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Geologisches Rätsel Nr.: -13-

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Collector:
Hallo Lukas und alle anderen

es war keine böse Absicht, mit der Lösung so lange zu warten - ich wollte bei über 800 klicks doch noch mal sehen, obs noch den einen oder anderen gibt, der sich für Kugeln interessiert. War aber nicht. Na ja.  Die Geologen sind im Urlaub.

Hier nun die Lösung:

*Bild 1.    Granodioritkugeln von Costa Rica.
Diese mysteriösen Steinkugeln sind vom Diquis-Delta in Costa Rica; seit den 1930er Jahren wurden hunderte solcher Kugeln dokumentriert.  Man fand bis zu 45 Stpck an einer Stelle. Die Kugeln kommen in Größen von wenigen cm bis über 2 m Durchmesser vor, einige wiegen bis 16 to. Fast alle bestehen aus Granodiorit, einem magmatischen (plutonischen) Gestein; wenige jedoch auch aus Kalkstein. Bis heute nicht explizit bewiesen ist, ob es sich um monolithische, durch Menschenhand geschaffene Skulpturen handelt oder ob die Kugeln vom Bett des Flusses Terraba stammen, welcher sie von ihrem Ursprungsort in den Talamanca-Bergen transportierte, Bis heute hat man keine „unfertigen“ Kugeln gefunden; mögliche Steinbrüche, wo der Granodiorit hätte gebrochen und zu Kugeln verarbeitet werden können, liegen ca. 80 km von den Stellen entfernt, wo man sie gefunden hat.

*Bild 2.   Septarien von Moeraki, Südinsel, Neuseeland
Der Strand von Moeraki sieht aus, als hätten hier Riesen ihre Murmeln verloren. Die riesigen grauen Steinkugeln liegen am Strand verstreut bis ins Meer hinein. Die größten haben einen Durchmesser von über zwei Metern. Sie sind geädert wie Schildkrötenrücken und werden deshalb auch Schildkrötensteine genannt. Manche sind aufgebrochen und zeigen ein gelb-grau zerklüftetes Inneres.
Die riesigen Murmeln wurden nicht vom Meer angespült. Aber das Meer hat einen großen Anteil daran, dass die Steinkugeln hier am Strand vorkommen. Denn sie stecken in dem weichen Gestein, das den Strand wie eine Wand landwärts begrenzt. Das Wasser nagt an der Wand und legt so mit der Zeit die kleinen und großen Kugeln frei. Die größten Kugeln sind mindestens 4 Millionen Jahre alt, denn so lange hat es gedauert, bis aus einem kleinen, nur Zentimeter großen Kern aus organischem Material durch chemische Ausfällungsprozesse solche Riesenmurmeln wurden. Geologen nennen diese Art von Kugeln Mergelkonkretionen oder Septarien, und das Mineral, das die Kugeln aufbaut, besteht aus verschiedenen Kalkspat-Generationen.  Schön erklärt unter:
http://www.geo-aktuell.de/homepage2/Moeraki.html


Bild 3.   Die Kugel aus dem Weltall - nicht geklärt
Diese Kugel kam zwei Autofahrern an einem Morgen im August 1970 auf einer Bergstraße in den Buffalo-Mountains nahe der Grenze  Tennessee-North Carolina entgegengerollt. Der neugierige Fahrer drehte um und folgte der Kugel, bis diese in einem Graben zum Erliegen kam. Als er die Kugel anfassen wollte, erschrak er, da sie heiß war; doch er konnte sie zusammen mit seinem Bruder in den Kofferraum seines Autos packen. Als sie nach Hause kamen, stellten sie fest, dass die Kugel ein Loch in die Gummimatte des Kofferraums geschmolzen hatte. Sie hievten die Kugel aus dem Auto und deponierten sie, ohne dass weiteres unternommen wurde, fast 5 Jahre lang auf ihre Steinveranda als Zierde.
Nach diesen fünf Jahren gelangte jedoch Kenntnis von dem seltsamen Fund an einen Lehrer; dieser veranlasste eine Untersuchung der Kugel am Technischen Institut von Spruce Pine in North Carolina durch Professor Bruce Philipps, wobei man zu dem Ergebnis kam, dass die Kugel ein Meteorit sei. Weitere Untersuchungen im Geologischen Institut der Universität des Staates North Carolina in Raleigh brachten nichts Neues, als dass die Kugel halt ein Gestein sei. Enttäuscht von diesem Resultat, brachte Prof. Phillips die Kugel zur Mineralogischen Division des Smithsonian Institutes (Museums) in Washington, D.C., wo man zu dem Schluss kam, die Kugel sei eine Konkretion. Auch diese Lösung erschien Phillips als nicht befriedigend; daraufhin ließ er Proben der Kugel auf ihre Bestandteile untersuchen. Das Ergebnis war, dass es sich um einen gewöhnlichen Basalt mit Plagioklas, Olivin, Pyroxen und ggf. Magnetit handelt.
Bis heute - 40 Jahre nach dem Fund - scheint es keine vernünftige Erklärung zu geben. Um was könnte es sich bei dieser Kugel handeln ?
(Originalartikel von John Hanahan, Belmont Abbey College, N.C.; zitierend Prof. Bruce Phillips, Science Dept., Mayland Technical Institute, Spruce Pine, N.C 28777; Rocks and Minerals, Sept. 1976)

Bemerkung an Jens:  Was ich selbst gerne von Dir, lieber Jens, wissen möchte: Wie kamst Du so 100% zielsicher darauf, dass die schwarzweiß abgebildete Kugel abgerollter Basalt in genau derselben Zusammensetzung ist, wie sie oben beschrieben wurde ?  M.E. nach gibts keine abgerollten kugelförmigen Basalte in dieser Größe.  Deine Antwort lässt mich vermuten, dass Du die Originalpublikation kennst, denn im Wenb steht nix darüber. Richtig ?


*4. Barytkugeln
Diese Kugeln sind aus Baryt, besser gesagt Sandbaryte, ähnlich der bekannten Wüsten-/Sandrosen. Wahrscheinlich waren es sogar einmal Baryt-Sandrosen, die im Laufe der Zet - bedingt durch ständige starke Winde - abgerollt wurden und allmählich diese Kugelform annahmen. Sie stammen aus Aouker in der mauretanischen Sahara.

*5. Das sind Höhlenperlen.

Jens, Lukas und Jörg, Ihr kriegt alle 100 Punkte, weil Ihr alle ganz nahe dran wart.  Und Frank und Klaus und Andreas ein paar weniger Punkte, aber - immerhin !.

Gruß
Peter  /

trommeln:
Darf ich noch eine Kugel anfügen, der Vollständigkeit halber?

Jörg:
@ Trommeln
Hallo Jac.,
ist ein Strudeltopf. Tippe auf den Gletschergarten in Luzern  >:D

@Collector
Hallo Peter,
einen schönen Dank für Dein Rätsel und Deine Mühen. Hat Spass gemacht wie immer.

Viele Grüsse
Jörg

trommeln:
Genau.. eine Gletschermühle und richtig, die in Luzern.

Durchsichtig:
Herzlichen Dank.

Zu Bild 3: meine kurze Recherche bei Google (Keywords: Kugel, Basalt) brachte mich auf den Basaltpark Bad Marienberg wo Kugelbasalte anzutreffen sind.
Hier ein Link dazu: http://www.ich-geh-wandern.de/basaltpark-bad-marienberg bzw. http://de.wikipedia.org/wiki/Basaltpark_(Bad_Marienberg)
Text auf dem Bild:

--- Zitat ---Kugelbasalt
Die kugelige Absonderung des Basaltes ist nicht häufig zu beobachten. Es handelt sich um eine Verwitterungsform des Vulkangesteins, die innerhalb des Bodens entsteht. Bevorzugt entsteht dies unter tropischen oder subtropischen Bedingungen. Die Kugeln kommen meist an den Rändern der Basaltdecken vor...."
--- Ende Zitat ---

So bin ich zumindest darauf gekommen.


Grüße
Lukas

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