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Autor Thema: Steinsägen  (Gelesen 7086 mal)

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Offline Scaphit

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Steinsägen
« am: 21 Dec 04, 14:35 »
Hallo!

Wieder mal ein neues Thema zu Arbeitsgerätschaften, diesmal geht es nach der Diskussion um Sandstrahler, Stichel und Kompressoren und Steinsägen.

Dieses Thema ist scheinbar noch nicht richtig behandelt worden, ist aber durchaus für den Fossiliensammler von Interesse. Denn mit einer richtigen Säge kann man seine Stücke gefahrlos auf das Richtige Maß stutzen oder Standflächen anbringen. Außerdem lassen sich gute Schnitte machen, was bei Ammoniten wichtig sein kann.

Leider habe ich (noch) keine Steinsäge, und somit auch nicht viel Ahnung davon. Dafür habe ich einige Septarienknollen mit bis zu 20 cm Dicke, die ich aufsägen will, daher sind Informationen über Sägen sehr interessant für mich.

Wer kann etwas zu diesem Thema sagen? Hat einer von euch Erfahrungen mit solchen Geräten oder kann Empfelungen geben, auf was beim Kauf zu achten ist?

Freu mich auf eure Antworten!  :)

Gruß,
Stefan

Offline Findus

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Re: Steinsägen
« Antwort #1 am: 21 Dec 04, 23:16 »
Hallo Stefan,
hier ist der Findus ;)

Auch zum Thema Steinsägen möchte ich hier einiges erwähnen:
 
Ich selbst habe von einem Sammlerkollegen eine solche bekommen, die schon sehr betagt ist und nach einer Generalüberholung schreit, was ich, wenn ich dien Zeit dazu habe, irgendwann mal tun werde.

Das Prinzip dieser Säge ist, dass der eingeklemmte Stein mit seinem Eigengewicht, ähnlich einem Pendel, von oben her auf das Sägeblatt drückt und somit den (abhängig vom Gewicht des Steins) oft übermässigen Druck zum zerschneiden auf das Sägeblatt auswirkt.
Dieses Prinzip ist völlig daneben, da das Sägeblatt dadurch fast immer schräg läuft und somit keinen sauberen Schnitt
macht, ausserdem durch das "verbiegen" des Sägeblattes während des laufens, dieses eine kürzere Lebenszeit
erreicht.  Desweiteren sind an der Säge alle wichtigen Gewindestangen und Spindeln zum verstellen der Schnittbreite etc. ziemlich abgenutzt, was sich in sehr grossem Flankenpiel niederschlägt,  was einen ruhigen Lauf und vor allem geraden Schnitt negativ beeinflusst.
Dieses alles ist technisch zu beheben.

>> Eine Säge, bei der das zu zerteilende Objekt gezogen wird, und sich der zug, bzw. die dadurch resultierende Kraft,
mit dem das Blatt in das Objekt schneidet >>> Vorschub, durch manuelles zutun beliebig eingestellt werden kann, ist meiner Meinung nach vorzuziehen, da man hiermit einen möglichst geraden und glatten Schnitt erreichen kann, was natürlich in einem erhöhten Zeitaufwand während des Sägens beruht.>>> Hier fällt mir ein, dass Geomüller, glaube ich, mal hier einen Bericht über das Sägen geschrieben hat, musst mal unter Tools o.ä. schauen, kann auch sein, dass ich mich hier irre.

Du schreibst, dass Du Stücke bis 20 cm sägen willst.  Das erfordert schon eine grosse Säge mit min. 500 mm Blatt-Durchmesser, die letztlich auch nicht ganz billig ist.
Was man für ein Schmier, bzw. Kühlmittel bei Fossilien nimmt, weiss ich nicht.
In unserem Vereinslokal benutzen wir u.a. Kühlschmierstoffe, wie sie in der Metallverarbeitungen bei hohen Schnittleistungen Verwendung finden. Deshalb, weil diese Kühlschmierstoffe, weil sie wasser(löslich) sind, bzw. eine Emulsion bilden, wenn sie im richtigen Verhältniss mit Wasser gemischt werden >>>> dadurch wirken sie korossionshemmend, >>die Säge rostet nicht!
Achtung: diese Kühlschmierstoffe können, wenn sie zu alt sind, gesundheitsschädlich bis Krebserregend sein, je nach dem, wie sie belastet wurden.

Ebenfalls beachten solltest Du, dass eine so grosse Säge mitunter nicht leise ist. Eine kleinere Säge, und dadurch ständig den Stein drehen, bis er endlich durch ist, empfiehlt sich nicht, da der Schnitt besch...... ist. - Musste ich letztens so praktizieren, weil es leider nicht anders ging und die "gute" Seite des Steins schon vorhanden war.

Zum Thema Spannen des Steins: Auch hier sollte der Stein gut (mit Hartholzbrettern) zu klemmen sein, ideal ist, wenn
der Stein auch noch (eingespannt) gedreht werden kann, somit kann man oft unförmige Steine so einspannen, dass der Deckel der Säge (sollte während des Sägens nicht offen sein), zu ist; ansonsten riesen Sauerei!

Die Säge sollte eine ebene Fläche haben, die 1.) gross genug ist, um den abgeschnittenen Stein aufzunehmen, weil dieser ja mitunter herunterfällt, 2.) diese Fläche sollte am besten gepolstert sein, damit dünne Platten beim herunterfallen nicht brechen.
Was auch sinnvoll ist: Wenn man das Wasser etc. am tiefsten Punkt der Säge problemlos ablassen kann, besser noch, wenn ein Eimer drunter passt.
Falls Du 400 Volt zur verfügung hast, und eine Säge mit entsprechendem Motor bekommen kannst, würde ich diese einem 230 Volt Gerät vorziehen. Drehstrommotoren haben mehr Power und keinen Kondensator, der leider immer wieder mal kaputtgeht.

Mehr fällt mir momentan nicht ein, habe gerade eben  eine Weihnachtsfeier hinter mir  ???

Bestimmt hat noch jemand anders auch noch Tips, die mich auch interessieren.

Grüsse von Bernd.... äh... dem Findus ;)

Offline Profipräp

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Re: Steinsägen
« Antwort #2 am: 11 Jan 05, 13:24 »
Hallo Stefan,
kann dem findus nur recht geben, was Sägen anbelangt. Was ganz günstige Sägen sind: Baustellensägen/Fliesenlegersägen = Steinkreissägen genannt. Aber vorsicht: hier wird freihändig getrennt, deshalb hinten am Anschlag des Sägetisches anlegen, eventuell mit anderen Steinstückchen/Holzstücken unterfüttern, dass nichts wackelt. Gut ist auch, wenn der motor nicht direkt an die Welle geflanscht ist, sondern über Keilriemen läuft, sonst nimmt Dir der Motorblock viel Durchschiebtiefe weg und der Motor hält länger (unser Uraltmodell am Insitut ist aus den 70ern und läuft immer noch). Der Tisch sollte auf beiden Seiten gut gelagert sein, möglichst unten, dass nicht so viel Schlamm reinkommt. Die Trennscheiben sind aber am wichtigsten: für den oben geschilderten Fall des händischen Sägens nur geschlossenrandige Scheiben nehmen, da ist die Kühlung zwar etwas schlechter als bei welchen mit Kühlschlitzen, aber ungefährlich für die Finger (beim Sägen macht es nichts aus, mit den Fingern mal dranzukommen, nur Fingernagel wird gesägt, Haut nicht). eine Universalscheibe für hardrocks mit Bronzebindung (Granite und co) eignet sich für alles, weil damit auch verkieselte Sachen gesägt werden können. So ne Trennscheibe kostet aber je nach Größe 100,00€ aufwärts. Billiger geht es mit sogenannten Einschichttrennscheiben, wie sie in Idar-Oberstein zum Trennen von Achaten (die killen nämlich oft Trennscheiben) genommen werden. Da sind die Diamanten mechanisch eingepreßt und die Trennschnitte sind ziemlich dünn (Firma Otto Eigner, hat auch ne Internetseite) und nicht so teuer. Dafür halten sie natürlich auch nicht so lang. Die Bronzebindungsscheiben halten bei uns ca. 1 Jahr (wird fast täglich benutzt), mechanische Scheiben ca. 1-3 Monate.
Bei Steinkreissägen ist nicht immer gewährleistet, dass der Trennschnitt gerade läuft, weil die Trennscheibe sich auch verbiegen kann und wenn die vordere Kante des Steines  schräg zur Trennscheibe ist und nicht senkrecht dazu, läuft die Scheibe fast immer etwas schräg, bei zu schnellem Vorschub natürlich noch krasser. Verhindern kann man das nur dadurch, langsam und gemütlich zu sägen oder man braucht eine Innenlochsäge, was zu teuer und zu speziell und unhandlich ist.
Gruß
Profipräp

Offline Nico

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Re: Steinsägen
« Antwort #3 am: 11 Jan 05, 15:45 »
wenn ich mal viel Langeweile hab seg ich unser Geschiebe immer mit nen Fliesenschneider, mehr is als Schüler nich drin... poliert wird mit Glaspolitur, diamantine und Zahnpasta... joa die Ergebnisse sind akzeptabel...  ;D
naja, mein Beitrag dient eher zum Schmunzeln, als dass er euch weiterhilft :-D

LG, Nico  8)

Offline Scaphit

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Re: Steinsägen
« Antwort #4 am: 11 Jan 05, 20:52 »
Hallo Leute!

Danke für die Tips!  :D

Ich spiele auch schon mit dem Gedanken, mir eine gebrauchte Fliesensäge zuzulegen und dann so umzubauen, dass sie auch für dickere Brocken taugt... Ist recht kostengünstig, außerdem hat so eine Säge eine integrierte Wasserkühlung, was ja auch recht wichtig ist...

Na mal sehen, werde mal drüber schlafen, ist ja nicht ganz dringend.  ::)

Gruß,
Stefan

Offline Grenzton

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Re: Steinsägen
« Antwort #5 am: 04 Dec 05, 03:20 »
Hi Folks!
Habe eine solche Tischkreissäge im Sommer bei ebay ersteigert, die sägt sehr präzise, das Blatt ist Diamantbesetzt und misst im Durchmesser 360mm ist aber nur 2,5mm dick. Somit hat man beim sägen kaum Verschnitt.
Gekühlt wird mit Wasser, bei Achaten gibt es spezielles Kühlöl von der Fa. Krantz und wenn Eisen (wie z.B. Eisenmeteoriten) gesägt wird, sollte Schneidemulsion verwendet werden da sonst die Meteoritenscheiben sofort oxidieren.
Habe bisher einige Sedimente (Massenkalk aus Hohenlimburg) und Steineisenmeteoriten gesägt und wenn sich die Schnittflächen noch polieren lassen ich sage Euch das sieht sehr dekorativ aus.
Außerdem hat es einen interessanten Nebeneffekt, beim sägen hat man den Geruch von faulem Schlick in der Nase.
Woher das wohl kommt...

Gruß,  Kalle.

 

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