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Welche Beleuchtung bei der Mineralienfotografie?
Sonntag:
Ich lese manchmal, dass die richtige Beleuchtung bei der Mineralienfotografie ein entscheidender Punkt für ein sehr gutes Ergebnis ist. Wie sind eure Erfahrungen? Bin Anfänger und fotografiere Handstufen
mit einer Nikon D90 und 60er Makroobjektiv.
Für Hinweise über Beleuchtungstechniken und günstige Einkaufsmöglichkeiten bin ich dankbar!
Anschauliche Fotos von der Einrichtung wären super.
Beste Grüße aus dem Rheinland
Sonntag
heli:
Geh mal ins Forum und sehe dir dort unter Photos / Pictures / Fotografias die Beiträge an.
Sonntag:
Beim Betrachten von erstklassigen Fotos in Sammlerzeitschriften
frage ich mich manchmal, wie die Mineralienstufe ausgeleuchtet wurde.
Tolle Mineralienfotos sind für mich immer ein Ansporn, weiter mit meiner Kamera zu üben.
Ich finde, Mineralienfotografie ist ein schönes Hobby bei dem ich ganz zu Ruhe komme und alles
um mich herum vergessen kann. Die Schönheit der eigenen Mineralien wird mir durch
die Vergrößerungen oft noch mehr bewusst.
Goldi85:
Hallo,
also als kleine "Anleitung" zum Einstieg, ich gehe eigentlich immer so vor:
1.) Kamera-Einstellungen: Iso so weit runter wie möglich. Focus, Blende, Belichtungszeit manuell. Am besten mit Selbstauslöser fotografieren, damit nichts verwackelt. Höchste Auflösung und niedrigste Komprimierung einstellen. Blitz aus.
Das gilt nun alles für die Kamera, mit der ich fotografiere und bei der man das alles manuell einstellen kann. Bei den meisten Kompaktkameras wird man zumindest den Iso-Wert und den Weissabgleich einstellen können, bei nicht vorhandenem manuellen Focus wählt man den Makromodus und muss probieren... zu D-SLRs kann ich nichts sagen.
Wenn möglich sollte man auch die Belichtungsanzeige einschalten.
2.) Auswahl des Unter- bzw. Hintergrunds: als Untergrund eine stabile, ebene Platte, auf der man die Stufe gut positionieren kann. Sollte farblich zum Gesamtbild passen. Da gibts viel zu experimentieren, ich nehme meistens ein weisses Blatt Papier. Möglich ist aber z.b. auch mal eine gleichmäßig dunkle Schieferplatte, oder so.
Für den Hintergrund: Papier einfach hochbiegen (nicht knicken!!), oder dunklen Stoff im Hintergrund aufhängen, oder einfach von oben drauf fotografieren. Hier mal die drei Beispiele anhand von Bildern:
Welche Beleuchtung bei der Mineralienfotografie?
Welche Beleuchtung bei der Mineralienfotografie?
Verwendeter Diffusor: weisses Blatt Papier, kuppelförmig über die Stufe gebogen. Als Hintergrund Variante 1 von Punkt 2.
An dieser Stelle sollte man auch den Weissabgleich machen. Für Hobbyzwecke genügt es, auf das Blatt Papier zu zielen.
Danach gilt es, schon mal in etwa Blende und Belichtungszeit einzustellen. Bei der Blende sollte man sich die förderliche Blende seiner Kamera suchen, wurde schon mal im Forum diskutiert. Die Belichtungszeit stellt man vorerst neutral ein, weder unter- noch überbelichtet. Den Focus sollte man hier ebenfalls schon mal annähernd scharf stellen, damit man auch sieht, was man fotografiert.
5.) Beleuchtung/Belichtung: Man sollte sich überlegen, ob und welche Kristallflächen man hervorheben will, damit die Kristallform ansich später gut erkennbar ist.
Schlechtes Beispiel:
Welche Beleuchtung bei der Mineralienfotografie?
Kristallflächen und Strukturen sind dank richtiger Beleuchtung gut zu erkennen.
Um einzelne Kristallflächen anzustrahlen oder Bildbereiche aufzuhellen, sollte man Reflektoren verwenden. Man kann da viel ausprobieren, die einfachsten Varianten wären ein Stück Alufolie (matte Rückseite!!) oder ein gefaltetes Blatt Papier, welches meistens auch schon ausreichend reflektiert. Das ganze dann so positionieren, dass es nicht ins Bild ragt, bis man die gewünschte Fläche im Display der Kamera aufleuchten sieht. Es kann sehr lange dauern, bis man ein gewünschtes Ergebnis raus hat, bei manchen Stufen klappts auch scheinbar erst gar nicht.. und klare Quarze sind dabei die Hölle!
Wenn man das geschafft hat, kann man die Belichtungszeit entgültig einstellen. Am besten ein klein wenig (!) unterbelichtet fotografieren, damit man dies später in der Bildbearbeitung ausgleichen kann. Überbelichtete Bereiche sind am Ende einfach weisse Flecken, aus denen man nichts mehr rausholen kann, bei wenig unterbelichteten Bereichen kann man meistens noch was rausholen.
6.) Focus einstellen: Wenn man alles so weit hat, stellt man den Focus entgültig wie gewünscht ein und macht das Foto.
Bereits für Stufen um 10cm oder kleiner empfiehlt sich aber bereits die Mehrebenen-Fotografie. Dazu macht man eine Focusreihe, die im Vordergrund des abzubildenden Bereichs anfängt. Man verschiebt dann den Focuspunkt immer weiter nach hinten und macht in gleichen Abständen weitere Aufnahmen, Belichtung, Bildausschnitt usw. werden dabei NICHT verändert!
Am Ende können diese Fotos mit einem geeigneten Programm (CombineZ, Helicon Focus o.ä.) zu einem scharfen Gesamtbild überlagert werden. Mehr dazu auch hier:
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Digitale%20Mehrebenen-Fotografie?redirectfrom=Digitale+Mehrebenenfotografie
Das Ganze mag am Anfang schwierig erscheinen, aber wenn man erst einmal ein Setup raus hat, welches man für 90% der Fälle anwenden kann, läuft der Rest fast automatisch.
Gruß Daniel
jkstar:
Guten Morgen !
Das ist mal eine tolle Anleitung, da ich jetzt auch mit dem fotografieren anfangen möchte, auch für mich sehr hilfreich und für Anfänger sehr verständlich und ohne "Fachchinesisch", von mir schon mal vielen Dank!
VG
Julian
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