Hallo,
also ich habe das so verstanden: Man möchte wissen woher die Wärme, die die Erde ständig ins All abstrahlt kommt. Berechnungen haben gezeigt, dass es nicht alleine die "ererbte" Energie aus der Zeit der Entstehung der Erde sein kann, dafür wird einfach zu viel Wärme abgestrahlt. Klar, es kann eigentlich nur Radioativität sein. Nur, wie will man die -sagen wir mal in 1000km Tiefe- nachweisen oder besser noch messen? Weder Alpha-, Beta- oder Gammastrahlung kommen aus solchen Tiefen zur Oberfläche durch, die Wechselwirkung der Strahlung/Teilchen (Abbremsung) führt ja gerade zu der Erwärmung. Ein weniger bekannter Effekt beim Beta(minus)-Zerfall ist die Aussendung eines Antineutrinos (=Geoneutrino). Schauen wir uns mal die Uran238-Zerfallsreihe an, bis wir beim Pb206 (Blei) sind haben wir:
- acht Alpha-Teilchen (das sind Heliumkerne) die nur Bruchteile von mm weit kommen
- sechs Beta-Teilchen (das sind Elektronen) die im dm bis m-Bereich zur Ruhe kommen
- ein buntes Spektrum an Gammastrahlung, also elektromagnetische Schwingungen ähnlich Röntgenstrahlung, die geht auch keinen km im Gestein
- UND sechs Antineutrinos (eben die Geoneutrinos) die fast ohne Wechselwirkung durch die Materie sausen
Der Vorteil, dass die Geoneutrinos Masse fast ohne Wechselwirkung durchqueren ist zugleich der Fluch wenn man sie nachweisen oder zählen möchte. Mit groß angelegten Versuchsaufbauten ist das jedoch im bescheidenen Umfang gelungen. Die Geoneutrinos sind also die einzigen Boten von radioaktiven beta-Zefallsereignissen aus absolut unzugänglichen Tiefen der Erde.
Gruß
Berthold