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Autor Thema: Vulkanit leukokrat?  (Gelesen 4202 mal)

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Offline Stefan

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Vulkanit leukokrat?
« am: 06 Oct 11, 16:02 »
Mal eine Frage, kann ein Vulkanit leukokrat sein?

Leukokrat definiert helle Magmatite mit ...

Die Definition für Weilburgit der ein Vulkanit sein müsste ist mit
"Leukokrates Gestein mit porphyrischem Gefüge"
http://www.geologie.uni-frankfurt.de/alt/gfe/keratophyr.html

angegeben.

Besten Gruß
Stefan
« Letzte Änderung: 29 Dec 18, 22:17 von oliverOliver »

Offline Jörg

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Re: Vulkanit leukokrat?
« Antwort #1 am: 06 Oct 11, 19:42 »
Hallo Stefan,

ja, leukokrate Vulkanite gibt es, aus der Oslo-Region (Horn-Quarzporphyr und Drammen-Porphyr); beide um die 295 Millionen Jahre alt.

Glück Auf!
Jörg

Offline Collector

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Re: Vulkanit leukokrat?
« Antwort #2 am: 06 Oct 11, 19:55 »
Hi Stefan

ja ! Weilburgite entsprechen den ehemals als Keratophyr-Spilite bezeichneten Gesteinen, welche hauptsächlich aus Alkalifeldspat, Chlorit und ziemlich viel Karbonat bestehen.

Urquelle ist Lehmann, E., 1949, Das Keratophyr-Weilburgit-Problem: Heidelberger Beiträge zu Mineralogie und Petrographie; Berlin, Vol. 2, p. 1-166 (Weilburgit)
Hentschel, H., 1952,  Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 104 (1952), p. 257 - 259, schreibt:


.....Zum Problem "Weilburgit" . Meine vorangehenden Ausführungen über die "Weilburgite" betrachte ich als einen Beitrag zur Frage der Spilite. In den Gesteinen der Lahnmulde, die E. LEHMANN als "Weilburgite" zusammengefaßt hat, scheinen mir verschiedenartige Gesteine vorzuliegen, insgesamt aber durchweg Glieder der Spilitserie. Neben dem allgemeinen Problem der Spilitisierung dieser Gesteine liegt zweifellos ein provinziales Differentiationsproblem vor. Unter diesem Gesichtspunkt bin auch ich der Meinung, daß u. a. "die Fragen nach Ursache und Herkunft der Alkalizunahme sowie der Alkalivariation gestellt werden müssen" (LEHMANN). Die allogene Natur des Karbonates in mandelreichen Gesteinsteilen möchte ich nicht bestreiten, wenn ich auch nicht ihre Ausschließlichkeit anerkenne. Aber eine Fremdnatur des Karbonates in den Mandeln bedeutet noch keinerlei Beweismoment für eine magmatische Karbonatassimilation. Herr LEHMANN sieht von zumindest zwei Möglichkeiten, der synmagmatischen und der postmagmatischen Kalkaufnahme bzw. Kalkeinwanderung nur die erstere, die magmatische Kalkassimilation, und hält sie von vornherein für erwiesen. In seinen Arbeiten ist dementsprechend vor allem jegliche Begründung darüber zu vermissen, daß die zweite Art der Kalkaufnahme in den Mandelsteinen auszuschließen ist. Die von mir vertretene Auffassung einer postmagmatischen epithermalen Kalkimprägnierung ursprünglich blasenreicher Laven entspricht ungezwungen allen petrographischen Gegebenheiten der in Rede stehenden Gesteine, geht konform mit weltweit übereinstimmenden petrographischen Erfahrungen und nimmt keinerlei Zuflucht zu besonderen theoretischen oder hypothetischen Vorstellungen. Dagegen ist die für "Weilburgite" befürwortete magmatische Kalkassimilation bei näherem Zusehen ein sehr komplexer Vorgang, der nach meiner Auffassung petrologisch und physikalisch-chemisch sich ausschließende und widersprechende Einzelwirkungen umfaßt. Solche sind, um einige zu nennen: 1. Die Assimilation ist weitestgehend ohne petrographisch erkennbare (und beweisbare) thermische Effekte verlaufen. 2. Es hat generell keine silikatische Bindung des aufgenommenen Calciums stattgefunden.

**Anmerkung: Der Begriff Spilite wurde ursprünglich für gealterte, phenokristallarme  aphyrische basaltische Gesteine verwendet; später aber für (albitsierte) basaltische Laven.

Gruß
collector

Offline Stefan

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Re: Vulkanit leukokrat?
« Antwort #3 am: 06 Oct 11, 22:46 »
Danke Euch für die Antworten.

Peter Deine Ausführungen sind derart umfangreich, dass ich  kurz vor meinem Urlaub nicht mehr ganz folgen kann. Vielleicht magst Du Ergänzungen beim Weilburgit anbringen.

Nochmal zu meiner Frage: Wenn es leukokrate Vulkanite gibt, dann ist die Definition von "leukokrat" im Lexikon und anderswo falsch oder mindestens unvollständig.

Leukokrat definiert helle Magmatite mit ...

müsste dann heißen:

Leukokrat definiert helle Magmatite oder Vulkanite mit ...

sehe ich das richtig?
Besten Gruß
Stefan



Offline Jörg

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Re: Vulkanit leukokrat?
« Antwort #4 am: 06 Oct 11, 23:03 »
Hallo Stefan,

die Vulkanite sollten m. E. der Vollständigkeit halber mit einbezogen werden.

Glück auf und einen schönen Urlaub!
Jörg

Nachtrag, ist mir eben erst aufgefallen:
Entweder "Magmatite" alleine stehen lassen, weil sie Vulkanite ja schon beinhalten, oder "Plutonite und Vulkanite"

Gruß
Jörg
« Letzte Änderung: 06 Oct 11, 23:36 von Jörg »

Offline Collector

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Re: Vulkanit leukokrat?
« Antwort #5 am: 07 Oct 11, 07:42 »
Hallo Stefan

ich sehe keinen Handlungsbedarf. Die Lexikon-Definition ist völlig richtig.

Magmatite (magmatische Gesteine)  sind sowohl Plutonite (Intrusiva) und Vulkanite (Extrusiva, Eruptivgestein).
Oder andersrum: Vulkanite und Plutonite sind Magmatite . Und sowohl die einen oder anderen können leukokrat sein.

Gruß
Peter

 

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