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Moderne LEDs für Beleuchtung
cmd.powell:
Ok, man sieht die Unterschiede. Allerdings: Welches der Bilder dem Orginal am nahesten kommt kann ich Dir jetzt nur glauben. Ohne zu unken: Das Bild mit der 80 Ra LED wirkt recht weich und natürlich, das mit der 100 Ra eher kühl und unecht - rein subjektiv.
Abgesehen von meinem subjektiven Eindruck finde ich es erstaunlich, das das Bild mit 95 Ra dem mit 80 Ra mehr ähnelt als dem mit 100 Ra, nur die Farbe des Realgars betrachtet ! Das kann im Umkehrschluß ja nur bedeuten, das man LED's nicht für die Beleuchtung nutzen kann, will man den ein "naturgetreues" Bild.
Auf der anderen Seite: Mach doch mal ein Foto im reinen Sonnenlicht - mein Eichmaß - das sollte dann ja dem der Kaltlichtleuchte ähnlicher sein...
Naja, und zum guten Schluß und von der Natur der Sache her hier im Forum nicht demonstrierbar: Wie schaut es mit dem visuellen Eindruck aus. 99% meiner Mikroskopzeit schaue ich durch, Fotos sind Nebensache.
Krizu:
Hallo,
ich glaube wir jeden hier gerade über drei Eigenschaften:
- Farbwiedergabe-Index:
Wenn das Spektrum stetig ist, werden benachbarte Farben zueinander richtig wiedergegeben. Das Ergebnis sieht man bei den weissen LEDs und dem Beispiel von Stefan. Bei einem guten Ra und einer somit gut definerten Farbtemperatur, ist ein Weissabgleich machbar.
- Farbtemperatur
Mit der Farbtemperatur wird die integrale Farbwiedergabe beschrieben. Es weredn entweder Rottöne (warmes Licht T=3000K) oder Blautöne (T>7000K) verstärkt wiedergegeben. Neutralweiss ist D65, also Spektrum wie das Tageslicht, Temperatur 6500K.
- Brillianz (ok - nicht in der strengen SI-Definition)
Eine Lichtquelle kann weich oder hart sein. Die HiPower-LEDs haben eine grosse diffus abstrahlende Fläche von rund 5*25mm2. Dadurch ist die Strahlende Fläche in der Größenordnung der Objekte und Abstände. Die normalen LEDS haben einen 0.09mm2 Chip der meist gut gebündelt wird um "Candela" zu bekommen.
Das kann der Fotograph nutzen, z.B: als weiches Hintergrundlicht und dann einen Spot.
Zur Diskussion mit dem Sonnenlicht:
Schon Helmholtz erkannte die Mängel des menschlichen Sehapparates. Geckos sehen mit vier Rezeptoren (testudolinks.de ist in meinen Augen eine gute Seite zum Farbsehen - auch bei Tieren.) auch im UV-Bereich. Der Mensch ist nicht die Krone der Schöpfung beim sehen. Aber wir machen die Bilder für den Menschen :-)
Die maximale Empfindlichkeit des menschlichen Auges beim Hellsehen ist bei 550nm, dem (Frequenz?-)Maximum des Sonnenlichts. Das Farbsehen ist leicht zu überlisten ;-) Um einen Farbeindruck zu bestimmen, gebe ich Dir absolut und uneingeschränkt recht - Entweder ein gutes Farbmessgerät oder ein gutes D65 Licht. Aber rein rechnerisch ist die "Konstanz" Farbwiedergabe mit einer Halogenlampe dem Sonnenlicht leicht überlegen. Der Farbeindruck ist beim Sonnelicht besser.
MfG
Frank
cmd.powell:
Hi Frank
Ok, ich glaube, an unserem Sehapparat werden wir so schnell nichts mehr ändern können, von daher müssen wir mit dem was wir haben klarkommen. Achso, Menschen haben auch vier Rezeptoren, drei für die Farben und einer für Hell/Dunkel - die arbeiten allerdings nicht oder nur beschränkt parallel.
So, jetzt sind wir also an dem Punkt, das wir eine LED mit hohem CRI und passender Farbtemperatur benötigen, wenn wir durch das Mikroskop auch schauen wollen und nicht nur Fotos machen. Dann kommen wir mal zu des Pudels Kern: Wo bekomme ich solche LED's her ? Die von Dir vorgestellten sind ja ganz hübsch, nur die Leistenform nutzt mir zur Beleuchtung nicht wirklich was. Eine möglichst punktförmige Quelle wäre da angebracht, da man hier mit einer Optik bündeln und vor allem Richten kann. Die Leisten strahlen mit 120° oder gar mehr ab, da kommt ja nichts mehr auf meinem Objekt an. Die anderen LED in dem Laden (mit "High CRI") sind zwar rund und würden vielleicht eine Optik zulassen, jedoch hat die 5000 K-Version einen CRI von wieder nur 83 Ra. Ich hab gestern noch etwas gegooglet aber nichts gescheites gefunden. Anscheinend hat keiner in der Industrie interesse LED's als taugliche Mikroskopbeleuchtung zu produzieren :(
Krizu:
Ok,
du hast recht bei der Anzahl der Rezeptoren :-) Aber Gecko=Mensch+1 ;D Es gibt noch extremere, eienr der Top-Kandidaten ist der Knallkrebs.
Das Problem der Kofussierbarkeit habe ich hier auch schon diskutiert. Entweder kann man eine Parabel aus Plexi-Vollmaterial oder einen alten Reflektor einer Blitzlampe nehmen. Wenn ich das Problem richtig sehe kommt folgende Liste raus:
LED-Vorteile:
- Einfache Ansteuerung
- Voll dimmbar ohne Farbveränderung
- keine markante Wärmeabstrahlung
- relativ kleine leuchtende Fläche, kompakt
- lange Lebensdauer
- Preis: günstig
LED-Nachteile
- bescheidene Farbwiedergabe
- Wellenlängen kleiner etwa 440m fehlen, das kann Probleme bei einigen Kristallen geben
- Schnell ein grosser Aufbau
Halogenlampe-Vorteile:
- sehr gute Farbwiedergabe
- Vollspektrum im wahrsten Sinne des Wortes
- Preis der Leuchtmittel: Günstig
- Oft mit Reflektor geliefert
Halogenlampe-Nachteile:
- Ab 60% der Leistung dimmbar mit deutlichen Farbveränderungen
- 98% sind Wärmeabstrahlung
- Meist Hochstromtechnik über 2A.
- Lebensdauer
Ich könnte mir vier dieser LED-Leisten als "Quadrupol"-ringlicht um mein neues Makro gut vorstellen :-)
Die Industrie hat keinerlei Interesse an einer Entwicklung für Kleinstnischen. In einem LED-Display werden meines Wissens >20000 LEDs pro m2 verbaut, teilweise 1R 1B 2G. Weiss für irgendwelche Raumspots oder KFZ-Anwendungen.
MfG
Frank
Stefan:
@Markus,
dass Du mir das jetzt glauben müsstest ist sicher richtig ;) Da ich kein Interesse daran habe mich selbst zu belügen, habe ich die Bilder so objektiv wie möglich erstellt und hier eingestellt. Die Ra ~80 LEDs (15 Stück) geben ein weiches Licht ab, da sie zwangsläufig auf großer Fläche abstrahlen und nur je für sich, aber nicht in Summe gebündelt sind. Die ~Ra95 beleuchten auf ganzer Fläche ohne Linse. Diese könnte aber separat vorgebaut werden, was zu einem "breiten Lichtschlitz" auf dem die max. Helligkeit läge führen würde. Die Helligkeit ist ansonsten ausreichend.
Die Schott Lampe ist im Fokus verstellbar und bringt auf den Punkt deutlich mehr Licht als die LEDs.
Das Bild unter Tageslicht zu machen ist leider schwer möglich, da ich dazu sämtliches Ausrüstung (incl. PC) nach draußen schleppen müsste und das ist mir etwas zu großer Aufwand zumal das Licht bei dem Bilddurchmesser auch noch sehr gut passen müsste.
LEDs können eine kostengünstige Alternative sein, reichen aber nach meinem Test bisher nicht an eine Kaltlichtlampe heran. Es ist schlicht eine einfache Rechnung, bin ich bereit 900€+ für eine gute Kaltlichtleuchte auszugeben? Bin ich das nicht, kann ich mir für einen Bruchteil eine LED Beleuchtung kaufen, muss aber derzeit mit den Einschränkungen und oft nur minimalen Farbveränderungen leben.
Die getestete Ra95 LED ist für mich eine akzeptable Alternative. Kühlkörper machen den Aufbau allerdings etwas sperrig.
Wir hatten das Thema Monitorkalibrierung und Farbechtheit der Monitore auch schon mal. Ich behaupte, dass die wenigsten Monitore auch nur annähernd die richtigen Farben wiedergeben. Mein kalibrierter Monitor zuhause zeigt mehr Farbunterschiede beim betrachten der Vergleichsbilder als mein Monitor (unkalibriert) in der Arbeit. Wir sollten ggf. die Kamera und deren Farbaufnahme- und Farbwiedergabevermögen auch nicht vergessen ;)
Da nur sehr wenige das Geld investieren können und wollen um eine durchgängige Farbwiedergabe zu ermöglichen, stellt sich die Frage wo am sinnvollsten investiert wird.
Besten Gruß
Stefan
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