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Autor Thema: Die perfekte Stufe  (Gelesen 37636 mal)

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Offline endeavour-minerals

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Die perfekte Stufe
« am: 23 Apr 12, 22:36 »
Hallo,

bei mindat wurde am 19. ein interessanter und sicher diskussionswürdiger Artikel von Mario Paulwels gepostet.

http://www.mindat.org/article.php/1478/Criteria+voor+het+verzamelen+van+esthetische+mineralen.

Ich selber stimme den Ansichten von Mario Paulwels insoweit zu das die Qualität einer Mineralienstufe von großer Bedeutung ist, aber ansonsten habe ich bei diesen Ansichten „Bauchschmerzen“.  Ähnliche Ansichten hatte übrigens auch schon Wayne A. Thompson in seinem Beiheft „Ikons“  im The Mineralogical Record von 2007 vertreten. Legt man diesen Maßstab ohne Abweichungen an den einzelnen Mineralstufen oder ganzen Sammlungen zu Grunde, würden viele Sammlungen einen Nullwert haben (ideeller Wert), was aber auch nicht problematisch ist solange man Sammler und kein Investor ist. Das sammeln von Mineralien an sich entwickelt sich mit diesen Maßstäben zu einer Kunstform und der Sammler wird zum Künstler. Das was mich dabei am meisten erschreckt ist die Tatsache das derartige Sammlungen relativ gleich strukturiert sind (fast immer die gleiche Mineralabfolge), sie zeigen keinen Charakter mehr, keine Entwicklung des Sammlers, alles ist zu perfekt. Da ich nun auch Einblick in historische Sammlungen der letzten 2 Jahrhunderte habe, kann ich schon sagen das sich das sammeln an sich verändert hat. Und gerade dieser Trend/Mode wird den ursprünglichen wissenschaftlichen Anspruch des Mineraliensammels komplett verdrängen. Auch damals hat man auf Qualität geachtet, aber die Maßstäbe wahren halt andere. Mit diesem neuen Trend (so neu ist er ja nun auch nicht)  werden sehr viele Mineralien einfach uninteressant, weil sie nicht den Maßstäben entsprechen, ähnlich sieht das mit den Fundorten aus. Nicht jeder Fundort hat Mineralien entwickelt wie sie in den Vorstellungen der perfekten Mineralienstufe geäußert werden. Sicherlich soll jeder sammeln wie er möchte, ich selber bevorzuge dabei den klassischen Stil. Aber es macht keinen Sinn sich permanent einen gewissen Modetrend anzupassen sei es das sammeln von „Ikons“ (Masterpieces) die Mario Paulwels anspricht oder das beschränken auf bestimmte Lokalitäten, denn Grenzen setzt sich nun mal nur der Mensch. Für mich ist eine Sammlung die auch den einen oder anderen Beleg in ihren Bestand hat , wo man Höhen und Tiefen des Sammlerlebens sehen kann (Charakter), bei der auch Eigenfunde mit dabei sind, in ihrer Gesamtheit Harmonischer anzusehen als eine durchgestylte überperfekte Ansammlung von Mineralischen Kunstobjekten. Dies ist meine Meinung!

Ingo

Offline Goldi85

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #1 am: 23 Apr 12, 22:45 »
Hallo Ingo,

ja, da hast du nicht unrecht. Über die individuelle Einstellung beim Sammeln ist ja nichts zu sagen, aber was ich bedauernswert finde, ist die stattfindende "Optimierung" mancher Stufen. Beispiele? Großstufen werden zu Kleinstufen kaputtgetrimmt, Cuprite aus Namibia ins HCL-Bad geworfen um den Malachit wegzubekommen und bei Wulfeniten aus Los Lamentos wird der Endlichit-Überzug weggesandstrahlt. Nicht, weils die Stufe interessanter macht, sondern weil die weisse Matrix optisch so ansprechend ist  ::)
Nichts gegen Präparation unter der Beachtung der Verhältnismäßigkeit aber sowas geht m.E. zu weit.

Gruß  Daniel

Offline pseudonym

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #2 am: 23 Apr 12, 22:47 »
Recht so , an Belegen ist doch nix schlechtes , mit nen Millionenerbe perfekte Stufen ausm ganze Sonnensystem  ;) aufkaufen und dummes Zeug quatschen von wegen Kunst und so kann jeder , aber mit Geduld und Spucke und nen ´´Arbeiterbudget´´ über Jahre ne Sammlung zusammentragen und dann auch noch bei jedem Stück zu wissen was es genau ist , wie es entsteht und alles andere was uns dazu interessiert - das kann eben nicht jeder !

Mir isses lieber ich find irgendwo nen kleinen Beleg als das ich irgenwas aus China kaufe , obwohl für manche sicher meine gesammte Sammlung nur aus Belegen besteht - aber es ist meine !

Offline Hammerfaust

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #3 am: 24 Apr 12, 08:48 »
Moin zusammen,

leider kann ich wegen der Sprachlichen Begebenheiten dem Artikel nicht ganz folgen.  ;D
Aber diese Diskussion hatten wir hier vor kurzer Zeit schon einmal.

Ich finde jeder soll selber entscheiden was und wie er sammelt und ob er seine Stufen nachbehandelt oder nicht und sich nicht nach Leuten richten die ein wenig zu viel Geld auf der Kannte liegen haben

Wenn man ein bisschen sucht, findet man hier viele Beiträge wo es darum geht irgendwelche Beläge von Kristallen herunter zu bekommen.
Ich muß es ja nicht machen...

Es wird immer Leute geben die solche Sachen als Statussymbol kaufen werden und wenn das Interesse mal größer wird werden dann im zweifel auch mal die Preise steigen. Oder genauso gut dann auch wieder fallen wenn die Stufen keiner mehr kauft.

Ich z.B. habe mir vorgenommen meine Sammlung Regional und durch selber suchen und finden aufzubauen. Und wenn ich vom Mineral X vom Fundort Y erst mal nur was derbes finde, dann kommt halt erst einmal dieser Beleg in die Sammlung. Wenn ich dann irgendwann mal Kristalle davon finde, fliegt, aber auch nur vielleicht, der Beleg wieder raus.
Falls sich mein Interesse mal ändern sollte, vielleicht zu China oder Russland, dann muß ich halt mehr Geld in die Hand nehmen um selber dort hin zu reisen oder mir die entsprechenden Stücke zu kaufen.
Aber so ist es ja bei jedem Hobby...Fotos kann ich vor der eigenen Haustür machen oder irgendwo nach Kanada reisen...oder Fliegenfischen in Neuseeland, ist auch ganz schön...

Man sollte auch bedenken, dass wenn es keine Leute gibt, die viel Geld für Großstufen hinlegen, es vielleicht auch die vielen kleinen Stücke nicht geben würde die von entfernten Fundorten bei uns auf dem Markt auftauchen...


Schöne Grüße Hammerfaust

Offline raritätenjäger

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #4 am: 24 Apr 12, 14:09 »
Hallo,

hat man für das "neue Sammeln" (geht in der Tat mehr und mehr in Richtung Kunstmarkt) was übrig, dann ist das kein schlechter Artikel. Leider ist es die von Ingo angesprochene "durchgestylte überperfekte Ansammlung von Mineralischen Kunstobjekten", die immer mehr Leute auch hierzulande zuhaus stehen haben wollen.

Natürlich kann man darüber schimpfen, ich selbst verstehe es auch nicht. Aber soll jeder machen, wie er will. So lange die Leut damit glücklich sind (die meisten sind´s nicht!) ist doch alles schön. Für dies und jenes macht solch ein Ansinnen die Preise kaputt, aber es bleibt wohl imer noch vieles übrig für jene, die auch an einer Sammlung nicht perfekter Stufen Gefallen finden. Was die Börsen angeht, so merke ich immer mehr, dass viele wirklich interessante Sachen gar nicht mehr beachtet werden, gerade, was Lokalbelege angeht. Da frage ich mich immer, würde das vor 10 Jahren auch immer noch hier gestanden haben, zwei Stunden vor Börsenschluss? Tja, eingesackt und stillen Dank an die "Protzsammler" ;).

Ich finde auch, dass solche sterilen Sammlungen nicht mehr den Charakter haben, der ihnen eigentlich zukommen sollte. Aber: "wat dem eenen sin Uhl, dat is dem andern sin Nachtigall". In diesem Sinne

Gruß
Andreas

Offline Tobi

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #5 am: 24 Apr 12, 14:23 »
Eine interessante Diskussion! Ich selbst sammle ja auch nach ästhetischen Aspekten, einfach nur Belege brauche ich nicht, hebe höchstens von besonderen Mineralien (klassischer Fundort, seltene Paragenese oder Ausprägung etc.) mal einen auf, ansonsten muss es mir schon "gefallen". Auf der einen Seite registriere ich hier in vielen Threads eine gewisse Abneigung gegen diesen Sammelstil, da einige das als charakterloses, steriles Sammeln von Kaufobjekten bezeichnen. Wir haben das oft ausdiskutiert und müssen das hier nicht erneut tun. Jedoch fällt mir, und damit zum Ausgangsthema dieses Threads zurück, selber auf, dass das Sammeln "perfekter" Stufen teilweise eine recht schräge Richtung einschlägt.

Klar gibt es gewisse einheitliche Vorstellungen davon, was eine Stufe perfekt und hochwertig macht, solche Auflistungen wie die von Mario Pauwels (der man als Deutschsprachiger durchaus ganz gut folgen kann) geben da ein recht klares Bild von ab. Mir fällt z.B. jene von Stuart Wilensky ein, der ja nun als Händler der mitunter teuersten und erlesensten Mineralstufen der Welt gilt: http://www.wilenskyminerals.com/about/criteria/

Wenn ich mir das durchlese, dann gehe ich als Sammler schöner Mineralien natürlich weitgehend d'accord, aber so manches Mal finde ich diese Richtlinien auch zu streng ausgelegt, vor allem bei Sammlern jenseits des Atlantik. Damit spreche ich auf hier bereits genannte Aspekte an, z.B. auf Gedeih und Verderb Beläge abzulösen, zu sandstrahlern oder durch Tauchbäder irgendwas zu entfernen, bis wirklich nur noch ein künstlich bearbeitetes Stück "Perfektion" übrig bleibt. Und das ist meiner Meinung nach auch absolut nicht Sinn der Sache. Ich stehe total auf ästhetische Mineralien, aber wenn ich oben lese, dass man bei Wulfeniten aus Los Lamentos Begleitmineralien wegstrahlt, damit der Wulfenit nur mit möglichst großem Kontrast auf einer sterilen, weißen Matrix sitzt - dann kann ich da nur mit dem Kopf schütteln! Ein toller Wulfenit aus Los Lamentos ist ein Traum, wünsche ich mir für meine Sammlung auch - aber einen mit weggefrästem Begleitmineral würde ich nicht haben wollen. Dann sind wir nämlich wirklich fast so weit, dass die Mineralien KUNST STATT NATUR sind, und das sollte nicht das Ziel sein!

Anderes Beispiel wäre Fluorit aus China: Ich sehe manchmal (für mich grottenhässliche) Stufen, bei denen die Kristalle freigeätzt wurden und wie aufgeklebt auf weißem Gestein sitzen. Bei manchem amerikanischen Händlern kostet ein solches Gebilde dann so viel wie ein VW Golf. Ich, der echt total auf chinesische Mineralien steht, würde so ein Teil nicht haben wollen! Dann, ganz ehrlich, doch lieber einen, der mit Calcit überkrustet ist oder so und eine tolle natürliche Bildung darstellt. Zu viel Manipulation ist einfach nicht gut.

Das Gleiche gilt für den totalen Wahn, absolut perfekte Stufen ohne auch nur die kleinste Beschädigung oder den kleinsten verheilten Kristall oder sonstwas haben zu wollen. Das gipfelt dann darin, dass man in Tucson marokkanische Vanadinite für 3000 Dollar kaufen kann, nur weil wirklich jeder Kristall ohne die kleinste Schramme ist und sie alle perfekt ausgebildet sind. Die gleiche Stufe gibt es auf einer deutschen Börse für 30 Euro, dafür sind dann eben ein paar Kristalle eben nicht absolut perfekt. Klar, zerbrochene Kristalle und beschädigte Stufen sind ägerlich und nicht erstrebenswert, wenn sie unter der Beschädigung leiden. Aber mal eine kleine Schramme oder so an einer insgesamt sehr schönen Stufe, wo ist das Problem?!

Ästhetische Gesichtspunkte hin oder her: In meiner Sammlung finden sich zahlreiche Stufen, bei denen die "Perfektion" darunter "leidet", dass sie z.B. von anderen Mineralien überkrustet sind. Nie im Leben würde ich die entfernen wollen. Ich habe diese Stufen nicht trotz, sondern WEGEN ästhetischer Aspekte! Von daher muss man denke ich einen Unterschied machen zwischen "normalen" Ästhetik-Sammlern wie mir und vielen anderen hier, die Mineralien als Natur sehen und erleben und die daran sogar schätzen, dass Mineralien trotz all ihre Regelmäßigkeiten eben auch mal Fehler aufweisen und man an ihnen Entstehungsprozesse erkennen kann, und dann solchen, die ein Begleitmineral wegstrahlern lassen, nur weil dann der Farbkontrast zwischen dem Hauptmineral und der Matrix zu 20 % intensiver ist. Das finde ich selber nicht normal und das ist meiner Meinung nach dann wirklich nichts weiter als Status- bzw. Kunstobjekte sammeln, mit Freude an den Schätzen der Natur hat das nichts zu tun.

Tobi

Offline Sebastian

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #6 am: 24 Apr 12, 15:30 »
Hallo,
jedem das seine... mehr muss dazu nicht sagen.
Denn alle Kriterien sind subjektiver Natur.
Man kann Mineralien nicht wirklich in so ein enges Gerüst von Faktoren zwängen.
Es sind so viele Faktoren dabei vorhanden ob einem die Stufe gefällt oder nicht,
da kann man nicht mit der Liste in der Vitrine umhergehen und sagen "weg, weg und der da auch...".
Aussehen mag ja ein Kriterium sein aber es gibt so viele mehr, die viele nicht verstehen, sondern nur ein jeder für sich.
Und das ist gut so.
Gruss Sebastian

Offline Fluoritxx

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #7 am: 24 Apr 12, 17:15 »
Hallo...jeder sammelt nach anderen Gesichtspunkten oder Themen und hat seine eigenen Vortsellungen wie eine bzw. seine Sammlung aussehen soll.Nur keiner sollte meinen beurteilen zu können wie eine Sammlung auszusehen hat denn dafür haben alle die verschiedensten persönlichen Gründe und Richtungen.Das muss auch jeder bei jedem anerkennen und akzeptieren.
Ob nun Eigenfunde,Belege oder Schaustufen.Da lass ich vor den Schaustufen das Wort perfekt weg denn wer will beurteilen ob etwas perfekt ist oder nicht.Das kann keiner ...es ist dann immer für denjenigen selber Perfekt aber ob es andere auch so sehen weis man nicht.
Das einzigste womit ich Probleme habe ist das herummanipolieren an Mineralien Stufen.
Da fehlt für mich dann irgendwie das natürliche originale und so wie es ürsprünglich gefunden wurde.
Aber auch da macht das eben jeder so wie er es für richtig befindet.

Offline endeavour-minerals

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #8 am: 24 Apr 12, 23:18 »
Hallo,
es ist schön dass diese Diskussion sachlich verläuft und nicht polarisiert wird, wie so oft bei diesem Thema. Danke

Zum Thema: Es ist so dass es viele verschiedene Stilrichtungen für das sammeln von Mineralien gibt. Mario Paulwels tendiert klar in die künstlerische Richtung, was ja auch ok ist. Dieser Trend oder Stilrichtung kommt so wie ich das sehe aus den USA, wo eine bestimmte Klientel von Sammlern und Händlern diese Stilrichtung als hohe Schule des Mineraliensammelns ausgelobt hat. Oft werden Mineralien die in dieses Schema passen in Magazinen und Hochglanzprospekten abgelichtet, was diesen Trend klar fördert. Und da ist der Knackpunkt für mich, es wird vielleicht unbewusst nur eine Stilrichtung überproportional beworben bzw. forciert, dies ist aber perspektivisch negativ für die „Nachwuchsförderung“. Es ist wie beim Hochsprung, hängt die Latte zu hoch, kann sie nicht überwunden werden und somit sinkt auch die Motivation überhaupt Hochsprung zu betreiben.

Einen nächsten Punkt den Mario Paulwels anspricht ist der, wenn ich es richtig verstanden habe, das man auf Börsen lieber nichts kaufen soll als irgendwelche Frustkäufe zu tätigen. Das ist im Grunde ja richtig, aber wenn ich zu 5 Börsen fahre und nur auf einer Börse einen entsprechenden Kauf tätige, sagen wir mal im 200-300 Euro Bereich, dann habe ich aber inklusiver aller Spritkosten auch zu den anderen Börsen am Ende für diese Stufe ein vielfaches mehr ausgegeben, auch wenn sie vielleicht ein Schnäppchen war. Die Rechnung von Mario Paulwels hat somit einen gewaltigen Pferdefuß. Zumal die Stücke die diese Kriterien erfüllen sehr selten zum Schnäppchenpreis zu haben sind, diejenigen die so etwas anbieten wissen meist schon was sie haben.

Wiegesagt bei dieser Stilrichtung bleiben viele Mineralien und auch Fundorte auf der Strecke, weil sie einfach nicht in das Schema passen, wenn das geistig befriedigt dann ist das ok. Aber wer sich intensiv mit seinen Mineralien, den jeweiligen Fundorten oder der Historie beschäftigt, entwickelt ein anderes Verhältnis dazu und wird automatisch von diesen Kriterien abrücken. Und sicher ist es schön die eine oder andere Stufe dieser Qualität in der eigenen Sammlung zu haben, aber nur solche Stufen ist einfach,in meinen Augen eine absolute Reizüberflutung, man verliert dann schnell die Begeisterung für die banalen Stufen.

Ingo

Offline Klinoklas

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #9 am: 24 Apr 12, 23:49 »
Hallo,

ich habe bei so manchen "Wir kaufen ganze Sammlungen" Händler ein mieses Gefühl.
Es ist klar, dass sie an die "German Classics" wollen, aber dafür wird über Leichen gegangen.
Die Sammlungen werden von toten Sammlern für einen Appel und ein Ei aus der Portokasse
gekauft. Nur einzelne Stufen werden dann für ein vielfaches wieder verkauft.

Nicht so gute Stücke landen bei denen wahrscheinlich im Bauschuttcontainer.
Dabei geht sicher der eine oder andere wirklich seltene, aber nicht unbedingt schöne
Schatz für immer verloren.

Gruß
René

Offline thothie

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #10 am: 25 Apr 12, 00:06 »
Ja es gibt sie: Die perfekte Stufe!

Je größer, um so besser, mit optimal ausgebildeten hochglänzenden seltenen Kristallen, die  zudem noch optimal von der Matrix herausragen und nicht etwa nur aufgewachsen sind, die von ihrer Größe und Ausbildung weit über ihre herkömmliche Erscheinung herausragen, wo die Matrix möglichst wenig Raum einnimmt und im Besten Falle auch noch unauffällig und Farbkomplementär zu den Kristallen ist.

So etwas hätte ich dann auch ganz gerne, nur macht mich das noch lange nicht zum Künstler, sondern eher zum Sammler von ästhetischen Stufen. Der Vergleich zu Kunstsammlern dürfte insofern eher angebracht sein.
Das ist aber auch eine besondere Klientel, das Sammeln von Kunst ist für Die meisten professionellen Sammler dann doch eher so etwas, wie ein Investitionsgeschäft,bei dem man horende Gewinne machen kann, oder eben auch eine Bauchlandung.
Die interessieren sich einen Schnurz für die Kunst, oder gar den Künstler. Die wollen money machen und mehr nicht.
Das kann man durchaus auch auf Sammler solcher horend seltenen und teuren Stufen übertragen. Die haben nur nen Haufen Geld und spekulieren halt nen bisken, um da noch mehr draus zu machen. Denen ist es doch völlig schnurz, ob es nun Mineralien, Kunst oder Börsengeschäfte sind.
Nen Steinbruch oder eine Halde haben die in ihrem Leben noch nie betreten und können sich überhaupt nicht vorstellen, was ein echter Sammler, der sich an die Fundorte begibt und dort in mühseliger Arbeit und mit viel Glück eine ästetische perfekte Stufe birgt, für einen Glücksmoment empfindet.
Am Anfang meiner Sammeltätigkeit hab ich ja auch so gedacht. Da habe ich keine Börse ausgelassen und Stufen gekauft, die in meinem Rahmen bezahlbar waren und natürlich möglichst groß und ästhetisch.
Heute kann mich das überhaupt nicht mehr reizen, denn das Einzige was zählt ist Selbersammeln, bzw. richtig Arbeit, Buddeln in der Halde und Kloppen im Anstehenden, der Aufenthalt in der Natur und Stufen für lau.




Offline jkstar

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #11 am: 25 Apr 12, 16:36 »
Restauraties.
In een zeer beperkt aantal gevallen zijn restauraties van uitzonderlijke of complexere matrix specimens verantwoord. Ikzelf ben er niet zo'n grote voorstander van en in mijn hele verzameling zijn dan ook maar twee gerestaureerde specimens te vinden, namelijk twee unieke Toermalijn specimens op matrix. Mineralen en edelstenen worden dikwijls in een zeer hard gesteente gevonden en het ontginnen ervan gebeurt dikwijls met explosieven. Sommige specimens blijken na het ontginnen en uitruimen van de pocket waarin ze gevonden werden toch zo uitermate uniek te zijn, dat enkel een restauratie redding kan brengen om een uniek specimen toch te conserveren. In dit geval wordt op een zeer professionele manier bv. een gebroken Toermalijnkristal terug in zijn oorspronkelijke staat hersteld, of terug in de originele positie terug op zijn oorspronkelijke matrix geplaatst. Restauraties hebben dus absoluut niets te maken met de verwerpelijke vervalsingen die uit winstbejag soms op beurzen wel al eens worden aangeboden! Uiteraard mag het restaureren van specimens absoluut niet veralgemeend worden, want op beurzen of op websites van dealers zie je soms wel eens banale en waardeloze specimens die enkel om puur commerciële redenen toch gerestaureerd zijn. Restauratie wordt dus enkel getolereerd voor de echte topspecimens, vergelijk het zo'n beetje met de restauratie van een uniek schilderij van Rubens...

Es würde mich mal interessieren, was unter diesem Punkt steht, leider kann ich das nicht gut verstehen, restaurieren bei Topstufen ist erlaubt, oder nicht (?), kann denn Text oben mal jemand in 1-2 Sätzen interpretieren ??!

Viele Grüße
Julian

Offline Sebastian

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #12 am: 25 Apr 12, 17:34 »
Google Übersetzer ??   ;D
schöne Grüße Sebastian

Offline jkstar

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #13 am: 25 Apr 12, 17:57 »
..ja, der Tip war ok, die Quintessenz ist wohl, dass bei einmaligen Spitzenstücken auch ein Restauration legitim sein kann.

Viele Grüße
Julian

Offline Tobi

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #14 am: 25 Apr 12, 18:32 »
Das sehe ich auch so. Eines der prominentesten Beispiele sind da wohl die wundervollen Kombinationen aus Amazonit und Rauchquarz aus Colorado. Soweit ich weiß, sind mehr oder weniger alle größeren Stufen repariert. Gibt also im Sinne von hübschen Stufen kaum eine andere Wahl. Finde ich aber nicht schlimm, wenn das 1. transparent gemacht wird, 2. professionell durchgeführt wird und damit nicht wirklich sichtbar ist.

Und bevor jetzt wieder das Argument kommt, wer denn solche poppig-bunten, unbezahlbaren Stufen aus Übersee braucht: Das ist nicht das Thema. Es geht einfach darum, ob es legitim ist, Mineralien zu restaurieren/reparieren, um gute Stufen wiederherzustellen (was ja kein Eingriff in die Natur ist). Und da bin ich auf jeden Fall der Meinung, dass das absolut legitim ist.

 

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