Mineralien / Minerals / Minerales > erledigte Bestimmungen / completed determinations
Fund Meck-pom/Fischland-Darß/Küste Ahrenshop-Pyrit? / + Markasit-Zerfall
helgesteen:
Hallo,
ich habe ausgesprochen gute Erfahrungen mit Pyritkonservierer auf Thioglycolatbasis gemacht. Die Stufe erst gründlich mit Wasser abspülen, um sovie wie möglich von den Sulfaten abzuwaschen, dann in Spiritus mit einigen Prozent Thioglycolatlösung einlegen. Die Lösung verfärbt sich durch Bildung von Eisenkomplexen violett. Nach einigen Stunden Lösung auswechseln. Das ganze so oft wiederholen, bis es zu keiner weiteren Violettfärbung kommt. Dann nochmal einige Zeit in reinen Ethanol (100%) einlegen, um die Chemikalien auszuwaschen und den Wasseranteil des Spiritus zu verdrängen und fertig.
Die Stufen werden oft sehr viel schöner/glänzender, da oberflächliche Sulfatbeläge mit aufgelöst werden.
Hält die Stufe nur noch durch die Sulfate zusammen, wird sie bei dieser Prozedur zerfallen. Daher möglichst früh behandeln. Es gibt verschiedene Meinungen, was die Haltbarkeit der Ergebnisse und den Grund für die konservierende Wirkung angeht. Ich vermute, dass die Konservierung hauptsächlich durch den Ethanol/Spiritus erfolgt, indem Bakterien abgetötet werden, die (so eine Hypothese) bei der Zersetzung eine Rolle spielen. Das Thioglycolat macht die Reinigung.
Die Haltbarkeit bei meinen Stücken ist sehr gut. Bei einigen Stufen liegt die Reinigung nun etwa 5 Jahre zurück und es gibt keinerlei Anzeichen für eine weitere Zersetzung.
Viele Grüsse,
Helge
triassammler:
Hallo Helge,
statt dem initialen Waschgang mit Wasser würde ich bei einem bereits trockenen Stück gleich Spiritus nehmen, so bringt man von Anfang kein weiteres Wasser in die Stufe ein.
Die Wirkung des Thioglycolats basiert auf der Komplexbildung mit zahlreichen Eisenverbindungen (ausgenommen Pyrit): Die instabilen Komponenten werden damit aus der Stufe entfernt. Der gebildete Eisenkomplex ist zunächst löslich und damit aus der Stufe auswaschbar.
Schwefelliebende Bakterien mögen auch eine Rolle spielen, ihnen kann man z. B. durch Sterilisation im Backofen zu Leibe rücken. Macht aber nur Sinn, wenn man das Stück anschließend unter sterilen Bedingungen aufbewahrt oder porenversiegelt, sonst erfolgt erneut Kontamination über Berührung oder die Raumluft.
Unzufriedenheit über das erzielte Ergebnis dürfte es dann geben, wenn man das Thioglycolat-Verfahren halbherzig anwendet, also "nur ein bisschen", oder anschließend die Stufe wieder mit Wasser in Berührung kommt. Je nach Größe des Stücks und bereits vorhandener Ausblühung kann man nämlich erstaunliche Mengen der Chemikalie und Wiederholungen der Behandlungsdurchgänge benötigen. Wer hier sparen will, kann es gleich lassen. Auch wichtig im Zusammenhang mit der Aufbewahrung sulfidischer Erze ist eine wenig schwankende Luftfeuchtigkeit, die je nach Quelle 30 bis 50% nicht überschreiten soll. Das geht so weit, dass man den direkten Kontakt zu saugfähigen Aufbewahrungsbehältnissen (bspw. Pappschachteln, Holzschubladen) vermeiden sollte, da diese an den Kontaktstellen zur Stufe aus der Raumluft aufgenommene Feuchtigkeit weitergeben.
Gruß,
Rainer
amethyst:
Hallo,
wer kann mir helfen? Ich habe in Dresden ein Mineraliengeschäft und mir wurden diese wirklich großen Markasitkonkretionen zum Kauf angeboten. Das musste ich vorerst ablehnen, weil ich keine Ahnung habe, wie diese Mineralien gehandelt werden. Auf dieser Plattform hoffe ich nun Hilfe zu erhalten.
Glück auf
Martina
Kluftknacker:
--- Zitat von: amethyst am 09 Sep 11, 14:53 ---weil ich keine Ahnung habe, wie diese Mineralien gehandelt werden.
--- Ende Zitat ---
Hallo Martina,
was meinste denn damit: "wie"? Ich würde einen Verkaufspreis kalkulieren und dann die Teile an geeigneter Stelle anbieten .... aber das weißt Du als Profi-Händler doch sicherlich schon, oder?
Kluftknacker
triassammler:
Hallo Martina,
"wirklich große Markasitkonkretionen" - das sagt alles und nichts. Es wäre außerdem sinnvoll gewesen, für die Anfrage einen neuen Thread aufzumachen.
Für geschäftliche Anfragen würde ich Dir eine Sponsorenmitgliedschaft hier im Atlas empfehlen.
Gruß,
Rainer
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