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Autor Thema: Ein Smartphone als Geigerzähler...  (Gelesen 15376 mal)

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Offline Alcest

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Ein Smartphone als Geigerzähler...
« am: 26 Jun 12, 23:01 »
Hallo,

vorweg: ich bin selbst nicht sonderlich überzeugt und fühle mich selbst noch ein wenig veräppelt. Warum ich das hier poste? Weil das Verhältnis zur Radioaktivität hier überdurchschnittlich fachgerecht diskutiert wird und keine Grundsatzdiskussionen angefangen. Zudem sind einige bestimmt schon mit radioaktiven Stufen in Kontakt gekommen und an dem Thema bzw. der Technik vielleicht interessiert.

Mir ist die Wirkungsweise der ganzen Apparatur selbst höchstgradig suspekt, doch die Ergebnisse sind halbwegs glaubwürdig.

Kurzer Abriss:

Auf Youtube gibt es eine Nutzerin, die ziemlich viele Videos erstellt, die sich mit Radioaktivität, auch mit Uranmineralien, beschäftigen. Heute habe ich eines entdeckt, in dem eine Geigerzähler-App vorgestellt wurde:

Video: http://www.youtube.com/watch?v=rNe1UBfJvoo&list=UU966ccV08PVAmZRhcC0SU8Q&index=1&feature=plcp

Okay, dachte ich. Wieder etwas, was zu nix zu gebrauchen ist und nur die Hintergrundstrahlung von irgendwelchen Messstationen klaut.

Pustekuchen!

Zunächst muss die Kameralinse mit einem schwarzen Stück Papier/Folie abgeklebt dann. Nun muss die App kalibriert werden, dann habe ich losgemessen.

Die Ergebnisse im Bildanhang.

Das Bild einer vorher mit einem russischen Gerät durchgeführten Messung (welches in einem Labor unserer Physiker mit einem Berthold mithalten konnte) an einer Cuprosklodowskitstufe ist dort enthalten.

Die Werte des Russen für den Uraninit lagen bei 15-60 uSv/h. Eine recht gute Streuung, doch das Handy liegt wieder voll im Bereich.

Aufgrund von Zeitmangel schaffe ich es nicht, mich in den kommenden Tagen mit ausführlicheren Tests zu beschäftigen. Sobald ich mehr weiß, aktualisiere ich hier.

Zum Schluss noch ein Link zur App:

http://rdklein.de/html/radioactivity.html

(Die Daten beruhen auf einem iPhone 3GS.)


Offline Kluftknacker

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #1 am: 27 Jun 12, 08:01 »
Hallo,
interessant.
Für mich stellt sich die Frage: Welcher Messaufnehmer sitzt dafür im Smartphone?

Kluftknacker

Offline FrankBL

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #2 am: 27 Jun 12, 08:16 »
Welcher Messaufnehmer sitzt dafür im Smartphone?
Wär auch meine Frage... Wo ist das Zählrohr?  ::)

Frank

Offline Stefan

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #3 am: 27 Jun 12, 09:20 »
Kein Zählrohr, das macht der Kamerachip, der auch auf radioaktive Strahlung geringfügig reagiert, daher auch das Abkleben um nur die radioaktive Beeinflussung zu detektieren. Inwieweit die Veränderungen aussagefähig sind, auch Temperatur etc. hat einen Einfluss, ist sicher vom Chip abhängig. Vermutllich ist das eher ein Schätzometer.
« Letzte Änderung: 27 Jun 12, 09:29 von Stefan »

Offline Wegschmeißit

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #4 am: 27 Jun 12, 09:22 »
Kein Zählrohr, das macht der Kamerachip, der auch auf radioaktive Strahlung geringfügig reagiert, daher auch das Abkleben um nur die radioaktive Beeinflussung zu detektieren.

Wieder was dazu gelernt. In jeder Kamera steckt ein kleiner Geigerzähler.  ;D

Gruß Dirk

Offline Stefan

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« Letzte Änderung: 27 Jun 12, 09:55 von Stefan »

Offline FrankBL

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #6 am: 27 Jun 12, 11:02 »
Oh, interessant, DAS wusste ich noch nicht...

Man lernt eben nie aus, aber der Begriff "Schätzometer" trifft den Kern der Sache wohl ganz gut...  ;D

Offline Alcest

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #7 am: 27 Jun 12, 11:42 »
Das iPhone 3GS ist dort nicht einmal aufgeführt. Nette Sache.

Ein Carnotit, der mit dem Russen ca. 10 uSv/h gemittelt hergegeben hat, zeigt auf dem Handy Werte um 8 uGy/h an. Dafür, dass mein Modell nicht einmal auf der Entwicklertabelle auftaucht ein respektables Ergebnis für ein "Schätzometer". Auch die knapp 25% Abweichung beim, doch schon sehr kräftig strahlendem, Cuprosklodowskit sind immer noch ein gutes Ergebnis für mich! Wir sprechen hier immerhin vom mehr als 500-fachen Überschreiten der Hintergrundstrahlung.

Es soll ja auch keine wissenschaftliche Alternative darstellen, doch für eine qualitative Einschätzung der von Stufen ausgehenden Strahlung ist das Programm meiner Ansicht nach vollkommen ausreichend.

Offline Stefan

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #8 am: 27 Jun 12, 11:46 »
Android Software läuft so schlecht auf dem IPhone  ;)

Auf jeden Fall ein nettes Spielzeug. Wenn es geeicht würde, könnten die Ergebnisse durchaus akzeptabel sein. Wobei die Temperaturschwankungen immer eine Rolle spielen werden.
« Letzte Änderung: 27 Jun 12, 13:50 von Stefan »

Offline Alcest

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #9 am: 27 Jun 12, 11:51 »
Es gibt die App im Apple-Store auch für iOS, wahrscheinlich ist die Homepage da noch nicht auf dem aktuellsten Stand. Der Entwickler ist der selbe.

Offline cmd.powell

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #10 am: 05 Jul 12, 03:11 »
Hi

Ich denke auch mal, das diese Kamerachips eher "Schätzometer" sind. Hinzu kommt, das die - bauartbedingt - nur Gammastrahlung detektieren können. Alpha- und Beta-Teilchen bleiben in Linse & Co hängen.

Letztlich ist jeder Halbleiterchip auch ein Strahlungsdetektor. Ich habe z.B. einen Geigerzähler russischer Bauart von der NVA, welcher mit einem Halbleiterdetektor ausgestattet ist. Im einfachsten Fall sollte man jede x-beliebige Diode in einen Halbleiterdetektor umrüsten können. Wäre vielleicht mal ein interessantes Projekt für die Elektrobastler unter uns bzw. in den dortigen Foren - sofern es sowas nicht schon gibt, wovon ich fest überzeugt bin.

Der große Vorteil von Halbleiterdetektoren ist die Möglichkeit, Energiedispersiv zu arbeiten, d.h. Teilchenenergien separat zu detektieren. Auf diese Weise kann man im einfachen Fall Alpha, Beta und Gammastrahlung getrennt detektieren und mit etwas mehr know how sogar die strahlenden Nukleide über die Teilchenenergien erkennen. Ich gehe aber mal davon aus, das funzt nicht mehr mit einer normalen 08/15- Siliziumdiode von Conrad...

Offline Krizu

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #11 am: 05 Jul 12, 07:20 »
Hi,

du beschreibst gerade die EDX ;-)

MfG

Frank

Offline Embarak

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #12 am: 05 Jul 12, 09:00 »
Hallo,
Zitat
Ich denke auch mal, das diese Kamerachips eher "Schätzometer" sind. Hinzu kommt, das die - bauartbedingt - nur Gammastrahlung detektieren können. Alpha- und Beta-Teilchen bleiben in Linse & Co hängen.
Anscheinend wird sogar Beta noch mit erfasst.
In einem youtube-video wird gezeigt, wie man sogar Alpha-Detektion ermöglicht, indem man die Glasabdeckung des Chips
ausschneidet. Aber wer will das seinem teuren Handy schon antun?

Der Schwachpunkt bei der ganzen Methode scheint zu sein, daß der Chip auf Dauer in Mitleidenschaft gezogen wird, was u.a zu
dauerhaften Fehlstellen führen kann. Dann hat man ein Geigerphone, mit dem man nicht mehr gut fotografieren kann.   :(

http://neuerdings.com/2012/02/14/iphone-und-android-strahlungsmesser-app-geigerzahler-ohne-geigerzahler/
hier noch die Technik-Interessierte mit der  Alpha-Methode auf youtube
http://www.youtube.com/watch?v=jFNvYA7731o
Der link auf den Entwickler steht ja schon am Anfang
http://rdklein.de/html/radioactivity.html

Gruß
Norbert


Offline berthold

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #13 am: 05 Jul 12, 16:15 »
Hallo,

also ich halte das für einen netten Versuch, nicht für eine Messung von Mineralien geeignet. Der Grund liegt in der geringen cps-Zahl und den dadurch bedingten ungenauen Resultaten bzw. extrem langen Messzeiten. Es gibt darüber hinaus auch einfache Bauanleitungen für ähnliche "Geigerzähler" mit einer Diode bzw. einem Transistor als Sensor.

Mineraliensuche oder das Messen von Lebensmitteln ist mit solcher Technik nicht möglich.

Gruß
Berthold

Offline Stefan

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #14 am: 05 Jul 12, 16:20 »
Hallo,

ich hab das Programmm mit einem Samsung Galaxy S3 i9300 ausprobiert. Das Ergebnis ist äußerst ernüchternd. Eine wirkliche Aussage beim Test gegen einige Uranmineralien war kaum zu treffen. Für Mineraliensammler in der Kombination definitiv ungeeignet. Die Messung war sehr träge und im Praxistest eher ungeeignet. Es viel schwer eine erhöhte Strahlung zu detektieren.

Besten Gruß
Stefan

 

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