Gesteine / Rocks / Rocas > Geschiebe / Glacial erratic
Geschiebe vom Oslograben?
Jörg:
Hallo Sprotte,
auch dieses Rätsel ist gelöst :)
Was ich persönlich merkwürdig finde, dass ich in der Jammerbucht (bis zu 50% Anteil an Oslo-Gesteinen) bislang noch keinen einzigen Essexit gefunden habe, warum auch immer ???
Die besten Grüsse und Glück Auf!
Jörg
Breker:
Hallo,
--- Zitat von: Jörg am 26 Nov 11, 19:55 ---dann bleibt echt nur noch der Oslo-Basalt übrig. Etwas anderes vergleichbares mit Herkunft Schweden wäre mir gänzlich unbekannt. Ungewöhnlich für Oslo sind allerdings die schwarzen Minerale, bei den Norwegern ist die Matrix i.d.R. feinstkörnig. Aber die Dinger haben einen schon oft genarrt in ihrer Vielfalt.
--- Ende Zitat ---
Bei nur einem Bruchteil bekannter Skandinavischer dunkler Ganggesteine halte ich eine Bestimmung nach dem Ausschlussverfahren für reichlich unsicher. Im Zweifelsfall hilft aber sicherlich eine direkte Anfrage bei den Kollegen VINX oder OBST....
Gruß...
Sprotte:
Hallo Breker,
da hast du natürlich recht. Daher habe ich meine Aussage auch vorsichtig formuliert ("handeln könnte").
Viele Grüße
Sprotte
Jörg:
Hallo Breker,
klar, Ausschlussverfahren sind nicht der Königsweg, aber für Geschiebesammler trauriges tägliches Brot. Was bleibt uns denn anderes übrig, als uns auf eine makroskopisch gestützte Bestimmung als ersten Verdachtsfall zu stützen? Weitere Hinweise sind dann Geschiebefächer (möglich oder unmöglich), wobei selbst bei "unmöglich" immer wieder Ausnahmen auftreten (PR`s sind auch auf Rügen gefunden worden). Und gerade bei den Vulkaniten stehen dann Spekulationen an, da selbst Leitgeschiebe sich nicht immer in ihrer klassischen Form zeigen und gerne zwischen Varianten und Übergängen schwanken, die ein konkretes und sicheres Ansprechen erschweren. Ich persönlich bin der Meinung, lieber ein wenig mehr Spekulation in die Bestimmung mit Einfließen zu lassen als zu wenig, und als ein vermeintlich sicheres Geschiebe spontan als solches zu betiteln (natürlich gibt es Ausnahmen, die keine andere Herkunft zulassen). Dafür gibt es doch den MA, dass mehrere Meinungen einfließen sollen. Nehmen wir nur das Beispiel des Rhombenporphyrs. Herkunft: Na klar - Oslo-Region! Aber stimmt das wirklich immer ...? Oder den Särna-Tinguait. Für diesen wird im kommenden Jahr eine Publikation erscheinen, welche für mind. 50% aller diesbezüglichen, jütländischen Geschiebefunde ein gänzlich anderes Anstehendes aufzeichnet. Wir können uns also nur auf die aktuelle Literatur zur Geschiebekunde berufen, die sich in einem fast täglichen Wandel mit einhergehenden Korrekturen befindet. Warum also kein Brainstorming? Je mehr Ideen gepostet werden, umso besser. Will ich bei unklaren Stücken Gewissheit, muss ich mit Hammer und dünnem Sägeblatt ran. Aus einem Dünnschliff werden i.d.R. mehrere, und wer dieses nicht selber durchführen, geschweige denn das Ergebniss selbst bestimmen und bewerten kann, hat ein Problem. Die Gelder in den Unis sind rar wie nie zuvor, selbst Prof`s müssen heute um Dünnschliffe fast betteln. VINX und Co. anzusprechen ist natürlich auch eine Möglichkeit, aber in diesem Fall werden diese auch zu keinem anderen Ergebniss kommen. Anfang Januar kann ich VINX und Co. gerne einen Print von diesem Stück vorlegen (Orig. wäre besser, auch dass ist klar). Doch wir werden uns damit abfinden müssen, dass auch mal das eine oder andere Geschiebe im Nachhinein, und nach vielen Jahren, eine namentliche Korrektur findet. Erst kürzlich stand ich mit einem namantlich bekannten Profi in einer Geschiebesammlung, welche er zum Großteil selbst zusammengetragen hat. Mit einem Schmunzeln bemerkte dieser, dass heute "...doch einige Stücke falsch beschriftet sind." Wir können bei vielen Geschieben nur versuchen, eine größtmögliche "Annäherung" zu finden.
Wie Deinen Postings zu entnehmen, scheinst Du ja über eine gute fachliche Kompetenz (geologisch, petrologisch/-graphisch?) zu verfügen, aber gestatte mir eine persönliche Anmerkung: Je länger ich mich mit der Materie der Geschiebekunde beschäftige, je mehr betrachte ich harte Fakten zuerst als fraglich und ziehe immer öfters Alternativen mit in Betracht, zu denen auch Ausschlussverfahren zählen. Erst ein offener Umgang der Materie in verschiedene Richtungen, bringt manchmal ein Ergebniss, obwohl der Haufen der Problematika immer größer wird.
Aber noch mal was anderes an die Aktiven in der Sparte "Geschiebe": Was haltet ihr davon, wenn wir uns mal gegenseitig kurz vorstellen, evtl. via PM? Ich denke, dass dadurch im Vorfeld vermieden werden kann, dass dieser threat irgendwann in "Brustgetrommel" ausarten könnte.
Glück Auf!
Jörg
Breker:
Hallo Jörg,
--- Zitat von: Jörg am 28 Nov 11, 15:24 ---Ich persönlich bin der Meinung, lieber ein wenig mehr Spekulation in die Bestimmung mit Einfließen zu lassen als zu wenig, und als ein vermeintlich sicheres Geschiebe spontan als solches zu betiteln (natürlich gibt es Ausnahmen, die keine andere Herkunft zulassen).
--- Ende Zitat ---
Gut, da sind wir dann unterschiedlicher Meinung. Ich halte nicht viel davon auf Teufel komm raus einen Namen auf einen Zettel schreiben zu müssen, egal wie haaresträubend die Herleitung auch sein mag. Entweder ein halbwegs eindeutiges Ergebnis oder gar keins.
--- Zitat von: Jörg am 28 Nov 11, 15:24 ---Nehmen wir nur das Beispiel des Rhombenporphyrs. Herkunft: Na klar - Oslo-Region! Aber stimmt das wirklich immer ...?
--- Ende Zitat ---
Nein. Es gibt noch 2 Vorkommen auf dem Kilimandscharo und 5 in der Antarktis. Die möchte ich in Norddeutschland aber erstmal ausschließen (sie sehen im Detail auch ein wenig anders aus als die 16 Typen aus dem Oslogebiet.)
--- Zitat von: Jörg am 28 Nov 11, 15:24 ---Will ich bei unklaren Stücken Gewissheit, muss ich mit Hammer und dünnem Sägeblatt ran.
--- Ende Zitat ---
Hammer und Lupe, Taschenmesser und HCl reichen inden meisten Fällen völlig aus.
--- Zitat von: Jörg am 28 Nov 11, 15:24 ---VINX und Co. anzusprechen ist natürlich auch eine Möglichkeit, aber in diesem Fall werden diese auch zu keinem anderen Ergebniss kommen.
--- Ende Zitat ---
Auch VINX, OBST oder BRÄUNLICH werden sich hüten etwas als Essexit anzusprechen wenn sie nicht eindeutig Feldspatvertreter entdecken können. (Einer der drei hat das in o.g. Link ja auch schon getan).
--- Zitat von: Jörg am 28 Nov 11, 15:24 ---Je länger ich mich mit der Materie der Geschiebekunde beschäftige, je mehr betrachte ich harte Fakten zuerst als fraglich und ziehe immer öfters Alternativen mit in Betracht, zu denen auch Ausschlussverfahren zählen. Erst ein offener Umgang der Materie in verschiedene Richtungen, bringt manchmal ein Ergebniss, obwohl der Haufen der Problematika immer größer wird.
--- Ende Zitat ---
Da der Bearbeitungsstand relativ schwach ist sind die harten Fakten relativ weich (eigene Geländebefunde mal abgesehen) da ist auch der ZANDSTRA in Teilen fraglich. Und meine fachliche "Kompetenz" beschränkt sich auf eine schon vor Jahren abgeschlossene Geologieausbildung und einige Jahre Tätigkeit in Skandinavien... Mehr nicht...
Glück Auf!
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