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VFMG - wer, wieso, weshalb, warum ?
cmd.powell:
Hallo Zusammen
Wie der Titel vielleicht schon aussagt, möchte ich mal eine allgemeine Frage ins Forum werfen und hoffe auf möglichst viele und vor Allem ehrlich Antworten: Ich bin jetzt seit rund 12 Jahren Mitglied im VFMG (ich muss hoffentlich nicht erklären, was das ist) und in der Bezirksgruppe Hannover. Vor wenigen Wochen erst bin ich mehr oder weniger Freiwillig auf den Posten des Bezirksgruppenleiters gestolpert, aber das soll hier nicht das Thema sein. Vielmehr geht es darum, das die Bezirksgruppe Hannover und - nach meinem Wissen - auch der VFMG im Ganzen an Mitgliederschwund leidet. Insbesondere jüngere Mitglieder sind hier in Hannover nicht nur kaum, sondern gar nicht zu finden (von der Jugendgruppe mal abgesehen, aber das sind Kinder). Ich bin jetzt fast 40 und reiße den Altersdurchschnitt drastisch nach unten - der liegt bei 75 oder so. Da ich ja nun im Vorstand unserer Gruppe bin muss ich mir seit einiger Zeit eben jene Klage der anderen Mitglieder anhören, das wir doch zu wenige neue Mitglieder bekommen und es werden viele Vorschläge gemacht, wie man dem entgegen wirken kann. Allerdings hat bisher nichts so richtig gefruchtet, die Truppe wird älter und - so schmerzlich es ist - fängt langsam an auszudünnen. Auf der anderen Seite kenne ich ja nun dieses Forum und die vielen mehr oder weniger aktiven Mitglieder. Allgemein (nicht nur beim VFMG) gibt es ja nun deutschlandweit einen Trend, weg vom Verein, hin zu - ja zu was eigentlich ?
Na gut, ich will jetzt hier nicht seitenweise rumheulen sondern lieber zu Sache kommen: Kommt alle zum VFMG ! Quatsch, war nur Spass >:D Vielmehr würde ich mich freuen hier von möglichst vielen Mitgliedern mal zu lesen, was sie vom VFMG halten, ob sie dort Mitglied sind oder nicht, wieso sind sie es, wieso vielleicht nicht. Einfach mal ein paar Meinungen und Stimmen einfangen um Anregungen zu erhalten. Besonders würde mich natürlich eine Altersangabe zu den Komentaren freuen, damit man evtl. Trends klar auslesen kann - es fehlen ja die jungen Mitglieder. Dabei muß es sich nicht unbedingt um eine exakte Angabe handeln, mir würde eigentlich schon eine Abgrenzung in "älter als 50" oder "jünger als 50" reichen, Dekadenangabe wäre natürlich noch besser.
Ich erhoffe mir von den Aussagen, unsere Gruppe in soweit verändern zu können, das sie auch für jüngere Mitglieder attraktiver wird - sofern das überhaupt möglich ist. Aber ich hoffe natürlich auch, das eben diese Frage beantwortet wird.
So, und um mal gleich den Anfang zu machen: Ich bin im VFMG, gerundet 40 und Anfangs dazu gekommen, weil ich Gleichgesinnte suchte die ich in der Bezirksgruppe Hannover gefunden habe. Vor 12 Jahren war das Internet zwar schon vorhanden, allerdings existierten noch nicht so viele verschiedene Plattformen in Form von Foren etc. Alternativen zum Verein waren also eher spärlich vorhanden. Hinzu kommt, das man damals mit einer VFMG-Mitgliedskarte in diverse Steinbrüche rein kam, in die man sonst nur illegal gehen konnte. Und dann natürlich die vielen organisierten Exkursionen zu Orten, wo ich alleine nie hingefahren wäre. Desweiteren ist - in meinen Augen - der persönlich Austausch mit Gleichgesinnten immer noch was anderes und angenehmer als - wie z.B. jetzt - alleine vor dem Bildschirm zu hocken und minutenlang Monologe ins Netz zu tippern.
Ich muss an dieser Stelle jedoch auch zugeben das ich nicht sagen kann, ob ich Heute auch noch Mitgleid im VFMG werden würde. Es gibt diverse Internetplattformen mit Möglichkeiten der Kontaktaufnahme und in Steinbrüche kommt man entweder rein, oder nicht - egal ob VFMG.
Allgemein muß ich sagen, das ich den VFMG etwas arg subtil finde. Ich hatte nur durch Zufall von einem Freund von der Existens des Vereins und der Gruppe hier in Hannover erfahren, und das war - ja man kann sagen zur Blütezeit des Vereins. Zu jener Zeit gab es hier in Hannover noch eine gescheite Mineralienbörse, das wäre sicherlich eine gute Plattform zum Mitgliederfang gewesen, ich war jedenfalls regelmäßig dort. Heute ist die Börse zu einem Schmuck und Esoterikmarkt mutiert, da will ich lieber nichts einfangen...
So, das soll es mal von mir gewesen sein, jetzt hoffe ich auf viele andere Meinungen: kritisch, positiv, pessimistisch, optimistisch - immer raus damit :)
Grüße und Glück Auf
Markus
P.S.: Für die (hoffentlich Wenigen), die es nicht wissen: VFMG ist der "Verein der Freunde der Mineralogie und Geologie", dieser ist mindestens deutschlandweit und hat diverse Bezirksgruppen in vielen Großstädten die mehr oder weniger autonom agieren.
Walpurgin:
Hallo Markus,
Um es kurz zu machen....ein Verein kommt für mich aus mehreren Aspekten nicht in Frage.
- Vereinsarbeit bedeutet "Initiativen und Verantwortung übernehmen" , ich bin ehrlich, dazu hab ich weder Lust noch Zeit.
- In Berlin hat die VFMG den wahrschweinlich höchsten Altersdurchschnitt von gefühlten 95 Jahren .Was soll ich da, als 33 jähriger, zwischen beratungsresistenten Herren ?
- Die Leute die ich mineralogisch,bergbauinteressiert kennen gelernt hatte, hab ich im Internet oder auf Börsen getroffen und nicht im Verein.
-Verein ist für mich eher altbacken
-Der zeitlicher Aufwand eines Vereins steht meiner Beruflichen Laufbahn eher hinderlich im Wege ;)
-Als Alternative treffe ich mich mit den Leuten bei mir zu Hause zum Bier und Felsen bestaunen.
Ich weiß das die Antworten kaum deiner Fragen gerecht werden aber viel mehr giebt es dazu nicht zu sagen.
Gruß Micha
doe:
Hi,
die Antwort ist aber typisch und deckt sich mit meinen Erfahrungen.Ähnlich wie die geregelte Mitgliedschaft und reglementierte Mitarbeit in Parteien lehnen junge Interessenten die altbeckene "Vereinsmeierei" (berechtigt oder unberechtigt ist egal) einfach ungeprüft ab.Alternative Möglichkeit,,die Arbeit der Fachgruppe offen ohne starres Regelwerk zu gestalten,"modern" darstellen.So z.B. können Interessenten im "Schnupperkurs" am Fachgruppenleben ein halbes Jahr teilnehmen OHNE Mitgliedschaft und vordergründige Vereinspflichten.(bei Exkursionen allerdings zu etwa anderen Teilnahmegeb.) Echt interessierte Junge haben dann meist so viel Blut geleckt,daß sie bleiben!Hat bei uns jedenfalls das Durchschnittsalter unter die 50 gedrückt.Viel hilft auch,die Schwellenangst vor den notwendigen Biologie/Chemiekenntnissen zu entschärfen,viel schrecken zurück,wenn sie so einen super wissenschaftlichen Einschlafvortrag als erste Fachgruppenerfahrung hatten.Es ist sehr schwer aber lohnenswert,eine gute Mischung zwischen Wissenschaft und Allgemeinverständlichkeit zu finden.Exkursionen,Besuche bei Sammlern,Grillabende u.s.w. können die Attraktivität erhöhen.Das bedeutet für die Organisatoren viel zusätzliche Atbeit,die sich aber lohnt und in Verjüngung auszahlt.
Für die nur auf FAN und Konsumtion gerichtete "Generatio Doof" Klientel hab ich allerdings nicht mal theoretisch ein probates Mittel gefunden.
Gruß Günter
Stefan:
Hallo,
ich finde es schön, dass Du das Thema hier aufgreifst. Es betrifft nicht nur die VFMG sondern auch die Münchener Mineralienfreunde und andere Vereine. Jugendgruppen gibt es wegen Mangels Zulauf wenige. Es gibt einige aktive und auch ganz wenige sehr aktive Gruppen. Ein Patentrezept jungen Nachwuchs zu bekommen ist kaum zu geben.
Ich kann nur aus meiner Sicht sprechen, ich nehme mir ungern die Zeit und setze mich für ein Treffen, 1 mal im Monat, 1 Stunde ins Auto um dann einen mehr oder weniger interessanten Vortrag zu hören. Für mich ist es primär interesant etwas zu bewegen. Junge Menschen sind gewohnt Ihre Informationen schnell und unbürokratisch zu erhalten und weiter zu geben. Die Zeiten in denen Vereinsabende die einzige Möglichkeit waren sich größer auszutauschen sind vorbei.
Vereine sollten den Zeitgeist aufnehmen und auch Engagement auch im Internet zeigen. Abende auf denen aktiv Wissen von alten Hasen an die Jugend weiter gegeben wird und das nicht nur einmal im Monat könnte helfen Neugier zu wecken. Exkursionen organisiert über das Internet an Fundstellen die vielleicht sonst nicht zugänglich sind wären super. Befahrungen von Bergwerken unter fachmännischer Anleitung. Abenteuer ist gefragt und keine langweiligen Vereinsabende. Mineraliensammlen muss Cool werden, es gilt gegen die Playstation und andere Freizeitbeschäftigungen zu bestehen. Erlebnise kann man Freunden erzählen, eine Geschichte vom Vereinsabend bringt nur Langeweile.
Aus langem Gerede und Gejammer ist noch nie etwas positives hervor gegangen. Lieber ein paar mal den falschen Weg gehen als nie den richtigen Pfad finden - Mut zur Veränderung ist gefragt.
Ich kann nur anbieten zusammen mit Organisationen wie der VFMG etwas auf die Beine zu stellen. Wir können u.a. die Plattform bieten, wenn man sich in einigen Bereichen zusammen tut kann dies zu wünschenswerten Synergien führen. Die Münchener Micromounter nutzen uns z.B. um die Sammlung öffentlich zu zeigen und neue Freunde zu gewinnen. Wir sind kein Heilmittel, aber eine gute Ergänzung.
Auch wir sind unterbesetzt und Synergien sind immer ein angestrebtes Ziel.
Besten Gruß
Stefan
franksch:
Hallo Markus,
warum bin ich nicht in der VFMG? Wo es doch auch eine Bezirksgruppe Berlin gibt, wie Walpurgin schon schreibt. Ich kann seinen Aussagen über diese Gruppe noch ergänzen. Veränderungen und Neuerungen, die es nun mal ja auch in den letzten Jahren durchaus gegeben haben mag, werden von den meisten älteren Herrschaften nicht akzeptiert. Internet: Teufelszeug! Dafür kommt das Veranstaltungsprogramm noch mit der guten alten Post. Vor ein paar Jahren war es zum Thema Exkursionen so, das einmal im Jahr eine Fahrt anstand. Hierzu wurde ein großer Bus angemietet und wenn der nicht voll wurde, fiel die Fahrt eben dies Jahr aus. Neben alle 2 Tage mal Mineraliensammeln stand dann auch oft ein recht umfangreiches kulturelles Besuchsprogramm auf der Tagesordnung. Welch ein Kontrastprogramm zu meinen wenigen Mineralien- Sammel- Aktivitäten im Jahr!
Allein aus diesen Gesichtspunkten kann eine Mitgliedschaft in so einem Verein für jüngere Interessenten gar nicht attraktiv sein.
Gerade in den letzten 5 Jahren gab es doch auch erhebliche Unruhe und Anschuldigungen innerhalb des Vorstandes der VFMG, die teilweise sogar auch gerichtlich ausgefochten wurden. Wenn das stimmt: warum soll ich in einem solchen Verein Mitglied werden, wenn mich doch nur das Mineraliensammeln interessiert und überhaupt nicht irgendwelche Vorstandsstreitigkeiten??? Und wenn ich das schon als Nicht- VFMG- Mitglied nebenbei mitbekomme, wie groß muss erst die Diskussion im Verein selber darüber sein/gewesen sein? Ich hoffe nur, dass sich das zwischenzeitlich wenigstens ein bisschen geändert hat.
Verein generell: ich habe (wie die meisten anderen ja auch) meine Sammelleidenschaft auf bestimmte Gebiete beschränkt. Exkursionen zu anderen Fundpunkten (die mich nicht so interessieren) können da leicht von einer gedachten Horizonterweiterung weiter ins Uferlose führen. Soll ich mir Vorträge antun, die mich wenig interessieren?
Kontakte zu für mich interessanten Leuten muss ich mir größtenteils selber aufbauen; da kann mir ein Verein weniger helfen.
Da treffe ich mich lieber bei Micha beim Bier und schau mir seine Felsen an.
Viele Grüße aus Berlin
Franksch (auch schon 47 Jahre alt)
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