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Radioaktivität | Andere Mineralien
Krizu:
Hallo Uwe,
es ist wie mit den Rauchern, jeder kennt einen alten Raucher. Es ist eine Sache der Statistik.
So einfach möchte ich das nicht stehen lassen, siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Schneeberger_Krankheit
Im modernen Bergbau ist die Bewitterung deutlich besser geworden, der Staub darf auch nicht unterschätzt werden, da gebe ich die voll recht!
MfG
Frank
cmd.powell:
@Norbert: Sei doch nicht so empfindlich. Die Frage ist im zusammenhang mit Deiner "Pro-Atomnachrichten"-Aussage und meiner "Die habe ich hier noch nicht gehört"-Aussage zu verstehen. Nennt sich Sarkasmus - glaube ich. Ok, versteht nicht jeder. Und in die Sigatur kann man auch schreiben, das man vom Mars kommt, also völlig aussagefrei.
Alles was Du weiter geschrieben hast ist in meinen Augen völlig richtig und ich stimme Dir zu. Nur vergiss dabei bitte nicht, das die Tür in beide Richtungen schwingt. Sowohl die Atomkraftbefürworter als auch die Atomkraftgegner manipulieren, um ihre Ziele zu erreichen. Letztlich tun wir alles das, da wir von Natur aus versuchen der Stärkere zu sein und die Rolle des Platzhirschs zu übernehmen. Sowas hat jedoch bei wissenschaftlichen Debatten nicht zu suchen und man muss sich selber überwinden und immer beide Seiten und alle Argumente hören. Das sage ich jetzt nicht explizit zu Deiner Aussage sondern natürlich auch zu meiner Aussage und zu alle anderen auch, die hier Aussagen machen. Als Individuen können wir zunächst nur Meinungen und - möglichst fundierte - Beobachtungen wiedergeben, keine Urteile.
Nach meiner Auffassung kann Radioaktivität bei Weitem nicht so "schlimm" oder "schlecht" sein, wie sie in den Medien oder zum Teil auch hier gemacht wird. Uwe hat das schon sehr gut ausgedrückt, sonst gäbe es in bestimmten Gebieten schlicht keine alten Menschen. Und natürlich ist es nicht gesundheitsfördernt, permanent mit radioaktiven Partikeln umgeben zu sein, da zeigen schon die Strahlenopfer diverser Havarien in Verbindung mit Kernkraftnutzung im militärischen wie auch im zivilen Bereich. Wenn man mit gesundem Menschenverstand an die Sache heran tritt, kann man sicher sagen, das von einer normalen Pechblendestufe keine größere Gefahr ausgeht als von einer durchschnittlichen Autofahrt zur Arbeit und zurück. Und bitte lieber Norbert, verdrehe nicht meine Aussagen (über die Gründe mutmaße ich mal stillschweigend). Ich habe nie geschrieben, das man sich um Pechblende keine Gedanken machen muss weil man Auto fährt, sondern das die Risiken beim Autofahren größer sind als bei einem Besuch einer Börse wo Pechblende verkauft wird. Wie Frank schon schön gesagt hat: Das ist Statistik. Und ein gutes Beispiel, wie man durch geschicktes manipulieren Aussagen verdrehen kann. Jemand der nur Deine Aussage gelesen hätte würde jetzt glauben, ich mache mir keinen Kopf um Pechblende weil ich Auto fahre - was für ein Quatsch. Mit Soße. Zum Glück kann man hier im Forum auch die vorherigen Aussagen lesen - seeehr praktisch.
Manfred Früchtl:
Hallo
Da das Interesse an dem Thema meine radioaktive Stufen scheinbar groß ist, hier ein Hinweis von mir.
Es gibt ein Buch in dem ein großes Kapitel diesem Thema gewidmet ist.
Ich benutze es als Grundlage für einen Vortrag im Verein.
Es wurden Mineralien frei und in Dosen, in Schubladen und im Zimmer, gemessen. Die Ergebnisse werden genau beschrieben und auch vergleichbaren Ereignissen gegenübergestellt, z.B.: CT-Untersuchungen, sodass man die Strahlung etwas einschätzen kann..
Das Buch Heißt : Über die Radioaktivität Über die Radioaktivität
Stadtmuseum Nittenau [Hrsg.] mit Beiträgen von G. EIGLER, R. GEIPEL, G. PASCHER, J. KLINGER & H. MICHL
(2009): Über die Radioaktivität. Geschichte und Bedeutung. Die bayerischen Uranminerale. Das
böhmische Erzgebirge und die Bergstadt St. Joachimsthal/Jáchimov.- 2. erweiterte und verbesserte Aufl.,
306 S., zahlreiche, teils farb. Abb., Kristallskizzen, Tab., Selbstverlag Stadtmuseum Nittenau, 25 €.
Es ist dort und bei Lapis zu bekommen.
Zu neugierigmachen ein kurzer Auszug aus meinem Vortrag.
Die Schutzvorkehrungen beim Sammeln radioaktiver Mineralien gründen sich auf die Regeln der 5 A:
1. Abstand vergößern
2. Abschirmung verstärken
3. Aufenthaltsdauer verkürzen
4. Aktivität verkleinern
5. Aufnahme vermeiden
Diese Einteilung und die Regel der 5A haben für die Sammlung radioaktiver Mineralien folgende Konsequenzen.
1. Möglichst keine Großstufen sammeln.
2. Möglichst wenig Stufen sammeln, von jedem Mineral nur eine Stufe.
3. Alle Stufen in geschlossenen Behältern aufbewahren, z.B. in Plastikdosen. Diese gegen
unbeabsichtigtes öffnen sichern.
4. Mikroskopieren radioaktiver Mineralien – wenn möglich – in der Plastikdose vornehmen.
5. Stark radioaktive Mineralien nicht in Wohnräumen lagern.
6. Sammlungsräume gut lüften, damit sich keine hohe Radonkonzentration bilden kann.
7. Radioaktive Mineralien möglichst nicht berühren. Falls doch, anschließend die Hände
gut reinigen.
8. Formatieren radioaktiver Stufen nur im Freien. Möglichst Gummihandschuhe und
Atemschutz tragen.
9. Alle Mineralstufen beschriften mit Mineralname, Fundort, Datum, Vermerk der
Klassifizierung (stark strahlend – stark kontaminierend – stark – radon-exhalierend )
und gegebenfalls mit Messdaten.
10. Strahlungsmessgerät verwenden, auch relative Messwerte geben bereits eine gute
Auskunft.
11. Radioaktive Mineralien gehören nicht in die Hände von Kindern und Unwissenden.
12. Radioaktive Mineralien nicht „wild“ entsorgen, an den Fundort zurückbringen und z.B.
in die ursprüngliche Halde eingraben.
Ich glaube dass man nicht Angst haben muß radioaktive Mineralien zu sammeln, aber man sollte sich informieren auf was man achten soll.
Mit strahlenden Grüßen
Geruhsame Feiertage und schöne Funde im neuen Jahr
Manfred
vandendrieschen:
Vielen Dank für die Buchempfehlung. Ich werde mir das Buch mal besorgen, wenn es das noch gibt.
Regel 1 und 5 kann ich nur begrenzt einhalten. Ich kann ja schlecht draußen übernachten. Außer ich verfrachte alles in den Keller (aber dort unten ist erst recht kein Luftaustausch)
Haben eure Stufen in der Größe auch Counts in den tausender Bereich ohne Abschirmen?
Oder ist das schon zu viel des guten? Ich habe 4 von diesen kleinen Monstern mit solche hohen Zahlen ;D Klar, habe ich die immer in Dosen, schon wegen dem Radon. Unter der Dose bewegt sich das bei 500 cpm +-. Ich wollts halt mal zeigen was meine in natura leisten, weil in anderen Threads in solchen Größen immer was mit nur 1 oder 5µSv/h gemesen wurde und dann nur in Dose. Wir sind hier bei über 180 µSv/h laut Umrechnung. Und ja ich messe immer direkt vor dem Mineral und nicht in 3 Metern Abstand. Weil das kleine Fenster doch auf so eine Weite doch nichts mehr genau erfassen kann, wenn die ionsierende Strahlung daneben vorbei macht. Und die 20 cm Abstand machen jetzt auch nicht sooo den großén Unterschied, Da kommt immer noch genug an.
Viele Grüße
Jule
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