https://www.chiemgauer-mineralien-fossiliensammler.de/https://www.mineralbox.bizhttp://www.phillisverlag.de/Kalender-Shop/Mineralienkalender/

Autor Thema: Erfahrung mit LED-Ringleuchten?  (Gelesen 18495 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline wolfi

  • Sponsor 2024
  • *
  • Beiträge: 1.828
  • Ich liebe dieses Forum!
Erfahrung mit LED-Ringleuchten?
« am: 12 Mar 11, 21:10 »
Servus,
ich habe kürzlich eine neuartige Beleuchtung fürs Mikroskop gesehen: Eine Ringleuchte, die nahezu für alle Mikroskope passt und 64 LEDs enthält. Ich konnte mich davon überzeugen, dass dieses Teil auch kleine Drusen recht gut ausleuchtet und aufgrund Dimmerfunktion auch recht handlich und vor allem platzsparend ist vor allem im Vergleich zu den normalen Schwanenhälsen. Auch der Preis von EUR 65,-- ist recht überzeugend. Nun wurde mir vom Kauf dieser Ringleuchte abgeraten, weil die LEDs im Gegensatz zu Sonnen- oder Halogenlicht nicht alle Farbspektren abdecken und die Farbe des Minerals v.a. im Grünbereich dadurch verfälscht wird. Eine sichere Mineralbestimmung anhand der Farbe sei mit LED daher nicht mehr gegeben.
Wer hat Erfahrungen mit diesen Ringleuchten?
Servus + Glück auf
Wolfi

Offline loparit

  • ******
  • Beiträge: 1.225
  • Silber; Kinzigtal
    • LOPARIT -loparits Website-
Re: Erfahrung mit LED-Ringleuchten?
« Antwort #1 am: 12 Mar 11, 23:40 »
Hallo Wolfi,

also ich fotografiere mit einer LED Ringleuchte und habe keine Probleme. Allerdings ist das nicht die von dir angegebene Leuchte für 65 Euro.  Meine Leuchte hat 5800 Kelvin und ich fotografiere ausschließlich in RAW.
Wenn du dir mal die Olivenite von der Clara anschaust, die ich fotografiert und hier eingestellt habe. Da stimmen die Farben und ich hatte auch keine sonstigen Probleme mit anderen Stücken.

Gruß
Edgar Müller -loparit-

Offline smoeller

  • ******
  • Beiträge: 5.368
  • Diplom-Mineraloge
Re: Erfahrung mit LED-Ringleuchten?
« Antwort #2 am: 13 Mar 11, 09:10 »
Hallo,

Ich habe eine für mein neues Mikroskop. Habe damit bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Wichtig ist bei der Fotografie immer der Weißabgleich an der Kamera. Allerdings kostet das Modell ca. 200 Euro. Man kann die Helligkeit über einen Drehschalter dimmen, so dass man auch stärker reflektierende Stücke damit beleuchten kann. Durch die Ringform erhält man gleichmäßige Beleuchtung.


Mit der günstigen Leuchte habe ich keine Erfahrung.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Fritzi

  • ******
  • Beiträge: 1.205
Re: Erfahrung mit LED-Ringleuchten?
« Antwort #3 am: 13 Mar 11, 21:05 »
Hallo Wolfi,

ich habe so eine billigere Ring-Leuchte und bin zufrieden. Meine Ansprüche und technischen Voraussetzungen (Mikroskop und Kamera) sind allerdings nicht besonders hoch, mir reichts aber momentan aus und habe die Investition bisher nicht bereut.

VG
Fritzi

Offline Krizu

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 3.123
Re: Erfahrung mit LED-Ringleuchten?
« Antwort #4 am: 13 Mar 11, 21:18 »
Hallo,

weisse LEDs haben prinzipiell zwei Farbanteile. Einmal die primäre Emission der LED, meist 455nm. Dann kommt die Farbe des Lumineszenzkonverters, meist ein breitbandiges Gelb. Das Verhältnis von blau zu gelb macht die Farbtemperatur - die Unterschiede im Gelb sind klein. Dunkles Violett fehlt, Grün hat ein Minimum.

Aber imho ist der PReis der LED relativ uninteressant - das Spektrum ist nicht preisabhängig. Und der Farbwiedergabeindex der LEDs ist meist unter 90 - zumindest die ich gemessen habe.

MfG

Frank

Offline berthold

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.708
Re: Erfahrung mit LED-Ringleuchten?
« Antwort #5 am: 13 Mar 11, 21:50 »
Hallo,

ja der Farbwiedergabeindex von weißen LED's liegt in der Regel zwischen Ra = 70 bis 95 (Glühlampen nahe 100). Aber selbst wenn die acht Farbtafeln (nach DIN 6169) bei LED's weitgehend richtig wiedergegeben werden würden ist das LED-Licht zur Mineralbestimmung -wo es ja auf Farbnuancen ankommt- aufgrund des Lochs im Spektrum (bei Grün) eher ungeeignet.

Ich könnte mir aber schon vorstellen dass es auch Unterschiede im Spekturm gibt die den Preisfaktor 10 (z.B. Müller-Optik zu Schott) bei Mikroskop-Ringleuchten rechtfertigen - wenn da andere LED's verbaut sind.

Gruß
Berthold

Offline Krizu

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 3.123
Re: Erfahrung mit LED-Ringleuchten?
« Antwort #6 am: 13 Mar 11, 22:42 »
Hi,

Ra=95 habe ich bisher nicht gemessen...

MfG

Frank

Offline Stefan

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 11.325
  • Kleine Funde, große Geschichten
    • Mineralienatlas - Fossilienatlas
Re: Erfahrung mit LED-Ringleuchten?
« Antwort #7 am: 14 Mar 11, 10:23 »
Bereits 2008 gabe es LEDs mit einem CRI von 96.

Die Zeiten wo LEDs mit nahezu vollem Spektrum nicht zur Verfügung standen sind vorbei.
Mit CRI 96,5 gibt es diese auch als Deckenstrahler zu kaufen. Oder als LED Leisten mit 93 Ra.

Glossar
;)
- Color Rendering Index (CRI)
- allgemeine Farbwiedergabeindex Ra ("vereinfachte Variante" des CRI)
- Vergleichswert für die Qualität der Farbwiedergabe von beleuchteten Objekten


Offline Krizu

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 3.123
Re: Erfahrung mit LED-Ringleuchten?
« Antwort #8 am: 14 Mar 11, 11:50 »
Hallo,

hat einer eine Bezugsquelle? Ich glaube mein dienstlicher Messaufbau braucht die unbedingt :-)

MfG

Frank

Offline Stefan

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 11.325
  • Kleine Funde, große Geschichten
    • Mineralienatlas - Fossilienatlas
Re: Erfahrung mit LED-Ringleuchten?
« Antwort #9 am: 14 Mar 11, 12:19 »
« Letzte Änderung: 14 Mar 11, 15:03 von Stefan »

Offline berthold

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.708
Re: Erfahrung mit LED-Ringleuchten?
« Antwort #10 am: 14 Mar 11, 19:50 »
Hallo,

dann schauen wir und soch mal des Spektrum von so einer "High CRI" warmweiß-LED an:

http://www.epistar.com.tw/_english/10_technology/00_detail.php?TID=3

Ich sehe ein Loch bei 480nm das nicht ohne Auswirkung bezüglich der Farbtreue sein kann.  :'(

Gruß
Berthold


Offline Stefan

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 11.325
  • Kleine Funde, große Geschichten
    • Mineralienatlas - Fossilienatlas
Re: Erfahrung mit LED-Ringleuchten?
« Antwort #11 am: 14 Mar 11, 20:20 »
http://www.led-studien.de/2010/09/02/der-cri-in-der-praxis/

Dieses Loch sollte sich zunehmend mit höheren CRI Werten schließen.

Wer allerdings denkt eine Halogenlampe hätte einen CRI von 100 liegt teilweise deutlich daneben. Es sollte auch berücksichtigt werden, dass alternative Beleuchtungen teilweise auch schlechter abschneiden.
« Letzte Änderung: 14 Mar 11, 20:26 von Stefan »

Offline berthold

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.708
Re: Erfahrung mit LED-Ringleuchten?
« Antwort #12 am: 14 Mar 11, 21:03 »
Hallo,

Glühlampen -wie man sie in der Mikroskopbeleuchtung einsetzt- liegen bei nahezu CRI=100. Ich mach jede Wette, dass so ein Billig-Ringlicht (entsprechend der Frage von wolfi) CRI<85 hat.

Gruß
Berthold

Offline Krizu

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 3.123
Re: Erfahrung mit LED-Ringleuchten?
« Antwort #13 am: 14 Mar 11, 21:25 »
Hallo,

just my 2cts zu dem Loch:

Die LED ist das lichterzeugende System. Meines Wissens werden aus Effizienzgründen die Quantenbrunnen möglichst gleich gemacht. Das führt zu einer Emission mit einer Breite von einigen 10nm um die 455nm. Die 455nm werden genutzt, um die 456nm Hg-Linie zu simulieren. Die Lumi-Konventer der Hg-Leuchtstoffröhren sind ziemlich optimierte System. Sowohl in der Partikelgröße als in der Effizienz. Komisch das Nichia im wesentlichen ein Leuchtstoffhersteller war ;-) http://en.wikipedia.org/wiki/Nichia_Corporation#History
 ;D  Ok - es macht wirtschaftlich Sinn optimierte Systeme zu nutzen.

Jetzt die Physik: Wenn ich eine Lumineszentkonvertierung mache, muss ich genügend Energie in das System pumpen, um Wärme und Licht zu erzeugen. Jede Floureszenz- Phosporeszenz schubst per Licht ein Elektron in einen Angeregten Zustand. Dann fällt er davon auf ein Zwischneniveau und dann zurück oder auf ein Zwisachenniveau zurück. Einfach rauf-runter ist nur Energievernichtung, da nur ein Teil der Übergänge in Strahlung verwandelt wird.So entsteht der Abstand der Emission zur Absorption. Oder mit anderen Worten das Loch im Spektrum.

Also kurz gesagt: 455nm sind sinvoll und dann kommt später ab 520nm die Lumi-Emission. Violett kleiner 420nm werden nicht bedient, 500nm (blau-grün) werden nciht abgedeckt...

Mein Stand der Dinge... daher auch die Aussage: Habe ich noch nicht gemessen. Ein Spektrum mit einem so ausgeprägtem Minimum kann keine vernünftige Ra haben. Sorry bei CRI habe ich noch nicht genug gelesen.

Mfg

Frank

Offline Stefan

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 11.325
  • Kleine Funde, große Geschichten
    • Mineralienatlas - Fossilienatlas
Re: Erfahrung mit LED-Ringleuchten?
« Antwort #14 am: 15 Mar 11, 01:27 »
Zitat
Ein Spektrum mit einem so ausgeprägtem Minimum kann keine vernünftige Ra haben
Sicher, daher auch der Chart zur "Nichia LED kaltweiß CRI92" der dieses nicht hat (lt. Angabe ;) ).

Eines ist derzeit noch klar, LEDs mit hohem CRI sind deutlich weniger Energieeffizient und werden "Hand verlesen". Für 65€ ist ein Ringlicht mit CRI 90+ sicher nicht zu bekommen.
Besten Gruß Stefan

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge