Gesteine / Rocks / Rocas > Geschiebe / Glacial erratic
Geschiebe vom Oslograben?
Sprotte:
Hallo,
Nordwestmecklenburg liegt zwar noch im, aber dennoch schon sehr am Rande des Geschiebestreufächers von Gesteinen aus dem Oslograben, so dass diese dort nur recht selten gefunden werden. Dennoch glaube ich aufgrund der Petrografie sowie des allgemeinen Erscheinungsbildes, dass es sich bei dem Geschiebe um Oslo-Basalt (bzw. Oslo-"Essexit"-Porphyrit), also um ein Erguss- bzw. Ganggestein aus dem Oslogebiet handelt.
Das dunkelgrüngraue Geschiebe (Breite: 4,5 cm, Durchmesser des Anschliffs: 2 cm) weist eine hohe Dichte auf, wobei das Gefüge von idiomorphem, zonar aufgebauten Plagioklas und schwarzem Augit dominiert wird. Weiterhin kommen dunkelbraune Körner, wohl serpentinierter Olivin, und viel Erz, insbesonder Magnetit (ein kleiner Dauermagnet bleibt am Stein hängen), vor. In den Zwickeln zwischen den im Allg. 1-6 mm großen Kristallen, die deutlich mehr als die Hälfte des Volumens einnehmen, befindet sich eine sehr feinkörnige bis dichte Masse.
Viele Grüße
Sprotte
Jörg:
Hallo Sprotte,
was hälltst Du von einem Asby-Diabas? Hast Du es mit schon einem Magneten versucht? Die Dinger sind oft (allerdings nicht immer) leicht magnetisch. Die von Dir beschriebenen Gemengeanteile würden eher dafür sprechen. Für Oslo wäre der Fund sehr untypisch (aber das muss ja nichts heißen, s. den grauen Ignimbrit mit den Rhombenporphyr-Klasten :-).
Glück Auf!
Jörg
Sprotte:
Hallo Jörg,
Asby-Diabas schließe ich aus (obwohl sich dieser aus Plagioklas, Augit, mehr oder weniger Magnetit und unter Umständen auch Olivin zusammensetzt ist) da ich diesen sehr häufig finde, und die Plagioklas-Kristalle (bei dem Geschiebe, dass ich gerade vor mir liegen habe, sind diese bis 15 mm lang - dessen Herkunft kann (mit großem Vorbehalt) in Mittelschweden verortet werden) zu einem typischen ophitischen Gefüge verwachsen sind. Bei dem gezeigten Stück ist das nicht der Fall. Weiterhin füllen in nicht allzu feinkörnigen Varanten des Asby-Diabas die Kristalle der dunklen Minerale die Zwischenräume zwischen den Plagioklas-Kristallen gleichmäßig aus ohne Zwickel aus einer dichten Zwischenmasse zu bilden. Beim vorliegenden Stück ist das Gefüge jedoch korngrenzengestützt.
Viele Grüße
Sprotte
Jörg:
Hallo Sprotte,
dann bleibt echt nur noch der Oslo-Basalt übrig. Etwas anderes vergleichbares mit Herkunft Schweden wäre mir gänzlich unbekannt. Ungewöhnlich für Oslo sind allerdings die schwarzen Minerale, bei den Norwegern ist die Matrix i.d.R. feinstkörnig. Aber die Dinger haben einen schon oft genarrt in ihrer Vielfalt.
Glück Auf!
Jörg
Sprotte:
Hallo Jörg,
ich habe mir nochmals die Beschreibungen und Abbildungen in Zandstra (1999) (Nr. 253) und Zandstra (1988) sowie Rudolph (2008) angesehen und denke doch, dass es sich bei dem vorliegenden Stück tatsächlich um Oslo-"Essexit"(-Porphyrit) handeln könnte, der Entsprechung des Ergussgesteins Oslo-Basalt als Ganggestein.
Zum Vergleich stelle ich hier noch ein Geschiebe von Asby-Diabas rein (max. Breite: 5 cm; die Bereiche zwischen den Plagioklas-Leisten sind vollständig mit etwa 1-2 mm Kristallen von Augit und etwas Erz gefüllt). Für Asby-Diabas ist es typisch, dass die Plagioklas-Leisten usprünglich grau gefärbt sind und erst durch Verwitterung eine weiße Färbung annehmen. Beim zuerst gezeigten Stück scheint das nicht der Fall zu sein.
Viele Grüße
Sprotte
PS: Unter http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,21573.msg175791.html#msg175791 wird ebenfalls ein (allerdings ziemlich verkrustetes) Geschiebe von Asby-Diabas abgebildet.
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