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Die perfekte Stufe
endeavour-minerals:
Hallo,
bei mindat wurde am 19. ein interessanter und sicher diskussionswürdiger Artikel von Mario Paulwels gepostet.
http://www.mindat.org/article.php/1478/Criteria+voor+het+verzamelen+van+esthetische+mineralen.
Ich selber stimme den Ansichten von Mario Paulwels insoweit zu das die Qualität einer Mineralienstufe von großer Bedeutung ist, aber ansonsten habe ich bei diesen Ansichten „Bauchschmerzen“. Ähnliche Ansichten hatte übrigens auch schon Wayne A. Thompson in seinem Beiheft „Ikons“ im The Mineralogical Record von 2007 vertreten. Legt man diesen Maßstab ohne Abweichungen an den einzelnen Mineralstufen oder ganzen Sammlungen zu Grunde, würden viele Sammlungen einen Nullwert haben (ideeller Wert), was aber auch nicht problematisch ist solange man Sammler und kein Investor ist. Das sammeln von Mineralien an sich entwickelt sich mit diesen Maßstäben zu einer Kunstform und der Sammler wird zum Künstler. Das was mich dabei am meisten erschreckt ist die Tatsache das derartige Sammlungen relativ gleich strukturiert sind (fast immer die gleiche Mineralabfolge), sie zeigen keinen Charakter mehr, keine Entwicklung des Sammlers, alles ist zu perfekt. Da ich nun auch Einblick in historische Sammlungen der letzten 2 Jahrhunderte habe, kann ich schon sagen das sich das sammeln an sich verändert hat. Und gerade dieser Trend/Mode wird den ursprünglichen wissenschaftlichen Anspruch des Mineraliensammels komplett verdrängen. Auch damals hat man auf Qualität geachtet, aber die Maßstäbe wahren halt andere. Mit diesem neuen Trend (so neu ist er ja nun auch nicht) werden sehr viele Mineralien einfach uninteressant, weil sie nicht den Maßstäben entsprechen, ähnlich sieht das mit den Fundorten aus. Nicht jeder Fundort hat Mineralien entwickelt wie sie in den Vorstellungen der perfekten Mineralienstufe geäußert werden. Sicherlich soll jeder sammeln wie er möchte, ich selber bevorzuge dabei den klassischen Stil. Aber es macht keinen Sinn sich permanent einen gewissen Modetrend anzupassen sei es das sammeln von „Ikons“ (Masterpieces) die Mario Paulwels anspricht oder das beschränken auf bestimmte Lokalitäten, denn Grenzen setzt sich nun mal nur der Mensch. Für mich ist eine Sammlung die auch den einen oder anderen Beleg in ihren Bestand hat , wo man Höhen und Tiefen des Sammlerlebens sehen kann (Charakter), bei der auch Eigenfunde mit dabei sind, in ihrer Gesamtheit Harmonischer anzusehen als eine durchgestylte überperfekte Ansammlung von Mineralischen Kunstobjekten. Dies ist meine Meinung!
Ingo
Goldi85:
Hallo Ingo,
ja, da hast du nicht unrecht. Über die individuelle Einstellung beim Sammeln ist ja nichts zu sagen, aber was ich bedauernswert finde, ist die stattfindende "Optimierung" mancher Stufen. Beispiele? Großstufen werden zu Kleinstufen kaputtgetrimmt, Cuprite aus Namibia ins HCL-Bad geworfen um den Malachit wegzubekommen und bei Wulfeniten aus Los Lamentos wird der Endlichit-Überzug weggesandstrahlt. Nicht, weils die Stufe interessanter macht, sondern weil die weisse Matrix optisch so ansprechend ist ::)
Nichts gegen Präparation unter der Beachtung der Verhältnismäßigkeit aber sowas geht m.E. zu weit.
Gruß Daniel
pseudonym:
Recht so , an Belegen ist doch nix schlechtes , mit nen Millionenerbe perfekte Stufen ausm ganze Sonnensystem ;) aufkaufen und dummes Zeug quatschen von wegen Kunst und so kann jeder , aber mit Geduld und Spucke und nen ´´Arbeiterbudget´´ über Jahre ne Sammlung zusammentragen und dann auch noch bei jedem Stück zu wissen was es genau ist , wie es entsteht und alles andere was uns dazu interessiert - das kann eben nicht jeder !
Mir isses lieber ich find irgendwo nen kleinen Beleg als das ich irgenwas aus China kaufe , obwohl für manche sicher meine gesammte Sammlung nur aus Belegen besteht - aber es ist meine !
Hammerfaust:
Moin zusammen,
leider kann ich wegen der Sprachlichen Begebenheiten dem Artikel nicht ganz folgen. ;D
Aber diese Diskussion hatten wir hier vor kurzer Zeit schon einmal.
Ich finde jeder soll selber entscheiden was und wie er sammelt und ob er seine Stufen nachbehandelt oder nicht und sich nicht nach Leuten richten die ein wenig zu viel Geld auf der Kannte liegen haben
Wenn man ein bisschen sucht, findet man hier viele Beiträge wo es darum geht irgendwelche Beläge von Kristallen herunter zu bekommen.
Ich muß es ja nicht machen...
Es wird immer Leute geben die solche Sachen als Statussymbol kaufen werden und wenn das Interesse mal größer wird werden dann im zweifel auch mal die Preise steigen. Oder genauso gut dann auch wieder fallen wenn die Stufen keiner mehr kauft.
Ich z.B. habe mir vorgenommen meine Sammlung Regional und durch selber suchen und finden aufzubauen. Und wenn ich vom Mineral X vom Fundort Y erst mal nur was derbes finde, dann kommt halt erst einmal dieser Beleg in die Sammlung. Wenn ich dann irgendwann mal Kristalle davon finde, fliegt, aber auch nur vielleicht, der Beleg wieder raus.
Falls sich mein Interesse mal ändern sollte, vielleicht zu China oder Russland, dann muß ich halt mehr Geld in die Hand nehmen um selber dort hin zu reisen oder mir die entsprechenden Stücke zu kaufen.
Aber so ist es ja bei jedem Hobby...Fotos kann ich vor der eigenen Haustür machen oder irgendwo nach Kanada reisen...oder Fliegenfischen in Neuseeland, ist auch ganz schön...
Man sollte auch bedenken, dass wenn es keine Leute gibt, die viel Geld für Großstufen hinlegen, es vielleicht auch die vielen kleinen Stücke nicht geben würde die von entfernten Fundorten bei uns auf dem Markt auftauchen...
Schöne Grüße Hammerfaust
raritätenjäger:
Hallo,
hat man für das "neue Sammeln" (geht in der Tat mehr und mehr in Richtung Kunstmarkt) was übrig, dann ist das kein schlechter Artikel. Leider ist es die von Ingo angesprochene "durchgestylte überperfekte Ansammlung von Mineralischen Kunstobjekten", die immer mehr Leute auch hierzulande zuhaus stehen haben wollen.
Natürlich kann man darüber schimpfen, ich selbst verstehe es auch nicht. Aber soll jeder machen, wie er will. So lange die Leut damit glücklich sind (die meisten sind´s nicht!) ist doch alles schön. Für dies und jenes macht solch ein Ansinnen die Preise kaputt, aber es bleibt wohl imer noch vieles übrig für jene, die auch an einer Sammlung nicht perfekter Stufen Gefallen finden. Was die Börsen angeht, so merke ich immer mehr, dass viele wirklich interessante Sachen gar nicht mehr beachtet werden, gerade, was Lokalbelege angeht. Da frage ich mich immer, würde das vor 10 Jahren auch immer noch hier gestanden haben, zwei Stunden vor Börsenschluss? Tja, eingesackt und stillen Dank an die "Protzsammler" ;).
Ich finde auch, dass solche sterilen Sammlungen nicht mehr den Charakter haben, der ihnen eigentlich zukommen sollte. Aber: "wat dem eenen sin Uhl, dat is dem andern sin Nachtigall". In diesem Sinne
Gruß
Andreas
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