Augit ist). Auch sind auf einem Bild eine größere und eine kleinere grüne Kugel zu sehen. Kann das Olivin sein ?
Ich hoffe, die Bilder sind nicht zu unscharf. Und danke für Eure Antworten.

Offline Kluftknacker

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Re: Was tun ?
« Antwort #4 am: 13 Mar 11, 20:12 »
Also wieder bürsten, einlegen, auch in der Emmi habe ich ihn bestimmt schon 5 mal gehabt, aber es ging immer nur Staubkörnchen für Staubkörnchen ab. Jetzt habe ich im gesamten sicher 1 mm runtergebürstet.

Hallo,
na, da fehlen ja noch einige mm, bis das Teil weggeschrubbt ist  >:D
Im Ernst: Was ist der Sinn der Aktion? Was soll damit bewiesen werden oder welche Erkenntnisse erhofft man sich?  ::)

Kluftknacker

Offline Daachhex

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Re: Was tun ?
« Antwort #5 am: 13 Mar 11, 22:28 »
Ist vielleicht doof, aber ich möchte wissen, ob dieses Ding einen festen Kern hat und die vielen, vielen schwarzen Augite (sofern es welche sind) und die honigfarbenen Teile an dem Kern (wahrscheinlich Basalt) angewachsen sind  oder ob sie beim Abrollen in Staub und Sand eingerollt und nur festgepreßt wurden. In dem vierten Bild die Kristalle sind wie in einer kleinen Druse gewachsen. Ich denke, daß dabei auch Quarzkristall ist und fest verwachsen.
Kann mir denn jemand sagen, was das Honigfarbene ist ?
Ich muß das Ding einfach für mich untersuchen, damit ich das sehen und verstehen kann. Und wenn nichts sonst darin oder daran ist, bringe ich es halt wieder zurück.


Offline smoeller

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Re: Was tun ?
« Antwort #6 am: 13 Mar 11, 22:49 »
Hallo,

Das schwarze Mineral auf dem 1. der neuen Bilder ist Titan-Augit (eine Varietät des Augit). Das auf dem 2. Bild wohl auch. Nicht ungewöhnlich im Basalt. Das honigfarbene könnte verwitterter Olivin sein (Olivin mit Limonit, früher oft Hyalosiderit (noch frischer Olivin vorhanden) oder Iddingsit(bereits nahezu umgewandelt) genannt). Aus dem Kaiserstuhl kenne ich solche Formen reichlich.

Das auf dem letzten Bild ist wohl ein mit Calcit und/oder Zeolithen gefüllter ehem. Hohlraum. Quarz ist eher nicht drin. Basalte sind meist so arm an SiO2, dass sich Quarz, wenn überhaupt, nur in mikroskopischen Dimensionen findet. In den meisten basischen Vulkaniten im Rheingebiet tritt Quarz überhaupt nicht auf.

Glück Auf!
Smoeller

Offline triassammler

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Re: Was tun ?
« Antwort #7 am: 13 Mar 11, 23:00 »
Hallo!

Ich habe versucht, den Stein aufzuschlagen, es hat aber nicht geklappt.

Dann war der Hammer zu leicht oder die Unterlage zu weich.
Du hast da ein Gesteinsbruchstück, also ein Fragment einer größeren Menge, keine vulkanische Bombe. Das Gesteinsbruchstück ist also nirgendwo in duktilem Zustand gerollt, ergo konnte es auf einer hypothetischen Außenseite keine Komponenten aus der Umgebung aufnehmen. Es bleibt der Schluss, dass das sichtbare Mineralgemenge in der gesamten Probe mehr oder minder homogen verteilt anzutreffen sein wird, weil es originärer Bestandteil der Gesteinsschmelze war.
Statt zu bürsten und damit jahrtausendelange Verwitterung in einem vermutlich nicht wesentlich kürzeren Zeitraum künstlich nachzuahmen, solltest Du es noch einmal mit Zerschlagen probieren. Nur Mut, das klappt!

Gruß,
Rainer

 

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