Guten Abend,
diese Diskussion und die ältere habe ich mir durchgesehen. Ich stelle fest, es gab einen Vorschlag damals, allerdings keinen Konsens. Der Vorschlag konnte die Positionen auch nicht alle aufnehmen, da sie sich teilweise ausschließen.
Meine Ansicht zu dem Thema ist: in Sachen Sprache, und auch Schreibweisen, tut man gut daran, zu (fast) allen Regeln gewisse Ausnahmen zuzulassen. Andernfalls läuft man in Gefahr, "seltsame" Dinge vorzuschreiben, die mit dem allgemeinen Gebrauch wenig zu tun haben.
Ein Beispiel: es wurde gefordert, das "h" am Ende von Mineralnamen generell zu streichen.
Aber: Suche ich in deutschsprachigen Internetseiten nach "Natrolith", erhalte ich 34 400 Treffer. Mit "Natrolit" dagegen nur 705. Der gewachsene Sprachgebrauch spricht also dafür, hier beim "lith" zu bleiben. Natrolit sieht eher wie ein Tippfehler aus, nicht nach konsequenter Umsetzung einer deutschen Nomenklatur.
Weitere Beispiele "sinnvoller Regelverstöße" dürften sich finden lassen.
Der Mineralienatlas ist in meinen Augen nicht geeignet, den allgemeinen Sprachgebrauch zu reformieren. Wir sollten auf Benutzerfreundlichkeit achten, und dazu gehört, dass die weit überwiegend benutzte Schreibweise auch im mineralienatlas die erstgenannte ist und bleibt.
Wir Mineraliensammler sollten doch mit solchen Unschärfen auch gut leben können. Schon die Definition von "Mineral" laut IMA ist nicht ganz konsequent, wie viele Diskussionen dazu zeigen. Und in unseren Sammlungen finden wir Mischkristalle viel häufiger als Endglieder, würde ich schätzen.
Damit will ich nicht der großen Unverbindlichkeit das Wort reden. Z.B.: ob "oxy" gemäß der Regel IMA-Name minus e am Ende, oder "oxi" in Anlehnung an unsere chemische Nomenklatur, da stimme ich auch für eine Festlegung. Und zwar auf "oxi", wäre mein Vorschlag.
Gruß
Zeo