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Autor Thema: Frage: Reinigen von Quarzstufen aus dem Gehn (Raum Osnabrück)?  (Gelesen 12312 mal)

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Offline Grubenkumpel

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Servus,

Ist dies ein Schreibfehler oder hast Du hier etwas Entscheidendes nicht verstanden  ;) :o ?

Eine Kombination aus den von Dir genannten und offensichtlich benutzten Chemikalien resultiert (korrektes, stoechiometrisches Mischungsverhaeltnis vorausgesetzt) in der Bildung von (Tri)natriumcitrat. Dies ist als Reinigungsmittel in Deinem Fall nicht geeignet und erklaert auch das Ausbleiben des erwarteten "Sprudelns".

Die in Lapis beschriebene Methode beruht auf der Bildung von Kohlendioxid-Gasblasen durch Reaktion von Zitronensaeure mit Natrium- oder auch Ammoniumhydrogencarbonat in waessriger Loesung. Eine sehr aehnliche Reaktion tritt beim Aufloesen von Brausepulver in Wasser auf. Der Reinigungseffekt kommt durch die Gasblasen zustande und wird auch anderweitig genutzt (z.B. Corega-Tabs u. aehnliches).

Probiere es doch einmal mit Backpulver (oder frage in der Drogerie nach Natriumbicarbonat = Natriumhydrogencarbonat) und Zitronensaeure (es gibt Zitronensaeure zum Entkalken). Falls Du keine Zitronensaeure bekommen kannst, versuch' es einfach einmal mit Haushaltsessig als Saeure.

Weiterhin viel Spass beim Reinigen

Harald



Oh, das war natürlich ein Denk- bzw. Schreibfehler von mir.
Natronlauge ist natürlich in Wasser gelöstes Natriumhydroxid und wird bei dieser Methode nicht verwendet.
Ich meinte das im Handel erhältliche "Natron", welches Natriumhydrogencarbonat ist. Dieses muss in Deionisiertem Wasser gelöst werden, was ich auch getan habe.

Offline Grubenkumpel

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Hier ein kleiner Zwischenbericht meiner Reinigungsversuche:

Ich war in der Zwischenzeit nochmal in einigen Steinbrüchen im Gehn und kann nun durchaus schöne Funde verzeichnen. Leider sind die Kristalle so fein, dass sie sich sehr schnell von der Matrix lösen. Sei es durch Abbrechen oder weil sie gar nicht erst richtig auf der quarzitischen Matrix aufgewachsen sind, sondern auf einer feinkörnigen zwischenliegenden dünnen Schicht aus Eisenerz (vermutlich Limonit oder Hämatit).

Ein Versuch zwischen zwei kleinen vergleichbaren Stücken hat meiner Meinung nach folgendes gezeigt:
Es ist durchaus ratsam, die geborgenen Stufen, sollten sie vollständig mit Ton bedeckt sein, feucht zu lagern oder sofort zu reinigen. Denn bei dem Versuchstück, welches zwischenzeitlich vollständig ausgetrocknet ist, ist nachweislich ein Teil der Kristalle durch den schrumpfenden Ton abgebrochen. Mein Vater bestätigte dies aus eigener Erfahrung.


Mein Vorgehen beim Reinigen, mit dem ich recht gute Erfolge erzielt habe:

1. Wässern der tonverkrusteten Stufen für mehrere Tage in normalem Leitungswasser (gegebenenfalls mit etwas Spülmittelzusatz)
2. Abspülen der Stufen mit dem Brausekopf der Dusche (Anmerkung: Das Dreckwasser sollte in einem separaten Behälter aufgefangen werden und nicht im Abfluss verschwinden - Gefahr von Verstopfung)

Nach diesen ersten Arbeitsschritten waren einige wenige Stufen bereits komplett sauber, die meisten anderen hatten jedoch weiterhin Ton in den Kristallzwischenräumen.

3. Reinigen der Stufen mit dem "Brausetabletten-Verfahren" aus einer der letzten Lapis-Zeitschriften (Anmerkung: man benötigt mehrere Tage Geduld, eine Beschädigung der Stufe konnte ich nicht nachweisen, jedoch waren auch nur die Mineralien Quarz und Limonit bzw. Hämatit auf den Stufen zu erkennen). Anschließend wurden die Stufen wieder abgespühlt.

Dieses Verfahren löste mehr Ton aus den kleinen Zwischenräumen, als es ein bloßes Wässern und Abspühlen tat.
Sollten immer noch Tonreste vorhanden gewesen sein, unterzog ich einige Stufen dem Reinigungsschritt 4.

4. Reinigen in einer 7,5 bis 10% Wasserstoffperoxid-Lösung (Anmerkung: ich führte vorsichtshalber ein vorheriges und anschließendes Wässern in deionisiertem Wasser durch)

Die Wasserstoffperoxid-Lösung entfernte auch die aller letzten Tonreste aus den Zwischenräumen.


Den letzten Arbeitsschritt führte ich lediglich an einigen Einzelkristallen und einer Stufe aus:

5. Entfernen des rostigen Belages auf den Kristallen mit 10%iger Salzsäure. Wie an mehreren Stellen hier im Forum angemerkt, wässerte auch ich meine Stufen zuvor und anschließend lange genug in deionisiertem Wasser. Der rostige Belag verschwand bei diesem Reinigungsschritt vollständig, jedoch liefen die Kristalle nach dem Trocknen teilweise oberflächlich milchig (weiß) trüb an. Ich vermute, dass das Wasser entweder nicht ausreichend deionisiert war, oder die Stufen nicht lange genug im Wasser lagen bzw. dieses zwischendurch ausgetauscht werden muss.

Ich werde die Stufe jetzt nochmal einige Zeit länger wässern und hoffen, dass es besser wird.

Alle weiteren Stufen belasse ich mit dem rostigen Belag, denn meist ist nur die Kristallbasis betroffen, die Spitzen sind frei und klar. Es sieht meiner Meinung nach einfach schöner aus.

Fotos der gereinigten Stufen folgen in Kürze.

 

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