https://www.mineralbox.bizhttps://www.juwelo.dehttps://www.edelsteine-neuburg.de

Autor Thema: Bastnäsit-Gruppe  (Gelesen 2161 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Embarak

  • ******
  • Beiträge: 1.474
    • Mineralienbilder
Bastnäsit-Gruppe
« am: 26 Dec 11, 23:07 »
Hallo

Im Mineralienportrait Seltene Erden fiel mir bei den physikalisch-chemischen Eigenschaften der Satz auf,
daß viele chemische Verbindungen der REE-Metalle stark unter UV-Licht fluoreszieren.
Da eine meiner jüngeren Erwerbungen ein Bastnäsit-(Ce), Zagi-Mountain, Pakistan ist (Bild: 1324420983), habe ich gleich in der
"complete list of luminescent minerals" bei fluomin.org nachgesehen, wo dann auch tatsächlich Bastnaesite-(Ce)
unter dem Vorbehalt von Irrtümern aufgeführt ist. Die angegebene Referenz hatte ich zur Hand :
The Henkel Glossary of Fluorescent Minerals, Dr. Gerhard Henkel, Published by the Journal of the Fluorescent Mineral Society, Vol.15 , 1989

Zitat
Bastnäsite, exact species unspecified; series includes Bastnäsite-(Ce), Bastnäsite-(La), and Bastnäsite-(Y);
general formula (Ce,La,Y)(CO3)F; white SW; orange SW&LW;green (without filter) NS (3,3) (Green response is reflection of strong Hg emission line from unfiltered lamp; not a true fluorescence)
Also UV-Lampe geholt und LW und KW bei meiner Stufe getestet und sehe.....     keine Fluoreszenz !!  ???
Leider habe ich nur ein Stück zum Testen. Foto und Angaben passen auch zu den Vergleichsbildern bei mindat.
Nun kann Fluoreszenz auch von FO zu FO variieren.

Daher nun meine Frage, ob jemand weitere Angaben zur Fluoreszenz der Bastnäsit-Serie hat
oder Vergleichsstücke von anderen FO testen könnte.
Worauf bezieht sich die Aussage der Fluoreszenz der REE-Verbindungen?

Gruß
Norbert







Offline cmd.powell

  • ******
  • Beiträge: 1.356
  • Calcit vom Winterberg, Harz
Re: Bastnäsit-Gruppe
« Antwort #1 am: 27 Dec 11, 00:56 »
Hi Norbert

Ich hab einen Bastnäsit-(Ce) von Trimouns und den noch nicht getestet. Ich vermute mal, die Fluoreszens von SEE-Mineralen hängt auch davon ab, wieviele "Fluoreszenzkiller" die entsprechenden Minerale einbauen können. Zu den typischen "Fluoreszenzkillern" gehören ja Eisen und Kupfer, und grade Eisen kommt ziemlich häufig vor. Mag sein das viele SEE-Minerale parallel auch Eisen einbauen und deshalb nicht fluoreszieren. Synchisit z.B. steht gar nicht in der von Dir aufgeführten Liste, obwohl er theoristisch fluoreszieren könnte - chemisch und kristallographisch ist er ja nicht so wahnsinnig weit weg vom Bastnäsit.

Vielleicht ist es auch nur eine Frage der Anregungsintensität: Diesbezüglich habe ich erst vor kurzem einige Überraschungen erlebt, als ich mir - eigentlich mehr aus Spass - einen recht Leistungsstarken (100mW) "UV"-Laser gekauft habe. UV in Anführungsstrichen, weil der Laser 405nm hat, das ist für mich noch violett, aber egal. Tatsache ist, das dieser Laser selbst bei z.B. Calciten von Sterling Hill, die sonst nur im KWUV kräftig fluoreszieren, sehr intensive rote Fluoreszenz plus einer kurzen, ebenfalls roten Phosphoreszenz anregt. Die Phosphoreszenz sieht man als "Brennspur", wenn man den Laser über die Stufe bewegt. Auch bei einem sonst praktisch gar nicht fluoreszierenden Kutnahorit sieht man eine sehr deutliche Fluoreszenz + Phosphoreszenz - was letztlich mit das Faszinierensde bei dem Laser ist: Praktisch alle fluoreszierenden Minerale zeigen auch eine Phosphoreszenz, die man durch den engen Brennfleck gut wahrnehmen kann.
Ich müsste jetzt mal testen, ob der Laser es schafft, bei meinem Bastnäsit irgendwelche Fluoreszenzerscheinungen auszulösen.