Hi
@smoeller: Fluorit gibt es in dem Gangzug, wo auch die Grube Glücksrad abgebaut hat, nicht. Was mir aber bei meinen primitiven Schmelzversuchen aufgefallen ist, sind kleine Bleikügelchen, welche erst nach dem Schmelzen der Kruste sichtbar werden. In einem Stück kann man auch ohne nachträglichen Aufschmelzen diese Bleikügelchen sehen. Ich vermute mal, das sich Bleianteile in der Schmelze durch die reduktiven Anteile der offenen (!) Gasflamme zum metallischen Blei reduziert haben. Auffällig ist auf jeden Fall, das diese Schmelze immer sehr bleihaltig ist. Möglicherweise sind Bleiverbindungen ähnlich gute Flussmittel wie Fluorit, ggf. sogar bessere.
@helgesteen: Groß war in Oberschulenberg mit Sicherheit nie irgendein Abbau ! Ich meine, der Gang erreichte grade mal Mächtigkeiten von 2 Meter, meistens darunter - das zeigen auch die heute noch sichtbaren Ausbisse. Zudem enthält der Gang recht viel Calcit, da muss man nicht unbedingt Feuersetzen. Und hohe Temperaturen benötigt man für das Feuersetzen ohne hin nicht, da man sich die Volumenveränderung des Quarzes bei 573°C beim Übergang von Tiefquarz zu Hochquarz (unwissendlich) zu nutze gemacht hat. Da brauche ich kein Feuer, was bei 1000°C brennt, sondern eines, welches 600°C (?) bringt, dafür aber ein großes Volumen aufheizt. Also mit weniger Luft lange "schwelen" lassen. Soweit ich das kenne, hat man Freitag Nachmittag oder Abend den Stapel angezündet und Montag Morgen war der runtergebrannt und man konnte weiterarbeiten. Wasser benötigt man eigentlich nur dann, wenn man schnell wieder vor Ort will, ansonsten findet die Phasenumwandlung des Quarzes auch ohne Abschrecken statt, ist also unnötig, dort einen "Bach" reinzuleiten. Es ist sogar ziemliche Dumm, da man das Wasser ja auch wieder heben muss - außer man hatte den Luxus eines Entwässerungsstollen. Arbeit haben sich die Altvorderen sicher gespart wo sie nur konnten.
Achso: Erzfrei sind diese angeschmolzenen Brocken auch nicht immer. Äußerlich kann man sowieso praktisch nie Erz erkennen, innen drin sind aber nicht selten Erzreste zu erkennen. Allerdings sind mein Brocken mit dieser auffälligen Schmelzkruste fast immer sekundärmineralfrei, bis auf vielleicht etwas Cerussit. Die gesuchten typischen "Feuersetzminerale" hab ich bisher praktisch ausschließlich in den roten Brocken gefunden. Allerdings hab ich bei Markus (also Fundgrube) gesehen, das auch die angeschmolzenen Stücke nette Minerale enthalten können - mir geht dieser Caledonit nicht mehr aus dem Kopf, was für ein Traum *neid*
Abschießend kann ich Markus nur recht geben, ohne eine vernünftige Datierung und Untersuchung ist und bleibt alles bessere Wahrsagerei. Ich habe keine Möglichkeit, eine Altersdatierung machen zu lassen und privat ist mir der Spass etwas zu teuer. Aber vielleicht können wir ja eine Font einrichten, sowas wie "Klarheit für Oberschulenberg"...