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Südamerika-Kenner angesprochen
Daachhex:
Habe Nachricht aus Berlin:
Mit Sicherheit nicht archäologisch - Blasinstrument (Flöte) - sehr wahrscheinlich Glimmer!
Was mache ich jetzt mit all den Sachen ? Am besten eine eigene südamerikanische Ausstellung und
kassiere dafür Eintritt (ist nur ein bis'chen wenig Zeugs dafür).
Na ja, mal sehen was mir dazu einfällt.
guefz:
Mach halt Musik damit in der Fußgängerzone >:D
Günter
pseudonym:
Am besten niemals als Tourist was kaufen das man nicht selber rausgemeißelt hat . . .
MartinB:
Ist doch ganz easy:
Das Bild von Uwe zeigt ein bei etwa bei 1000 Grad Celsius gebranntes Stück, ich denke, eher niedriger. (weiter oben neigt der eisenhaltige rote Ton meist zum Schmelzen). Ich halte die Glasur in diesem Schmelzbereich für eine Bleiglasur, vieleicht (unwahrscheinlich, weil hier erst relativ spät entwickelt) auch glasiert auf Feldspatbasis. Kann man testen lassen, kostet nicht die Welt. Deutet jedenfalls beides auf ein Imitat unter europäischen Einflüssen hin, die ursprünglichen Amerikaner hatten einfacherer Methoden zu glasieren. Allerdings laufen beide Glasurtypen nur dann flüssig (und Cracleefreifei - meint Rissfrei), wenn es wirklich heiß genug wird, Ne, stimmt nicht ganz, Differenzen zwischen den Ausdehnungskoeffizienten von Ware und Glas können auch Risse erzeugen. Haben wir hier aber nicht. Holzfeuer erzeugt Temperaturen bis knapp unter 1050 Grad, was darüber menschgemacht holzbefeuert schmilzt, braucht Steine, die Speicherwärme zurückwerfen. Also einen Steinzeugbrennofen. Das ist eine Technik, die wir erst im späten Mittelalter entwickelt haben (die Franzosen in Europa zuerst), und die auch die Chinesen nicht vor 1.000 n. Chr. hatten, eher später.
Das erste Stück könnte echt sein, allerdigs glaube ich nicht, dass ein so weich gebranntes Stück die Zeit überdauert. Das Stück hat Kohlenstoff in sich, und der mag keine Hitze. So eine Weichware (Zeug, das bei niedriger Temperatur gebrannt wird und in das dann Ruß einpolliert wird, um es wasserdicht zu machen), wird noch überall hergestellt. Traditionell z. B. in Ungarn. Bitte nie ernsthaft anfassen
Wie auch immer: Beide Stücke sind weiche Ware, kein Steinzeug, gebrannt unter oder knapp über 1.000 Grad. Uwes Stück ist wahrscheinlich mit einer unwahrscheinlichen, entweder mit Zink, Titan- oder Blei- gefärbten Zinglasur gefärbt, und das Objekt A ist womöglich traditionell gebrannt (regionalen Ton ausgebuddelt, geformt, im Holzhaufen gebrannt), jedenfalls legt die schwarze Farbe nahe, das der Ton reduziert oder zumindest geräuchet wurde. Wenn Du den Götzen polierst, hast Du vielleicht lange Freude daran. Ist wohl nur gebackener Ton, kann durch den Ruß (einpoliert), Feuchtigkeitsresistenz gewinnen, fallen lassen solltest du das Stück nicht. Im Zweifel eher nachpolieren und unter Glas stellen (mit irgendwas stark hydroskopischen).
Ich täts ja als Touristennepp abtuen ...
LG
Martin
Daachhex:
Also, das Stück hat meine Schwester in den 70er Jahren mitgebracht, da hat sie nämlich in Kolumbien als Vermessungstechnikerin gearbeitet und die naheliegenden Länder in ihrer Freizeit bereist. Leider kann ich sie nicht mehr fragen, daß sie nicht mehr in dieser schönen Welt weilt. Nach dem Hartgeld zu urteilen, daß sie noch in einer Tasse hatte, ist sie damals in Mexiko, Nicaragua, Peru, Guatemala, Columbia, Panama, Honduras gewesen.
Günter, Musik in der Fußgängerzone mit nur 2 verschiedenen Tönen, wäre etwas ärmlich. Die passende Kleidung dazu hätte ich ja, außer dem Hut, den Frauen dort auf dem Lande normalerweise getragen haben.
Es kommt bestimmt von dort, aber das Museum hat gesagt, daß es nicht archäologisch ist, somit ist es etwas
nachgemachtes aus der Zeit in den 70er.
So, gut ist und danke an alle.
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