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Autor Thema: Wer legt die deutschen Namen für Mineralien fest ?  (Gelesen 4802 mal)

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Offline MichaelP

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Hallo,
Hintergrund meiner Frage ist die Tatsache, dass der englische Name "Oxyphlogopite" hier im Atlas "Oxyphlogopit" heißt, bei Lapis und auch von Günter Blaß (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,23453.msg191903.html#msg191903) aber Oxiphlogopit genannt wird.
Gibt es irgendeine Institution, die die deutschen Namen festlegt und kann man das irgendwo nachlesen ?
Viele Grüße
Michael

Offline ZEO

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Re: Wer legt die deutschen Namen für Mineralien fest ?
« Antwort #1 am: 20 Dec 11, 20:50 »
Das dürfte sich aus der chem. Nomenklatur ableiten, vermute ich. Es heisst schon seit Jahren "Oxi" und "Hydroxi", was ehemals noch mit "y" geschrieben wurde.

Wenn die IMA den Namen mit Oxy angenommen hat, dann sollten wir uns im Deutschen auch daran halten, wäre mein Vorschlag. Eine "Behörde" für deutsche Mineralnamen gibt es nicht. Ich vermisse die auch nicht.

Nachtrag: ich habe mal nachgesehen. In den IMA-Listen steht immer "Oxy" wenn diese Vorsilbe verwendet wird.

Gruß
Zeo
« Letzte Änderung: 20 Dec 11, 20:59 von ZEO »

Offline MichaelP

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Re: Wer legt die deutschen Namen für Mineralien fest ?
« Antwort #2 am: 20 Dec 11, 22:28 »
Hallo ZEO,
In den IMA-Listen steht immer "Oxy" wenn diese Vorsilbe verwendet wird.

Außer bei Oxiberaunite und Oxiferberite.
Ich kann selbst bei den englischen Namen keine einheitliche Regel erkennen.

Verstehen könnte ich ja noch, wenn man in der deutschen Schreibweise einfach des letzte e wegließe.
Ich frage mich nur, warum im Lapis von Oxiphlogopit und nicht von Oxyphlogopit gesprochen wird.

Viele Grüße
Michael

Offline anatasi

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Re: Wer legt die deutschen Namen für Mineralien fest ?
« Antwort #3 am: 22 Dec 11, 09:32 »
Na ja, von Lapis und seiner Redaktion weiss man, dass sie konsequent "eindeutschen".
Gruss
anatasi

Offline cmd.powell

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Re: Wer legt die deutschen Namen für Mineralien fest ?
« Antwort #4 am: 23 Dec 11, 02:51 »
Hi

Wenn man nach der chemischen Bezeichnung geht - und für die gibt es eine deutsche "Behörde" - wäre "Oxi" korrekt. Es heist nämlich z.B. Eisenoxid, Natriumhydoxid etc.. Da sich das "Oxi" ja nunmal auf die Oxidationstufe in dem Mineral bezieht wäre es nur konsequent, auch die chemische Schreibweise auf den Mineralnamen zu übertragen. Ob es dafür eine offzielle Regelung gibt, kann ich allerdings nicht sagen. Da die Mineralogie aber eine deutsche "Erfindung" ist, werde ich persönlich konsequent die deutsche Nomenklatur anwenden (Oxi).

P.S.: "Oxy" ist auch eine alte deutsche Schreibweise - völlig weg vom Deutschen ist auch die "neudeutsche" Bezeichnung nicht. Also eine neue altdeutsche Bezeichnung wenn man will...

Offline Stefan

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Re: Wer legt die deutschen Namen für Mineralien fest ?
« Antwort #5 am: 23 Dec 11, 09:32 »
Es müsste korrekt Oxi heißen. Beim eindeutschen der Namen gibt es historisch ein paar Besonderheiten. Oxi und Oxy gehören sicher dazu. So wie ...lit und ...lith. - hier im Deutschen gerne ein zusätzliches, überflüssiges h wenn es von Lithos kommt. Ich werde den Namen auf Oxi umbenennen und Oxy als Alternativschreibweise aufnehmen.

Als kleiner Tip:
Bei den Lexikonseiten gibt es eine "Diskussion"sfunktion. Habt Ihr Fragen zu einer Lexikonseite nutzt bitte diese Funktion, dann steht automatisch im ersten Beitrag der Verweis auf die Lexikonseite auf die sich die Diskussion bezieht und der Beitrag landet automatisch im richtigen Bereich.

Besten Gruß Stefan
« Letzte Änderung: 23 Dec 11, 09:39 von Stefan »

Offline MichaelP

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Re: Wer legt die deutschen Namen für Mineralien fest ?
« Antwort #6 am: 23 Dec 11, 11:22 »
Hallo,
Stefan, die Diskussionsfunktion kenne ich. Allerdings war der Oxiphlogopit nur als Beispiel gedacht.
Hauptsächlich ging es mir um die Frage, wer die deutschen Namen neuer Mineralien festlegt.
Aber wie ich den bisherigen Beiträgen entnehme, gibt es da keine Institution.
Das wundert mich, da in Deutschland doch sonst alles irgendwie geregelt ist.
Offenbar ist es so, dass Lapis mit der Veröffentlichung der neuen Mineralien den Standard für die deutschen Namen setzt.
Aber vielleicht weiß ja noch jemand was genaueres.
Dann wünsche ich euch erst einmal frohe Weihnachten
Michael

Offline Stefan

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Re: Wer legt die deutschen Namen für Mineralien fest ?
« Antwort #7 am: 23 Dec 11, 15:46 »
Die Namen folgen den üblichen Konventionen. Aber hier haben wir das ja schon mal versucht zu klären.

http://www.mineralatlas.eu/forum/index.php?topic=11004.0

Vielleicht sollten wir die Diskussion zusammen führen und wirklich versuchen einen Konsens mit vertretbaren Regeln zu finden.

Besten Gruß
Stefan
« Letzte Änderung: 23 Dec 11, 15:52 von Stefan »

Offline cmd.powell

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Re: Wer legt die deutschen Namen für Mineralien fest ?
« Antwort #8 am: 27 Dec 11, 02:17 »
Hi Stefan

Ich hab mir grade diesen und den anderen Thread nochmal durchgelesen und mir kam da ein echt verrückter Gedanke: Was muß man/wir machen, um uns als behördliche Kontrollstelle für Mineralnamen eintragen zu lassen :o Wäre doch mal was, vielleicht kannst Du ja sogar Bundesmittel für den Betrieb der Seite abgreifen  ;D ;D ;D Auf jeden Fall würde ich es lieber sehen, wenn hier mehr oder weniger öffentlich festgelegt wird, was richtig ist bzw. was richtig sein soll, als wenn z.B. Lapis das Kraft souveräner Willkür festlegt...

fröhliche Grüße

Markus

Offline ZEO

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Re: Wer legt die deutschen Namen für Mineralien fest ?
« Antwort #9 am: 27 Dec 11, 18:42 »
Guten Abend,

diese Diskussion und die ältere habe ich mir durchgesehen. Ich stelle fest, es gab einen Vorschlag damals, allerdings keinen Konsens. Der Vorschlag konnte die Positionen auch nicht alle aufnehmen, da sie sich teilweise ausschließen.

Meine Ansicht zu dem Thema ist: in Sachen Sprache, und auch Schreibweisen, tut man gut daran, zu (fast) allen Regeln gewisse Ausnahmen zuzulassen. Andernfalls läuft man in Gefahr, "seltsame" Dinge vorzuschreiben, die mit dem allgemeinen Gebrauch wenig zu tun haben.
Ein Beispiel: es wurde gefordert, das "h" am Ende von Mineralnamen generell zu streichen.
Aber: Suche ich in deutschsprachigen Internetseiten nach "Natrolith", erhalte ich 34 400 Treffer. Mit "Natrolit" dagegen nur 705. Der gewachsene Sprachgebrauch spricht also dafür, hier beim "lith" zu bleiben. Natrolit sieht eher wie ein Tippfehler aus, nicht nach konsequenter Umsetzung einer deutschen Nomenklatur.
Weitere Beispiele "sinnvoller Regelverstöße" dürften sich finden lassen.

Der Mineralienatlas ist in meinen Augen nicht geeignet, den allgemeinen Sprachgebrauch zu reformieren. Wir sollten auf Benutzerfreundlichkeit achten, und dazu gehört, dass die weit überwiegend benutzte Schreibweise auch im mineralienatlas die erstgenannte ist und bleibt.

Wir Mineraliensammler sollten doch mit solchen Unschärfen auch gut leben können. Schon die Definition von "Mineral" laut IMA ist nicht ganz konsequent, wie viele Diskussionen dazu zeigen. Und in unseren Sammlungen finden wir Mischkristalle viel häufiger als Endglieder, würde ich schätzen.

Damit will ich nicht der großen Unverbindlichkeit das Wort reden. Z.B.: ob "oxy" gemäß der Regel IMA-Name minus e am Ende, oder "oxi" in Anlehnung an unsere chemische Nomenklatur, da stimme ich auch für eine Festlegung. Und zwar auf "oxi", wäre mein Vorschlag.

Gruß
Zeo


 

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