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etwas genauer als nur "Gneis"?

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smoeller:
Hallo Hans,

Es handelt sich bei deinen Gesteinen um orthogene Gneise (Orthogneise) der älteren Literatur. Das bedeutet, dass die Gesteine durch Metamorphose aus magmatischen Gesteinen hervorgegangen sind, im Gegensatz zu Paragneisen, die aus Sedimenten hervorgegangen sind.

Alle Stücke bis auf die letzten beiden sind (quarz-)dioritisch bis tonalitisch in ihrer Zusammensetzung, ihr Ausgangsgestein waren Diorite bis Tonalite, evtl. auch biotitreiche Granite. Typisch an dunklen Mineralen sind Biotit und evtl. Hornblende, an hellen Quarz und Feldspat. Man könnte das Gestein tonalitischer bzw. dioritischer Gneis oder (Hornblende-)Biotit-Gneis nennen.

Die letzten beiden sind Augengneise. Auch sie sind ähnlicher Abstammung, nur wuchs bei ihnen Feldspat während der Metamorphose neu. Die Augenform kommt durch Bewegung während des Wachstums.

Glück Auf!
Smoeller

vanderheide:
Hallo Sebastian,
Hab vielen Dank für Deine Ausführung! Hat mir in der Vielfalt wieder etwas Ordnung gebracht.
Wären folgende Gneise nun Paragneise?
Gruss
Hans

smoeller:
Hallo Hans,

Leider sind der 1. und 3. nicht ganz eindeutig zuzuordnen, zumindest anhand der Fotos. Paragneis kann sein, kann aber auch nicht sein. Der hohe Anteil an Biotit könnte ein Hinweis sein, reicht aber nicht. Paragneise haben häufig einen hohen Aluminium-Gehalt, der zur Bildung charakteristischer Minerale wie Sillimanit (weiße feine Nadeln), Granat (rosa bis rot, Almandin-Pyrop), Cordierit (violette bis grünlichgraue Knoten) oder in anderen Fällen Disthen, Staurolith, Muskovit etc.) führen. Ohne solche Minerale ist eine Zuordnung schwierig.

Der 2. ist ein Orthogneis.

Glück Auf!
Smoeller

vanderheide:
Hallo Sebastian,
Besten Dank für Deinen geschulten Blick und sachbezogene Ergänzungen. Bin jetzt natürlich mit der Lupe und "Super Lupe"(45x) über die Steine gewandert, habe aber nichts entdeckt, was auf Granat, Cordierit, Disthen usw. hinweist. Ich werde den richtigen Paragneis noch finden müssen!
Besten Dank!
Gruss
Hans

guefz:
Hallo Hans,

im Binntal besteht der größte Teil der bekannten Lercheltini-Zone aus Paragneis, so steht es jedenfalls in der Literatur und es sieht auch danach aus. Oberhalb gibt es aber auch Schichten mit Orthogneis, da kannst du also beides nebeneinander finden.

Günter

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