http://www.phillisverlag.de/Kalender-Shop/Mineralienkalender/https://www.mineralbox.bizhttps://www.juwelo.de

Autor Thema: Neolithisches Beilklingenfragment aus einem nicht bekannten Mineralgestein / Quarzit  (Gelesen 9048 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

thovalo

  • Gast
Dies ist das Trümmerstück einer jungneolithischen Beilklinge mit ovalen Querschnitt aus einer im Rheinland vollkommen unbekannten unbekannten Mineralgesteinvarietät.

Sie stammt von einem Fundareal im "Niederrheinischen Tiefland".

Dieses für das Rheinland außergewöhnliche Artefakt fand sich unweit des Fundpunktes des Belegs eines "Prunkbeilklinge" aus Jadeit.
Diese Prunkbeilklinge ist im Rahmen des Europäischen Forschungsprojektes "JADE" in Tervuren bei Brüssel radiospektronometrisch analysiert worden. Das verwendete Gestein ist Jadeit vom Monte Beigua bei Genua/Italien.

Daher wäre es vorstellbar das auch das Fragment der spiegelnd glänzend polierten rötlich eingefärbten Beilklinge, von der dieses Trümmerstück stammt, aus dem "zirkumalpinen" Raum stammen kann.

Offline Moonk

  • ***
  • Beiträge: 56
Hallo Thomas, scheint eine schwierige Nuss zu sein, da sich noch keiner von den Experten gemeldet hat.

HG Hermann 8)

Offline Jörg

  • *****
  • Beiträge: 669
  • Machmal kommen sie auch von oben
    • Homepage
Hallo,

das sieht für mich nach einem ganz normalen gebänderten Quarzit aus. Möglicherweise auch als ursprüngliches Geschiebe.

Glück Auf!
Jörg

Matthias Borchardt

  • Gast
hi,
ich tippe auch auf ein geschiebe gestein oder durch flüsse antransportiertes geröll,die jungs damals haben doch alles was hart genug und den ansprüchen genügt hat verarbeitet.
einfach halt genau auf ihre bedürfniss abgestimmt, solltes damit mal zu einem geologischen institut gehen, die helfen immer gern weiter, denn ich hab die erfahrung gemacht, das man solch ein stück auf jeden fall selbst in der hand haben sollte um was genaues zu sagen, den per ferndiagnose auf nem bild ist das eher schwierig.
aber trotzdem ein tolles stück.
grüsse aus thüringen
dorypterus

Offline Mark77

  • ***
  • Beiträge: 336
  • Sine musica nulla vita.
    • Eigene HP Institut für UFG, Tübingen
Tja, lieber Thomas,

wenn ihr mich nciht einfach mal aus eurem so tollen Forum gekickt hättet, hätte ich dort ja schon was dazu schreiben können.
Ich würde das Material auf Grund seiner makroskopisch erkennbaren Körnung, der Farbe (dunkleres Grün als bei Jadeit) und des gesammten Habitus her als alpinen Radiolarit bezeichnen, wie er selten auch am Mittel- und Niederrhein durch fluviatilen Transport von Urmenschen aufgelesen wurde.

Schönen Tach,
Markus

Offline loismin

  • ******
  • Beiträge: 3.193
Hallo.

Quarzit mit Hämatiteinschlüssen !
Ein reines  abgerolltes Geschiebestück !

Und was soll das jetzt bitte mit Steinbeilen und sowas zu tun haben ??

Dieses Stück ist sicher nicht für ein Steinbeil geeignet und auf einer Seite mit einer Säge abgeschnitten und poliert.
Für mich auf keinen Fall ein Artefakt ! >:(
Aber ich laß mich ja auch gerne eines Besseren belehren falls da kompetente Leute was dazu sagen sollten !


loismin

Offline Jörg

  • *****
  • Beiträge: 669
  • Machmal kommen sie auch von oben
    • Homepage
Hallo,

Zitat
Dieses Stück ist sicher nicht für ein Steinbeil geeignet und auf einer Seite mit einer Säge abgeschnitten und poliert.
Für mich auf keinen Fall ein Artefakt !
Aber ich laß mich ja auch gerne eines Besseren belehren falls da kompetente Leute was dazu sagen sollten !

Genau den Eindruck habe ich auch. Ein glatter und polierter Sägeschnitt. Eine Schnitt- Haukante würde bei einem Quarzit viel zu schnell stumpf werden.
Teile die Meinung.

Viele Grüsse und Glück Auf!
Jörg

thovalo

  • Gast
Ich danke Euch für Eure Anregungen und Empfehlungen!

Ich kann gut nachvollziehen das es schwer fällt so ein Stück als Fragment einer Beilklingen anzusehen.
Es lag nicht nur dem zuständigen archäologischen Fachamt beim LVR vor, sondern auch dem geologischen Landesamt in Krefeld.
Dort war keine nähere Ansprache des verwendeten Gestein möglich.

Es handelt sich im übrigen nicht um einen planen Schnitt sondern ein im Querschnitt oval geschliffenes Objekt mit gewölbten Flächen.

glG thomas   



Offline Jörg

  • *****
  • Beiträge: 669
  • Machmal kommen sie auch von oben
    • Homepage
Hallo Thomas,

mit der Ansprache als Fragment tue ich mich nach wie vor schwer. Wenn Dir die beiden genannten Institutionen etwas anderes gesagt haben sollten, lasse ich das mal so stehen, ich vertrete hier nur meine Meinung, und dieses aufgrund der eingestellten Bilder.
Was für mich nach wie vor als küstlich geschaffenes Objekt dagegen spricht, ist die von Dir beschriebene ovale Form, Bild 2 und 4. Aufgrund des Fotos Nr. 3 sieht diese eher wie ein gerader Schnitt aus. Doch wenn diese oval ist, wäre diese sehr typisch für Geschiebe. Ich habe dazu Fotos von Quarziten im Fundzustand als Geschiebe angehängt. 

Zitat
Dort war keine nähere Ansprache des verwendeten Gestein möglich.
Im BGR Hannover (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe) sind mit Deinem Fund vergleichbare Quarzite in der Geschiebesammlung vorhanden.

Glück Auf!
Jörg

Offline Sonnenberg

  • inaktiver User
  • ***
  • Beiträge: 226

Hallo,
also für mein Gefühl sehe ich in der Krümmung der Bilder 2 und 4  das Teil eher als Bruchstück eines sogen. Schuhleistenkeiles ,kein Beil-auch wenn nach neuesten Recherchen diese in der Holzbearbeitung verwandt wurden.
und tschüß
Ulrich

Offline oliverOliver

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 12.490
  • REsearch and destroy
    • naja ....
lang ists her, trotzdem eine abschließende Meinung,
auch als Reaktion auf bzw. Zusammenfassung der bisherigen Antworten:
Material: alpinen Radiolarit schließe ich aus, den kenn ich gut genug. Stimme eindeutig dem feinkörnigen Quarzit zu, die Fotos sind ausreichend gut. Eine nähere Herkunftsbestimmung traue ich mir nicht zu, dazu ist`s doch zu weit von meinem Arbeitsgebiet entfernt. Wenn aber von Geschiebekundigen vermutet wird, dass es sich ursprünglich um ein Geschiebe handelt, hab ich dem nichts hinzuzufügen ! (Herkunft bleibt also unbestimmt).
Warum - bezugnehmend auf eine der Antworten - das Material nicht zur Geräteherstellung geeignet sein sollte, bleibt mir ein Rätsel - Quarzit wurde öfters verwendet, ist halt nur aufgrund der Härte schwerer zu bearbeiten als z.B. Serpentinit, aber für die damaligen Vollprofis war das kein Problem. Damit sind wir schon beim letzten Punkt, nämlich dass von manchen der Artefaktcharakter angezweifelt wurde: wieder zeigen die Fotos genug, um das eindeutig als Fragment eines vmtl. leicht querschneidigen Beils oder einer Dechsel anzusprechen. Aufgrund des doch nicht ganz alltäglichen Materials und dessen auffälliger Farbenpracht vielleicht kein Arbeitsgerät, sondern eher ein Prunk- oder Repräsentationsstück.
« Letzte Änderung: 23 Dec 13, 21:28 von oliverOliver »

Offline Harzsammler

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.887
Damit sind wir schon beim letzten Punkt, nämlich dass von manchen der Artefaktcharakter angezweifelt wurde: wieder zeigen die Fotos genug, um das eindeutig als Fragment eines vmtl. leicht querschneidigen Beils oder einer Dechsel anzusprechen. Aufgrund des doch nicht ganz alltäglichen Materials und dessen auffälliger Farbenpracht vielleicht kein Arbeitsgerät, sondern eher ein Prunk- oder Repräsentationsstück.
Wie kommst Du denn denn zu dieser eindeutigen Aussage? Dann wäre ja jedes Fragment eines ovalen Geröll/Geschiebe-Quarzits ein potentielles Artefakt. Außerdem kommt es jedenfalls mir auf Bild 1 so rüber als wäre das "polierte" eine glatte Harnischfläche. Der TE schreibt auch nichts davon, dass man ihm im Museum das Fundstück als Artefakt bestätigt hätte.

Grüße,
Michael

Offline oliverOliver

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 12.490
  • REsearch and destroy
    • naja ....
hallo Michael,
Dann wäre ja jedes Fragment eines ovalen Geröll/Geschiebe-Quarzits ein potentielles Artefakt.
Gott bewahre ! -  :D - beileibe nicht ein jedes !!

Wie kommst Du denn denn zu dieser eindeutigen Aussage?
naja, hab mich halt ziemlich lange (und intensiv) mit neolithischen/chalkolithischen geschliffenen Steingeräten beschäftigt. Und hab auch (vor > 15 Jahren) mal einige in "alter Technik" (also nur mit Quarz-Schlagstein und Sandsteinschleifplatten) selbst hergestellt. Auch mit dem Problem "Artefaktfragment oder narürliches Bruchstück" bin ich zwangsläufig immer wieder konfrontiert - und die Form hier auf den Fotos (2 x Querschnitte) ist für mich recht eindeutig.

Außerdem kommt es jedenfalls mir auf Bild 1 so rüber als wäre das "polierte" eine glatte Harnischfläche.
wären dann aber 2 - gegengleich gewölbt ?  ??? ? (unter Berücksichtigung der anderen Fotos)

Ich versteh deine Skepsis zutiefst, weil ich bin ja bezüglich fraglicher Artefakte selbst auch immer äußerst kritisch. Im vorliegenden Fall scheint mir das aber kein fragliches, sondern schon ein sicheres Artefaktfragment zu sein.

frohe Weihnachten !

Offline Kluftknacker

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.775
Wenn ich in meinen heimischen Kiesgruben sammeln gehe, dann kommen mir öfters solche "Gebilde" vor. Diese kann man als Quasi-Artefakte bezeichnen, denn sie entstehen, wenn die Gnubbel vom Förderband nach der Klassierung von 4-5 m Höhe auf die Halde (und die Gnubbel darunter) aufschlagen und entweder der stürzende oder der unten liegende Gnubbel dabei zerschlagen werden.
Gleiches passiert auch beim horizontalen Transport (auch: Geschiebe). Wenn es danach ginge, dann ist auch mein Garten eine neolithisches Werkzeugtrümmerfeld  8)

Guten Abend
Kluftknacker

Offline oliverOliver

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 12.490
  • REsearch and destroy
    • naja ....
ich will ja nicht unbedingt jemanden von meiner Meinung überzeugen -
drum schrieb ich ja auch
Zitat
und die Form hier auf den Fotos (2 x Querschnitte) ist für mich recht eindeutig

und ich kann das anhand der Fotos natürlich auch nicht beweisen (und will es auch gar nicht), der Eindruck resultiert nur aus meiner 30jährigen Erfahrung auf diesem Gebiet - was ja bekanntlich immer eine sehr subjektive Angelegenheit ist .... (und daher auch mein letzter Kommentar dazu  :) - das Material ist bestimmt, worum es hier ja eigentlich ging, und den Rest soll jeder sehen wie er will ...)
« Letzte Änderung: 24 Dec 13, 07:38 von oliverOliver »

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge