Hi Uwe
Ich muß zugeben, das ich zu dem Thema auch nichts fundiertes sagen kann. Aragonit wird bevorzugt (oder gar ausschließlich) von lebenden Organismen gebildet (Muschelschalen, Schneckenhäuser etc.). Ob bei der anorganischen Bildung immer Eisen anwesend sein muß, kann ich nur mutmaßen. Rein praktisch gesehen ist Eisen immer anwesend, wenn auch in verschwindet geringer Menge. Sollte es für die Bildung von Aragonit maßgebend sein, so muß die Aragonitbildung an eine erhöhte Eisenkonzentration gebunden sein. Mir persönlich ist aufgefallen, das sich Aragonit auf der Glücksradhalde bei Oberschulenberg im Harz immer nur auf den Rostkrusten um Eisenfragmente aus dem Alten Bergbau findet. Das würde für die Theorie sprechen, das Eisen zugegend sein muß. Allerdings wird es definitiv noch andere Faktoren geben, welche die Aragonitbildung beeinflussen.
Das man kein oder nur sehr wenig Eisen im Aragonit selber findet liegt wahrscheinlich daran, das Eisen nur als zweiwertig (Fe2+) als Carbonat bekannt ist und dann nur den Siderit bildet. Wahrscheinlich gibt es schlicht keine Kompatibilität der beiden Gitter (Aragonit/Siderit). Möglich ist auch, das im Falle der Bildung auf "Rost" das Eisen als Fe3+ vorliegt, welches nicht als Carbonat bekannt ist und somit nicht in das Gitter passt. Beimengungen sind dann nur mechanischer Art.
Beim "Tarnowitzit" liegt das Pb als winzigste Cerussitkristalle im Aragonit vor, beim Sr ist es - glaube ich - echte Mischbarkeit (Strontianit ist auch rhombisch wie Aragonit).
Wäre mal interessant zu hören, ob jemand darüber mal eine Arbeit geschrieben hat oder jemand solch eine Arbeit kennt.
Eine ausschließliche Bildung von Aragonit bei Kontakt von Calciumcarbonat mit eisenhaltigen Gestein/Mineralen kann ich aber 100%ig ausschließen: In Bebertal (Steinbruch Dönstedt) z.B. ist das Gestein stark eisenhaltig und man findet viel Calcit. Nur ein Beispiel von wahrscheinlich tausenden, es muß also noch mindestens ein weiteres Kriterium für die Aragonitbildung geben.
Grüße
Markus