Hallo Hugo
Im Laborbereich wird auch gerne
33P eingesetzt, da es ernergieärmer ist und damit eine geringere Reichweite hat.
32P hat eine Reichweite von bis zu 8 m ( , die übrigens von geländegängigen Geräten nicht detektiert werden mangels
ausreichender Sensitivität.)
Zur Lagerung der im Labor üblichen paar mCi
32P,
33P und
35S werden Bleimanteldosen verwendet, zum Transport
und zum handling sind die Eppis in Gefäßen mit Plexiglas 12mm Wandstärke.
Nun sind das aber gereinigte Isotope mit kurzen Halbwertszeiten von ein paar Wochen. Deswegen nimmt man sie ja.
Anders bei den natürlichen Strahlern : Hier liegt ein Gemenge von Zerfallsprodukten der 3 möglichen natürlichen Zerfallsreihen vor, Du hast also ein
Strahlungsgemisch von vorwiegend Materialien langer Halbwertzeit, das berücksichtigt werden muss.
Legst Du eine fette Pechblende in eine dicke oben offene Bleidose, ist es zu den Seiten prima abgeschirmt, schaust Du aber von oben länger in die offene Dose,
bekommst Du eine dicke Ladung Röntgen(brems)strahlung ab. Prinzip siehe link und folgende Animationen
Bei den kombinierten Materialien ist die Reihenfolge wichtig : Erst Kunststoff, dann Metall !
Machst Du es umgekehrt, wird der schwache Beta-Strahler zum dicken Röntgenstrahler ( was natürlich bei den countern nicht registriert wird).Prinzip siehe
http://www.kernfragen.de/kernfragen/physik/08-Abstand-und-Abschirmung/8-4-Bestrahlung-mit-Betateilchen.php#id2587685(
ein bisserl auf den Seiten rumspielen.Sind ganz nette flasch-animationen dabei.)
Ich habe eine größere Anzahl Strahler in meiner Sammlung und lagere jedes einzeln in einer Jousie -Dose. Diese Dosen lagere ich dann zu mehreren in genau den Plexiglas-Kästen mit 12mm, wie oben beschrieben.( Metall benutze ich nicht. )
Meine Zähler messen auf der Box immer noch 25% der Strahlung gemessen direkt am Mineral. In 2 m Entfernung natürlich nichts mehr, aber wie gesagt detektieren sie nicht alles und sind nicht sensitiv genug.
Solange man die Grundregeln beachtet, möglichst kurzes handling, Abstand waren, Hände nach Kontakt waschen, sollte man damit auf der sicheren Seite sein.
Ich orientiere mich damit an den Arbeitsvorschriften, die ich aus der Molekularbiologie gewohnt bin.
Dadurch, daß ich sowohl den biologischen Sektor kenne
und Mineralogie als Hobby habe, bin ich sehr schnell auf völlig unterschiedliches handling der Biologen und der Geowissenschaftler gestoßen. Meine Beobachtungen dazu würden den Rahmen eines postings sprengen. Habe mich schon wiederholt dazu geäußert.
Eigentlich bin ich es leid, hier weiter auf dieses Thema einzugehen.
In den nun folgenden Antworten ist zu erwarten, daß meine Einschätzung als völlig übertrieben bezeichnet wird und ich eher als Pedant dastehe.
Du wirst vielleicht hören, daß alles halb so schlimm ist und das Jousie-Dosen völlig ausreichen, dann könnten noch ein paar Milchmädchenrechnungen folgen.
Nimm alles zur Kenntnis und dann entscheide für Dich, nach welchen Kriterien Du in Zukunft arbeiten möchtest....
Angst vor den Strahlern braucht es nicht. Man muss nur sauber damit arbeiten.
Gruß
Norbert