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Autor Thema: Mineralien von der Grube Teufelsgrund im Schwarzwald  (Gelesen 6341 mal)

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Offline MichaelP

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Hallo,
ich habe was interessantes festgestellt. Nach fast 3 Jahren habe ich meine Funde von der Halde des Trudpertstollens der Grube Teufelsgrund ausgepackt. Auf zwei Fundstücken ist ein goldglänzendes Mineral (Bild 1). Das Zeitungspapier, in das diese Stücke eingepackt waren, hatte im Bereich dieses Minerals "Brandflecken" (Bild 2). Ich vermute, dass es sich um Markasit handelt und sich beim Zerfall Schwefelsäure gebildet hat, die diese "Brandflecken" verursacht hat.
Was meint ihr ?
« Letzte Änderung: 23 Oct 16, 19:47 von oliverOliver »

Offline MichaelP

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Re: Mineralien von der Grube Teufelsgrund im Schwarzwald
« Antwort #1 am: 16 Apr 11, 11:48 »
Auf dem goldglänzenden Mineral war noch ein teilweise weißes, teilweise klares und durch sichtiges Mineral, welches teilweise in nadeligen Büscheln, teilweise in Locken auftrat. Dieses Mineral ist wasserlöslich.
Da fällt mir von der Paragenese her nur Goslarit ein.
Was meint Ihr ?
Viele Grüße
Michael

Offline doe

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Re: Mineralien von der Grube Teufelsgrund im Schwarzwald
« Antwort #2 am: 16 Apr 11, 15:21 »
Hi ,
stimmt vermutlich,bei der Zersetzung von Markasit entsteht schweflige Säure (Brandfleck) und Gips (feine Locken).
Gruß Günter

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Mineralien von der Grube Teufelsgrund im Schwarzwald
« Antwort #3 am: 16 Apr 11, 16:56 »
"... und Gips (feine Locken)."

Unwahrscheinlich. Solche rezenten Locken sind fast immer wasserhaltige Fe-Sulfate.

Offline doe

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Re: Mineralien von der Grube Teufelsgrund im Schwarzwald
« Antwort #4 am: 16 Apr 11, 17:39 »
Hi ,
ach daher,hatte mich schon über das "wasserlöslich" gewundert,hab leider erst vor kurzen ein Stück Holz beerdigen müssen,das fast 15 Jahrelang stabil war und plötzlich und heimlich anfing zu "brüten".
Gruß Günter

Offline smoeller

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Re: Mineralien von der Grube Teufelsgrund im Schwarzwald
« Antwort #5 am: 17 Apr 11, 08:44 »
Hallo,

Markasit kann gut sein. Pyrit/Markasit kommt im Bereich der Grube Teufelsgrund reichlich vor, auch als derbe Stücke.

Bei den weißen Ausblühungen handelt es sich wohl um Halotrichit, Siderotil oder (Melanterit), wobei letzterer in dem Falle nur in dehydrierter Form vorliegt (daher in Klammern). Bislang wurden solche Bildungen meist als Halotrichit beschrieben, aber selten finden sich analysierte Stufen (meist Sammlungsneubildung). Siderotil dürfte weiter verbreitet sein als bisher angenommen, wenn mehr Analysen vorlägen. Das 2. Foto dieser weißen Bildungen zeigt eine Pseudomorphose nach Melanterit.

Gips kommt im Bereich der Grube Teufelsgrund nicht selten vor (habe auch bis 6 mm lange xx von der besagten Halde), allerdings sind Gips-xx immer lattenartig mit der bekannten schrägen Endfläche.

Glück Auf!
Smoeller

Offline MichaelP

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Re: Mineralien von der Grube Teufelsgrund im Schwarzwald
« Antwort #6 am: 17 Apr 11, 19:37 »
Ich danke euch.
An eine Sammlungsneubildung hatte ich auch schon gedacht.
Melanterit hatte ich in der Paragenese wohl übersehen. Auf Halotrichit und Siderotil wäre ich als Laie nie gekommen.
Die sind in der Paragenese ja auch nicht gelistet.
Ich werde es mal mit "wasserhaltiges Fe-Sulfat (Halotrichit, Siderotil oder Melanterit)" beschriften.
Viele Grüße
Michael

 

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