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Autor Thema: Nochmals Gotland, resp. Schweden  (Gelesen 3731 mal)

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Offline vanderheide

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Nochmals Gotland, resp. Schweden
« am: 29 Mai 11, 10:22 »
Verehrte Mineralienkenner

Aufnahmen: 304 IMG_1290, 304 IMG_1294, 304 IMG_1291
Fundort: Gotland, Schweden – auch glacialer Import      
Grösse:    70 X 55 X 35 mm   

Bemerkung: Soweit ich richtig wiedererkenne ist das Rote = Feldspat, das Grau-Durchsichtige = reiner Quarz, das Schwarze = Biotit. (die Farben des Fotos stimmen mit denen des Steines exakt überein)
Frage: demnach muss es Granit sein .. aber: wie gross sind die Feldspatkristalle! Und ist es möglich, dass hier der Feldspat den Biotit verdrängt?  Vom Bild 304 IMG-1294 bekam ich den Eindruck alsob der Biotit verdrängt wurde. Könnte man hier schon von eine Mylonisierung (weiss nich ob dieses Wort korrekt ist) reden?
Auf dem Detailfoto: etwas glänzt wie Metall. Als ich diese Stelle beim Schleifen berührte, gab es einen schwarzen Spur auf dem Schleifrad. Also kein Hämatit.
Vielen Dank für Hinweise
Gruss
Hans

Offline smoeller

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Re: Nochmals Gotland, resp. Schweden
« Antwort #1 am: 29 Mai 11, 10:52 »
Hallo,

Alkalifeldspat-Granit. Der enthält für gewöhnlich große Kalifeldspäte (rot durch Hämatit), Quarz und nur wenig Biotit. Nein, da ist kein Biotit verdrängt worden, es bildete sich erst gar nicht mehr Biotit. Das metallische könnte Ilmenit sein, der kommt öfter in Skandinavien vor.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Jörg

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Re: Nochmals Gotland, resp. Schweden
« Antwort #2 am: 29 Mai 11, 11:25 »
Hallo Hans,

wie Smoeller bereits schrieb, ein Alkalifeldspat-Granit. Er geht in Richtung Fjälskär-Granit (ein Rapakiwi-Granit).

Glück Auf!   Jörg

Offline vanderheide

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Re: Nochmals Gotland, resp. Schweden
« Antwort #3 am: 29 Mai 11, 23:03 »
Lieber Sebastian und Jörg,
Herzlichen Dank für Eure Hinweise! Also keine Biotit-Verdrängung. Aber Kalifeldspat ist rot gefärbt durch Hämatit! Nun, so wie ich Hämatit kenne und geschliffen habe, so erscheint es keineswegs so rot (eher schwärzlich, manchmal erinnert es an Graphit eines Bleistiftes). Spontan frage ich mich: kommt hier durch den Kalifeldspat das Rot erst recht zur Geltung (wie ich es zB beim Schleifen von Hämatit im Wasserbecken bekomme)?
Weiter habe ich mich belehren lassen: der glaciale Transport (resp. Import) kam nicht von Schweden, sondern von Finnland! Habe da keine Kenntnisse und mich mit dem Hinweis auf Schweden offensichtlich falsch geäussert.
Gruss
Hans

Offline Geomaxx

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Re: Nochmals Gotland, resp. Schweden
« Antwort #4 am: 30 Mai 11, 07:34 »
Hi
hm, so richtig viele Kennzeichen für Rapakivi seh ich bei dem Stückle nicht...
Glück Auf!
GEOMAXX

Offline Jörg

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Re: Nochmals Gotland, resp. Schweden
« Antwort #5 am: 30 Mai 11, 08:30 »
Hallo,

der Fjälskär-Granit besitzt 2 Generationen Quarz, das ist auch schon das einzige Rapakiwi-Kriterium an ihm.
http://www.kristallin.de/rapakiwis/fjaelskaer.htm#Anker1

"Differentialdiagnostisch" käme sonst nur noch der "Götemar-Granit" in Frage, bloß dem fehlt die perthitische Entmischung der Kalifeldspäte, die so nur der Fjälskär zeigt. Hans Fund ist im Prinzip schon ein Granit, zählt nur durch die hellen Quarze zu den Rapakiwis.
Wenn ich falsch liege, korrigiert mich bitte.

Glück Auf!  Jörg


Offline Geomaxx

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Re: Nochmals Gotland, resp. Schweden
« Antwort #6 am: 30 Mai 11, 10:07 »
Hi
Jörg vielen Dank für die Beschreibung, aus den Bildern oben hätte ich das so nicht interpretiert.
Wieder was gelernt.
Glück Auf!
GEOMAXX

Offline Isle

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Re: Nochmals Gotland, resp. Schweden
« Antwort #7 am: 02 Jun 11, 20:45 »

Die Rotfärbung kommt durch Entmischung von Hämatit aus dem Feldspatgitter, so zu beobachten z.B. an den Gesteinen um Meißen. Dort wurde die Entmischung durch Kontakt mit hydrothermalen Wässern verursacht.

Gruß,

Holm

 

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