Hallo,
ui, hier dampft die Erregung ja aus allen Poren.
Ein paar Sätze zum DSchG BW:
@Smoeller:
Laut Gesetz ist nicht nur das Aufgraben der Halde eine Ordnungswiedrigkeit, sondern auch die gezielte Suche nach Bodendenkmalen. Darf ich dann nicht einmal mehr gezielt Bergbauspuren im Gelände lokalisieren?
Da hast Du was massiv falsch verstanden. Natürlich darfst Du gezielt nach Bergbauspuren im Gelände Ausschau halten, Du darfst Dich ihnen auch nähern und sie sogar betreten (soweit Du dadurch nicht die aufgefundene Situation veränderst - bei Halden wohl eher keine Gefahr). Ich schicke Dir noch eine PN.
@Kluftknacker:
Die in B.-W. sind ja anscheinend völlig "aus dem Ruder". Das ist ja ein Freibrief, wirklich alles zu verbieten. Darf man dann noch über Freiburger Pflaster laufen, nutzt sich ab ....? Völlig krank ....
BW hat m. E. ein sehr liberales DSchG. Entscheidend ist, wie es von den zuständigen Stellen gelebt wird. Denn es bietet nur Rahmenbestimmungen, die sehr viel Spielraum für die Interpretation lassen. Die Interpretation der zuständigen Stellen wiederum hängt stark von den beteiligten Personen und den konkreten Umständen ab.
Bei uns wird keiner vor den Kadi gezerrt wenn er mineralien- oder fossiliensuchender Weise über einen Acker marschiert, der bspw. auch steinzeitliche Funde birgt. Nur sollte man die halt liegen lassen bzw. melden und nicht insgeheim als nette Beifunde mit in die Tüte packen. Und auch keine Löcher dort graben, sondern sich mit Oberflächenfunden begnügen. Noch nie, never ever, hat mich hier in all den Jahren irgend jemand beim Suchen angesprochen und mich irgendwelcher Verstöße gegen das DSchG bezichtigt. Und die Male, wo Passanten wenigstens fragten, ob mein Tun eigentlich legal oder vom Grundbesitzer erlaubt sei, die kann ich an einer Hand abzählen. Sobald man ihnen zeigt dass man weder Goldnuggets noch Römerstatuen in der Tüte hat sind sie völlig beruhigt und höchstens noch interessiert, etwas über die Erdgeschichte ihrer Gegend zu erfahren.
Generell muss ich mal fragen: In dem Thread - Mineralfundstellen im Schwarzwald - der Auslöser für diese Diskussion war, wurden zahlreiche Althalden im Schwarzwald gelistet, die meisten mit dem Hinweis dass es dort nichts mehr gäbe, oder nur noch Belege, es sich meist nicht lohnen würde, usw.
Ja, lohnt denn dann überhaupt diese Diskussion hier? Und: Gibt es nur auf alten Bergbauhalden etwas zu finden? Ich habe da schon andere Erfahrungen gemacht, auf frei zugänglichen Blockhalden natürlichen Ursprungs, in weiter Entfernung zu irgendwelchen Bodendenkmälern. Freilich muss man diese Fundstellen selbst suchen, sie verraten sich nicht durch Einträge in historischen Bergbauakten und sie sind auch nicht ausgeschildert oder durch Wanderwege erschlossen. Man findet dort auch nicht zwangsläufig immer exakt das was man sich vorgenommen hatte, denn man hat die Fundstelle ja nicht infolge einer gezielten Recherche nach Mineralienlisten im Internet anhand einer persönlichen Wunschliste entdeckt. Dennoch finde ich persönlich diese Erkundungen und das zufällige Entdecken spannender, als irgendwo hin zu fahren, wo ich weiß, dass Stufen von dort schon in allen Sammlungen der Republik liegen. Das schönste am Sammeln ist für mich der Überraschungsfaktor.
Gruß,
Rainer