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Autor Thema: 8,8 in Japan  (Gelesen 14294 mal)

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Offline rtbstone

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8,8 in Japan
« am: 11 Mar 11, 08:27 »
Guten Morgen
faszinierende und erschreckende Bilder aus Japan
habe gerade auf N24 die Live-Bilder gesehen

es hatte heute Morgen ein Beben der Stärke 8,9 gegeben

Gruß
Berthold
« Letzte Änderung: 11 Mar 11, 09:10 von rtbstone »

Offline geologe

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Re: 8,8 in Japan
« Antwort #1 am: 11 Mar 11, 10:09 »
Hallo,

Hier einige Pressemitteilungen zum Erdbeben in Japan.

Gruß

Jürgen

http://www.juerglin.de/page309.html

Offline Embarak

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Re: 8,8 in Japan
« Antwort #2 am: 11 Mar 11, 10:24 »
Hallo
Livestream bei ARD
und Zahlenwerte vom Earthquake Hazards Program.

Gruß
Norbert

Offline Stefan

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Re: 8,8 in Japan
« Antwort #3 am: 11 Mar 11, 16:54 »
Noch ein paar Karten zu Erdbeben:

http://www.quake-maps.com/
http://www.iris.edu/]www.iris.edu

Japan ist sicher eines der am besten gegen Erdbeben vorbereiteten Länder die es gibt, dennoch ist die Katastrophe noch kaum zu überblicken und wird vermutlich noch gigantische Ausmaße annehmen. Ich drücke die Daumen für unsere japanischen Freunde, dass die Katastrophe bald wieder im Griff ist und nicht noch schlimer wird.

BBC informiert derzeit kontinuierlich:
http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-pacific-12709598

Gruß Stefan

Offline rtbstone

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Re: 8,8 in Japan
« Antwort #4 am: 13 Mar 11, 07:36 »
hochgestuft auf 9.0

Offline Collector

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Re: 8,8 in Japan
« Antwort #5 am: 13 Mar 11, 09:59 »
grade (09:50 Uhr) neueste Nachricht in japanischer  Tageszeitung (Asahi Shinbun) gelesen ....

"..... zweites Beben in den nächsten Tagen vorausgesagt, Stärke 7" und vierter Reaktor kontaminiert und abgeschaltet.

collector

Offline giantcrystal

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Re: 8,8 in Japan
« Antwort #6 am: 13 Mar 11, 11:20 »
Schlimm..

Hoffentlich schaffen Sie es wenigstens, weitere Atomkatastrophe zu verhindern !

Mich wundern allerdings zwei Dinge :   

Warum setzt ein Volk, das selber das Grauen zweier Atombomben miterleben mußte, so sehr auf die Nutzung der Atomkraft ?

Und warum erbaut dasselbe Volk, das den Begriff Tsunami geprägt hat, ihre Atomkraftwerke direkt am Meer, obwohl man um das Erdbeben- und Tsunamirisiko weiß ?

Beten wir, das es nicht noch schlimmer kommt und beten wir, das die japanische Gesellschaft und die Menschen dort dieses schreckliche Ereignis verkraften können !

Thomas

« Letzte Änderung: 14 Mar 11, 11:38 von giantcrystal »

Offline berthold

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Re: 8,8 in Japan
« Antwort #7 am: 13 Mar 11, 16:50 »
Hallo,

Zitat
obwohl man um das Erdbebenrisiko weiß ?

gute Frage. Unsere Reaktoren hier in Deutschland sind weit weniger sicher, sie sind m.W.n. für Erdbeben bis Stärke 5-6 (Richterskala) ausgelegt. Nun kann aber niemand sagen dass hier nie ein Erdbeben >6 eintreten könnte - solche Beben hat es ja in Mitteleuropa auch schon gegeben. Eine Nachrüstung, die es gestatten würde, ein Kraftwerk erdbebensicher auszubauen, ist praktisch nicht machbar. Man müsste das AKW quasi neu und stabiler errichten.

Was mich beim Umgang mit diesem Super-Gau besonders ärgert ist die Informationspolitik - aus Tschernobyl wurde nichts gelernt. Es ist absolut unverantwortlich wie die japanische Regierung und noch mehr die Betreibergesellschaft informieren bzw. eben nicht informieren. Häppchenweise und mit Verzögerung wird nur das Offensichtliche und Unbestreitbare eingestanden. Nur ist radioaktive Strahlung eben nicht offensichtlich.  Ich fühle mich an die Tage von Tschernobyl zurückversetzt wo ich an meiner Fensterbank 20x höhere Werte als normal gemessen hatte als im Radio/Fernsehen immer noch von "keinerlei Gefährdung" bei uns gesprochen wurde.

Gruß
Berthold

Offline Goldi85

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Re: 8,8 in Japan
« Antwort #8 am: 13 Mar 11, 17:11 »
Hallo,

über die Auslegung gegen Erdbeben gibt es für das AKW Biblis diese interessante PDF:
http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/Anlage_B_-_Biblis_B_ist_unzureichend_gegen_Erdbeben_ausgel....pdf

"Für die Erdbeben-Auslegungen Biblis B wurden nur Intensitäten bis VIII und maximale
Bodenbeschleunigungen bis etwa 1,5 m/s2 berücksichtigt. Tatsächlich
aber sind am Standort Erdbeben mit weitaus größeren Intensitäten bzw. Bodenbeschleunigungen
(bis 3,0 m/s2 und mehr) möglich. Die RSK-Arbeitsgruppe
Seismologie hält es für "sachgerecht", mit Magnituden bis ML = 6,1 – entsprechend
einer Intensität bis etwa IX – zu rechnen. Nach dem Erdbeben-Gutachten
für die Hessischen Atomaufsicht muss mit Erdbeben der Intensität X gerechnet
werden."

Auch hier weis man um das Risikogebiet oberer Rheingraben.
Zur Bauweise der Anlagen im Fukushima-Kraftwerk:
http://allthingsnuclear.org/

Gruß  Daniel

Offline Collector

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Re: 8,8 in Japan
« Antwort #9 am: 13 Mar 11, 17:38 »
Hallo Berthold

Du siehst das völlig richtig mit der Beschwichtigungstaktik der Regierung. Aber diese Taktik hat Gründe. Um Deine Frage zu beantworten, sollte man Japan und die Japaner verstehen.

Einmal will die Regierung auf jeden Fall Panik vermeiden. Panik in einem Inselstaat mit 125 mio Menschen, die alle insgesamt auf einer Fläche ca. so groß wie Baden-Württemberg wohnen, wäre der schiere Wahnsinn.  Was würde passieren, wenn die Regierung einen Super-GAU mitteilte ? Wo sollen die Leute hin ? Auf welchen Verkehrswegen ? Woher Wasser und Lebensmittel holen ?  Nicht auszudenken - mehr als 100 mio Menschen auf der Flucht ins Nichts. Deshalb wohl die Beschwichtigung, die wahrscheinlich jetzt angebrachter ist als die knallharte Wirklichkeit.

Sicher ist das "verzögerte Eingestehen des Offensichtlichen und Unbestreitbaren" unverantwortlich, wie Du schreibst. Es ist zu verstehen, dass die japanische Regierung nicht nur falsch und schleppend und nur teilweise informiert, sondern sehr ungern Hilfe in Anspruch nimmt, da hier ja zugegeben werden muss, dass man allein nicht zurechtkommt, bzw. dass Fehler gemacht wurden.
Fehler einzugestehen ist für jeden Japaner gleichbedeutend mit Gesichtsverlust und große Fehler einzugestehen bedeuten Scham und Schande. Und letztlich werden auch die GAU's der AKW an irgendwelchen Personen hängenbleiben, und das sind ja dann i.d.R. die Politiker oder die Betreiber der AKW.

Im übrigen gibt es auch japanische und besonders internationale Organisationen, welche ebenso wie Du das Verhalten der japanischen Regierung kritisieren. Besonders auffallend war es in den letzten 24 Stunden, dass CNN und BBC weltweit Fakten mitteilten, welche bis dahin nicht in den japanischen Medien zu hören oder zu sehen waren. Selbst auf Al Jazeera gabs zeitweise mehr zu sehen als auf NHK.

Wir verfolgen das Geschehen direkt über CNN und über japanisches Fernsehen; meine Frau ist Japanerin.  Alle paar Stunden berichten wir unseren Angehörigen in Japan, wie die Lage ist, da sie, so traurig das ist, in Japans TV  nur zensierte oder gekürzte Fassungen des Tagesgeschehens sehen.

Ich finde es in diesem Zusammenhang als ebenso spannend, wie sich unsere Regierung jetzt aus dem AKW-Debakel herauswinden wird. Erst Griechenland, dann Eurodebakel, ganz kürzlich KT's Ausstieg, jetzt AKW. Arme Angie !

Gruß
Peter

Offline Amberimage

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Re: 8,8 in Japan
« Antwort #10 am: 14 Mar 11, 10:20 »
einen wunderschönen,

zunächst mein großes Beileid an Japan, es ist eine unvorstellbar große Katastrophe.

ehrlich gesagt finde ich es aber auch unverantwortlich auf einer Inselstaat wie Japan mit 125 mio Menschen, die alle insgesamt auf einer Fläche ca. so groß wie Baden-Württemberg leben 54 AKW aufzubauen.

Japan liegt ja an vier tektonische Platten und egal wie sicher die AKW's auch gebaut sind.
Ein Restrisiko besteht immer durch Naturkatastrophen wie Erdbeben, Tsunami, Vulkanausbrüche.

Aufgrund dessen war es für mich schon immer eine tickende Zeitbombe.

Auch wenn Japan ein technisch fortgeschrittenes Land mit 125 mio Einwohnern ist und dementsprechend viel Energie benötigt, bin ich der Meinung das die Priorität auf die AKW falsch ist.

Fakt ist, Japan hat nun mal wenig Fläche für viele Einwohner und noch weniger Fläche für Energierzeuger.
Und ein AKW verbraucht für die erzeugende Energie vergleichbar nun mal am wenigsten Fläche.

dennoch ist mein Appell an Japan, weg von AKW und mehr auf Wasser, Wind, Solar-energie setzen!

Offline giantcrystal

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Re: 8,8 in Japan
« Antwort #11 am: 14 Mar 11, 10:52 »
Hallo Amberimage

ganz so klein ist Japan nicht, mit 377.835 Quadratkilometern sogar größer als Deutschland mit 357.111 Quadratkilometern (im Vergleich : BW : 35.700 qkm). Trotz in der Tat großer Bevölkerung von 127 Millionen Menschen sollte sich da doch das eine oder andere geeignete Plätzchen für ein Atomkraftwerk finden lassen

Glück Auf

Thomas

Offline Collector

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Re: 8,8 in Japan
« Antwort #12 am: 14 Mar 11, 11:18 »
Hallo ThomAs

ja, größer als Deutschland, aber nein, es gibt keine Plätzchen.
Ca. 75% der statistischen Fläche Japans ist unzugängliches Bergland, Hochgebirge, etwa 120 Vulkane und Nebenvulkane, weitere 15% sind unbewohnte oder bis zu 800 km entfernte Inselchen und Archipele.

Dennoch ist Dein Einwand gerechtfertigt: Warum baut man die AKW an die Tsunami-gefährdeten Küsten und nicht irgendwo auf einen Tsunami-sicheren Berg im tiefsten, menschenleeren Landesinneren ?  Technisch gesehen dürfte es kein Problem geben.
Vermutlich gibt es jedoch keine AKW in den Bergen, weil dies weitaus höhere Investitionen in Infrastruktur und Logistik erfordert und die Betreiber für derartige Investitionen kein Verständnis haben. Denn:

"...........Money, money, money lets the world turn round, lets the world turn round...."

Gruß
Peter

Offline Krizu

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Re: 8,8 in Japan
« Antwort #13 am: 14 Mar 11, 12:49 »
Hallo,

vielleicht das fehlende Wasser? Jedes MW Strom erzeugt 2 MW Abwärme die ins Wasser geht. Bei der Wärmekapazität von Wasser kann man schnell ausrechnen, wann der Pool kocht.

MfG

Frank

Offline Micha

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Re: 8,8 in Japan
« Antwort #14 am: 14 Mar 11, 14:30 »
Wir fragen uns alle, warum man in Japan so stark auf Atomstrom setzt. Ich kann es insofern nachvollziehen, dass es kaum echte Alternativen für diese Insel gibt, wenn es nicht nur um Energiemengen, sondern auch um Versorgungssicherheit geht. Keine Kohle, kein Öl. Begrenzte Flächen. Die japanische Wirtschaft schreit wie unsere ständig nach mehr Energie. Natürlich ist damit dem schnöden Mammon Tür und Tor geöffnet, eventuelle "Unpässlichkeiten" wie geologische Gegebenheiten zu verdrängen.
Würden die Wirtschaftsmächte einfach ihre Rüstungsaufwendungen in die Forschung stecken, um mit den regenerativen Energiequellen echt voran zu kommen oder vielleicht auch völlig andere Ressourcen (z.B. die Ressource der Einsparmöglichkeiten - siehe Club of Rome: Faktor IV / V) zu erschließen, ließe sich ganz anders diskutieren. Dumm nur, dass der Atomstrom monetär so billig ist...

 

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